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Mostrose bis Motzig (Bd. 3, Sp. 294 bis 295)
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Artikelverweis Die Mostrose, S. Adelung Moosrose.
 
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Die Mosweihe, S. Adelung Maßweihe.
 
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Die Motète, plur. die -n, in der Musik, eine musikalische Composition, welche über einen biblischen Spruch gemeiniglich für Singestimmen verfertiget wird, und aus Fugen und allerley kurzen Nachahmungen besteht. Aus dem Ital. Mottetto, im mittlern Lat. Motetum, im alt Franz. Mote, bey den neuern Franzosen Motet. In Frankreich werden alle Kirchenstücke Moteten genannt, dagegen bey den heutigen Italiänern die Motete eine Lateinische geistliche Solo-Cantate, welche aus zwey Arien und zwey Recitativen bestehet, sich mit einem Halleluja schließt, und unter der Messe nach dem Credo gesungen wird. Der Nahme scheint von dem Ital. Motto herzustammen, so fern es nicht so wohl ein Wort, als vielmehr eine Sentenz, einen biblischen Text bedeutet, welcher in der Motete zum Grunde liegt. Die Ital. Schreibart Mottetto mit dem doppelten t bestätiget diese Ableitung.
 
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* Der Moth, des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die -e, im gemeinen Leben einiger Gegenden, z. B. Meißens, ein Nahme des Torfes, oder einer dem Torfe ähnlichen lockern schwarzen und fetten Erde, welche in den Wäldern aus dem verfaulten Holze entstehet, und sich wie Torf brennen läßt. Man findet es auch Modt geschrieben. Ohne Zweifel gehöret es zu Moder, die lockere weiche Beschaffenheit, und zugleich die schwarze Farbe dieser Erde auszudrucken.
 
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Die Mōtsche, eine Kuh, S. Adelung Mosche.
 
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Die Motte, plur. die -n. 1) Ein Nahme, welcher denjenigen Nachtvögeln gegeben wird, deren Larven oder Würmer das Rauchwerk und andere Kleidungsstücke zernagen; Phalaenae Tineae L. Wohin vermuthlich auch diejenige Motte gehöret, deren Larve sich als eine weiße Raupe mit vierzehn Füßen gern in den Bienenstöcken aufhält und daselbst vielen Schaden verursacht. Sie wird auch Schabe und Riehwurm genannt. In allen Fällen führet so wohl der Wurm oder die Larve, als auch das fliegende Insect diesen Nahmen, welches letztere zum Unterschiede auch wohl die fliegende Motte genannt wird. 2) Die Milbe, Blatta L. kommt in manchen Gegenden gleichfalls unter diesem Nahmen vor.
   Anm. Im Nieders. Mutte, im Engl. Moth, im Angelsächs. Moth, Mote. Ohne Zweifel von dem alten maten, zernagen, weil dieses eine der vorzüglichsten Eigenschaften dieser Insecten ist, daher sie auch in einigen Gegenden Schaben genannt werden. Miethe, Motte und Milbe, welches letztere zunächst zu mahlen gehöret, sind genau mit einander verwandt, welches unter andern auch aus dem Dänischen und Norwegischen erhellet, wo eine Motte Möl, d. i. Milbe, genannt wird. S. diese Wörter.
 
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Die Mottenfliege, plur. die -n, ein Nahme, welchen Frisch demjenigen Schmetterlinge gibt, welcher aus dem Blattwickler oder der Wickelraupe entstehet, und vermuthlich zu den Phalaenis tortricibus L. gehöret.
 
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Der Móttenfrāß, des -es, plur. inus. der durch die Motten verursachte Schaden. Ingleichen, von den Motten verderbte Kleidungsstücke. Und dieß veraltert wie Mottenfraß, Hiob 13, 28, nach Michaelis Übersetzung. Dergleichen Kleider nennet Luther Jer. 5, 2 mottenfräßige Kleider, wo aber das thätige Mittelwort anstatt des leidenden, von Motten gefressen, stehet.
 
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Das Mottenkraut, des -es, plur. inus. ein Nahme verschiedener Pflanzen, welche die Motten vertreiben sollen, besonders des wilden Rosmarius oder Mutterkrautes, Ledum palustre L. welches sich durch seinen üblen Geruch ankündiget; ingleichen einer Art der Königskerze, welche im mittägigen Europa in thonigen

[Bd. 3, Sp. 295]


Gegenden wächset, und auch Schabenkraut, Mottensame, genannt wird; Verbascum Blattaria L.
 
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Das Motthuhn, des -es, plur. die -hühner, oder das Motthühnchen, des -s, plur. ut nom. sing. ein Nahme, welchen in einigen Gegenden die Wasserhühner oder Sandreiher führen, welche sonst auch Sand- oder Strandläufer genannt, in den Küchen aber mit unter dem Nahmen der Schnepfen begriffen werden, ob sie gleich noch gar sehr von ihnen verschieden sind; Glareolae Klein. Sie haben den Nahmen, welcher im Niedersächsischen am bekanntesten ist, von ihrem Aufenthalte auf den Wiesen und in sumpfigen feuchten Gegenden, daher sie an andern Orten auch Mattkerne heißen, S. dieses Wort und 5. Matte, Moder und Moos.
 
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Motzig, -er, -ste, adj. et adv. ein nur im Bergbaue übliches Wort, wo die kurzen Gänge, welche nicht weit in das Feld streichen, motzige Gänge genannt werden; ohne Zweifel von dem im Hochdeutschen veralteten mutzen, abstutzen, verstümmeln, mutilare, S. dasselbe. In Baiern bedeutet motzen zaudern, säumen.

 

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