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Mȫsch bis Mosten (Bd. 3, Sp. 292 bis 293)
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Artikelverweis Der Mȫsch, S. Adelung Meisch.
 
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* Die Mōsche, plur. die -n, ein besonders in den gemeinen Sprecharten Meißens und der Lausitz übliches Wort, eine Kuh zu bezeichnen. Daher das Moschenkalb, ein Kalb weiblichen Geschlechtes, zum Unterschiede von einem Ochsen- oder Bullenkalbe. In engerer Bedeutung heißt eine junge Kuh, welche noch nicht getragen hat, und die an andern Orten eine Kalbe, Färse, im Nieders. Queene, genannt wird, eine Mosche.
   Anm. Auf dem Lande in Meißen und der Lausitz auch mit dem verstärkten Slavonischen Zischer Motsche, Mötschel; vielleicht zunächst aus dem Wend. Modzo, Mlodza, ein Junges. Daß aber dieses Wort nicht diesen Mundarten allein eigen ist, sondern ehedem bey dem ganzen Europäischen Völkerstamme anzutreffen gewesen, erhellet aus dem alten Franz. Meschin, und im weiblichen Geschlechte la Meschine, im mittlern Lat. Meschinus, Mesquinus, so wohl eine junge Person, als auch eine junge Kuh, dem Piccardischen Mequame, ein Bediente, Magd, dem mittlern Lat. Mocima, Holländ. Mocke, und auch in einigen Oberdeutschen Gegenden üblichen Mocke, Nieders. Mudde, Mudje,

[Bd. 3, Sp. 293]


Mutte, eine Sau, und dem Elsassischen Motsch, eine Stute; S. Adelung Mutter.
 
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Die Moschēe, (zweysylbig,) plur. die -n, (dreysylbig,) ein aus dem Türkischen Mesdsched verderbtes Wort, ein Bethhaus der Mahomedaner zu bezeichnen. Eigentlich führet nur ein kleines Bethhaus diesen Nahmen; ein größeres wird Dschamj genannt.
 
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Die Móschrose, plur. die -n, eine Art Rosen von weißer in das Gelbe spielender Farbe, welche man so wohl einfach, als gefüllt hat; Rosa moschata Miller. Sie haben unter allen Arten den angenehmsten Geruch, welcher sich dem Bisam nähert, und werden auch Bisamrosen genannt. Die Damascener-Rose, welche viele mit ihr verwechseln, ist davon noch verschieden.
 
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Der Móschus, plur. car. ein Nahme, welchen auch der Bisam führet, und welcher so wie dieser unstreitig morgenländischen Stammes ist; im mittlern Lat. Muscus.
 
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Die Moscobāde, oder Moskovāde, plur. inus. aus dem Portugiesischen Mascobada, womit in den Zuckersiedereyen der erste bis zur Trockenheit eingesottene Zuckersaft benannt wird, aus welchem durch die zweyte Siedung und Reinigung der gelbe Farin, durch die dritte der weiße Farin oder die Cassonade, durch die vierte der Lumpenzucker, durch die fünfte der Melis, und durch die drey folgenden endlich Rafinade, feiner Zucker und Canarien-Zucker bereitet werden.
 
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Die Mosflêchte, Mosgeyer, Mosig u. s. f. S. in Moos.
 
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Der Most, des -es, plur. doch nur von mehrern Arten oder Quantitäten, die -e, der ausgepreßte zuckerartige Saft verschiedener Früchte, vor der Gährung. Äpfelmost, Birnmost, Quittenmost, welcher nach der Gährung Äpfelwein, Birnwein, Quittenwein oder mit einem fremden Wort Cider heißt. In engerer Bedeutung wird der Weinmost oder der aus den Weinbeeren gepreßte Saft, so lange er noch nicht gegohren hat, nur schlechthin Most genannt. Most machen, im Oberd. mosten, mosteln, Ital. mostare.
   Anm. Bey dem Notker und Willeram Most, Moste, im Dän. Moost, im Schwed. und Engl. Must, im Ital. Mosto, im Franz. Mout, im Böhm. Mest, im Pohln. Muszck; alle, wie es scheinet, zunächst aus dem Lat. Mustum, obgleich auch dieß zu dem Geschlechte der Wörter dieser Art gehöret, welche Saft, Flüssigkeit überhaupt bedeuten, S. Adelung Moos, Anm. Im Oberdeutschen wird eine schlechtere Art Most, wo die Trauben mit den Hülsen, Kämmen und Kernen gestoßen werden, Masch oder Marsch genannt, welches zu morsch und dem veralteten morschen, zerquetschen, gehöret.
 
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Die Mostdute, plur. die -n, in einigen Gegenden, z. B. in Meißen, ein Gefäß in Gestalt einer Dute, welche, wenn der Most brauset, in das Spundloch gesetzt wird, vielleicht das Verfliegen der geistigen Theile zu vermindern.
 
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Mosteln, verb. reg. 1) Activum, Most machen, mosten, siehe Mostler. 2) Neutrum, mit dem Hülfsworte haben, nach dem Moste schmecken, wie bey jungen Weinen zuweilen Statt findet.
 
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Mosten, verb. reg. act. S. das vorige.

 

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