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Nagelhammer bis Nāgelróche (Bd. 3, Sp. 412)
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Artikelverweis Der Nagelhammer, des -s, plur. die -hämmer, ein Hammer, d. i. Hammerwerk, wo das zubereitete Eisen zu Nägeln verarbeitet wird; vollständig das Nagelhammerwerk.
 
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Der Nagelkopf, des -es, plur. die -köpfe, der Kopf eines eisernen Nagels; die Nagelkuppe, Nagelplatte.
 
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Das Nagelkraut, des -es, plur. inus. 1) Eine Pflanze, welche auf den feuchten Europäischen Wiesen wächset; Illecebrum L. Der große Haufe hält es bey Nagelgeschwüren für sehr heilsam. 2) Auch eine Art des Habichtkrautes oder der Mauseöhrchen, Hieracium Pilosella L. welches bitter und zusammen ziehend ist, führet den Nahmen des Nagelkrautes, weil es wider die Nied- oder Nothnägel an den Fingern von guter Wirkung seyn soll, oder auch weil es bey vernagelten Pferden so wohl von außen, als von innen gebraucht wird.
 
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Die Nagelkuppe, plur. die -n, S. Adelung Nagelkopf.
 
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Das Nagelmahl, des -es, plur. die Nägelmahle, das Mahl, d. i. die Wunde oder Narbe von eingeschlagenen Nägeln; ein nur in der biblischen Schreibart, besonders von den Wunden dieser Art an den Händen und Füßen Christi übliches Wort. Daß ich lege meinen Finger in die Nägelmahl, Joh. 20, 25.
 
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Die Nāgelmúschel, plur. die -n, eine cylindrische zweyschalige Muschel, welche an beyden Seiten offen ist, und vornehmlich versteinert angetroffen wird, da sie auch Solenit, Solenites, heißt.
 
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Nageln, verb. reg. act. 1) Vermittelst eines Nagels oder mehrerer Nägel befestigen. Das Bret an die Wand, ein Tuch auf den Tisch nageln. S. auch Annageln, Aufnageln, Vernageln. 2) Bey den Jägern als ein Neutrum, mit dem Hülfsworte haben, mit den Nägeln an den Füßen, oder mit den Klauen in den Boden eingreifen. Der Fuchs hat genagelt, wenn die Spur von seinen Klauen in dem weichen Boden zu sehen ist.
   In der ersten Bedeutung schon bey dem Ottfried und Notker nagelen.
 
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Nagelnen, adj. et adv. welches nur im gemeinen Leben für völlig neu üblich ist, wo es auch wohl funkelneu, oder funkel nagelneu lautet; Nieders. glootnij, speldernij, spoolnij, spooldernij. Ein nagelneues Kleid, welches noch gar nicht getragen worden. Die Figur von einem neuen Nagel, der erst von dem Amboße kommt, ist freylich ein wenig sonderbar; indessen scheinet der gleichbedeutende Ausdruck funkelneu und Nieders. glootnij denselben zu bestätigen.
 
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Die Nagelplatte, plur. die -n, Diminut. das Nagelplättchen, S. Adelung Nagelkopf.
 
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Die Nagelprobe, plur. die -n, ein nur im gemeinen Leben üblicher Ausdruck, die Probe eines völlig ausgetrunkenen Glases oder Bechers zu bezeichnen, welche darin bestehet, daß man es umgekehrt auf den Nagel setzet, und den letzten Tropfen davon ableckt. Auf diese Art zechen nennet man in Franken auf ein Näglein trinken. In Churfürst Christians 2 Hoftrinkordnung heißt es: »Erst soll man trinken die herrschaftliche Gesundheit, darnach soll man bringen, den freudigen Bergmann mit dem Spruche, Glück auf! dann folgt die Nagelprobe mit dem Spruche: so hatten es auch die Alten im Brauch.« Schon die Römer tranken auf diese Art. Ad unguem patratum et perfectum, sagt Horaz. In den neuern Zeiten hat man das Lateinische Wort Supernaculum gebildet, die Nagelprobe, und die Gewohnheit auf diese Art zu zechen, auszudrucken, welches auch bey den Engländern üblich ist; to drink Supernaculum. In einem Französischen Trinkliede heißt es gleichfalls:
   Ils (les Anciens) faisoient en les renversant
   Un Supernacle Allemand.
 
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Der Nāgelróche, des -s, plur. die -n, eine Art Rochen, welche bey dem Linnee Raja clavata heißt.

[Bd. 3, Sp. 413]


 

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