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Nāgelmúschel bis Nagelwêrk (Bd. 3, Sp. 412 bis 413)
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Artikelverweis Die Nāgelmúschel, plur. die -n, eine cylindrische zweyschalige Muschel, welche an beyden Seiten offen ist, und vornehmlich versteinert angetroffen wird, da sie auch Solenit, Solenites, heißt.
 
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Nageln, verb. reg. act. 1) Vermittelst eines Nagels oder mehrerer Nägel befestigen. Das Bret an die Wand, ein Tuch auf den Tisch nageln. S. auch Annageln, Aufnageln, Vernageln. 2) Bey den Jägern als ein Neutrum, mit dem Hülfsworte haben, mit den Nägeln an den Füßen, oder mit den Klauen in den Boden eingreifen. Der Fuchs hat genagelt, wenn die Spur von seinen Klauen in dem weichen Boden zu sehen ist.
   In der ersten Bedeutung schon bey dem Ottfried und Notker nagelen.
 
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Nagelnen, adj. et adv. welches nur im gemeinen Leben für völlig neu üblich ist, wo es auch wohl funkelneu, oder funkel nagelneu lautet; Nieders. glootnij, speldernij, spoolnij, spooldernij. Ein nagelneues Kleid, welches noch gar nicht getragen worden. Die Figur von einem neuen Nagel, der erst von dem Amboße kommt, ist freylich ein wenig sonderbar; indessen scheinet der gleichbedeutende Ausdruck funkelneu und Nieders. glootnij denselben zu bestätigen.
 
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Die Nagelplatte, plur. die -n, Diminut. das Nagelplättchen, S. Adelung Nagelkopf.
 
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Die Nagelprobe, plur. die -n, ein nur im gemeinen Leben üblicher Ausdruck, die Probe eines völlig ausgetrunkenen Glases oder Bechers zu bezeichnen, welche darin bestehet, daß man es umgekehrt auf den Nagel setzet, und den letzten Tropfen davon ableckt. Auf diese Art zechen nennet man in Franken auf ein Näglein trinken. In Churfürst Christians 2 Hoftrinkordnung heißt es: »Erst soll man trinken die herrschaftliche Gesundheit, darnach soll man bringen, den freudigen Bergmann mit dem Spruche, Glück auf! dann folgt die Nagelprobe mit dem Spruche: so hatten es auch die Alten im Brauch.« Schon die Römer tranken auf diese Art. Ad unguem patratum et perfectum, sagt Horaz. In den neuern Zeiten hat man das Lateinische Wort Supernaculum gebildet, die Nagelprobe, und die Gewohnheit auf diese Art zu zechen, auszudrucken, welches auch bey den Engländern üblich ist; to drink Supernaculum. In einem Französischen Trinkliede heißt es gleichfalls:
   Ils (les Anciens) faisoient en les renversant
   Un Supernacle Allemand.
 
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Der Nāgelróche, des -s, plur. die -n, eine Art Rochen, welche bey dem Linnee Raja clavata heißt.

[Bd. 3, Sp. 413]



 
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Der Nagelschmid, des -s, plur. die -schmiede, ein Schmid, welcher vornehmlich eiserne Nägel aller Art verfertiget; im Oberd. der Nageler. Daher die Nagelschmiede, dessen Werkstätte.
 
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Die Nagelschrote, plur. die -n, bey den Schmieden und Schlössern, ein scharfes Eisen auf einem Klotze, die Nägel darauf abzuschroten; die Abschrote.
 
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Der Nagelschwamm, des -es, plur. die -schwämme, eine Art Blätterschwammes, mit einem gewölbten gestrichelten gelben Hute, und weißen Blättern und Strunke, welcher in den Wäldern unter den abgefallenen Blättern wohnet, und einem eisernen Nagel nicht unähnlich siehet; Agaricus clavus L.
 
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Der Nägelschwamm, des -es, plur. die -schwämme, eine andere eßbare Art Blätterschwammes mit einem Strunke, einem schmutzig gelben Hute und feuergelben Blättern, welcher gleichfalls in den Wäldern wächset, und einen gewürzhaften Geruch, fast wie Gewürznägelein hat; Agaricus cinnamomus L.
 
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Das Nagelwêrk, des -es, plur. die -e, ein aus Latten zusammen genageltes Werk. Besonders werden die aus schmalen gehobelten Latten verfertigten Portale, Lusthäuschen u. s. f. in den Gärten Nagelwerk und Nagelwerke genannt.

 

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