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Morgens bis Morgenthau (Bd. 3, Sp. 289 bis 290)
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Artikelverweis  Morgens, ein Nebenwort, für des Morgens, d. i. am Morgen, zur Morgenzeit, wofür doch das Hauptwort Morgen üblicher ist. Ich esse morgens nicht, des Morgens. Gestern morgens, gestern Morgen. Heute morgens, diesen Morgen, oder heute Morgen. Einige Schriftsteller, bey welchen dieses Nebenwort noch vorkommt, schieben ein unnöthiges d euphonicum ein; morgends eh als die Sonn anbricht, Opitz. Im Oberdeutschen ist dafür auch morndes üblich, von Morn, der Morgen, S. Adelung Abends, Anm.
 
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Der Morgenschlaf, des -es, plur. inus. der Schlaf am Morgen. Der Morgenschlaf ist der angenehmste. In der anständigen Schreibart auch die Morgenruh.
   Lisette wiegte sich in süßer Morgenruh,
   Zach.
 
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Der Morgensêgen, des -s, plur. ut nom. sing. das Morgengebeth, im gemeinen Leben.
 
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Die Morgenseite, plur. die -n, die gegen Morgen gelegene Seite eines Dinges.
 
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Die Morgensonne, plur. inus. der Glanz der Sonne am Morgen, bey und kurz nach ihrem Aufgange; in der dichterischen Schreibart. Die frühe Morgensonne flimmerte schon hinter den Bergen auf und verkündigte den schönsten Herbsttag, Geßn. Die Morgensonne glänzt an ihr bemoostes Dach, ebend. Wir arbeiten von der Morgensonne bis zu der Abendsonne, ebend. vom Morgen bis an den Abend.
 
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Die Mórgensprāche, plur. die -n, ein nur noch in einigen Städten so wohl Ober- als Niederdeutschlandes übliches Wort, die Versammlung und Berathschlagung der Glieder einer Gesellschaft am Morgen oder Vormittags zu benennen. So ist in Bremen die Morgensprache oder der Morgenrath, die vorläufige Versammlung der vornehmsten Rathsglieder des Morgens vor der Versammlung des ganzen Rathes. In weiterer Bedeutung werden die Versammlungen der Zünfte und Innungen noch an manchen Orten Morgensprachen genannt, weil sie gemeiniglich des Vormittags gehalten werden, wo denn auch die Handwerksherren, oder Zunftherren, d. i. diejenigen Rathsherren, welche der Zunft vor- und beygesetzet sind, den Nahmen der Morgensprachsherren führen. Auch im Bergbaue heißt die gemeinschaftliche Berathschlagung der Bergbeamten und Steiger die Morgensprache oder das Morgengespräch. Unter eben diesem Nahmen sind in einigen Reichsstädten auch die Abschiede und Urtheile bekannt, weil sie gleichfalls des Vormittages gemacht werden.
 
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Der Morgenstêrn, des -es, plur. die -e. 1) Die Venus, wenn sie vor der Sonne hergehet, d. i. vor der Sonnen Aufgang gesehen wird, ohne Plural; Lat. Lucifer, Griech. φωσφορος.
   In rechter Schoene ein Morgen sterne
   Ist min frowe,
   Jacob von Warte.
   Ich sich den Morgen sterne ufbrechen,
   der Burggr. von Liunz. Bey dem Ottfried Dagasterron, bey dem Kaisersberg der Mettenstern, von Mette, Matutinum. 2) Figürlich, eine veraltete Art Waffen, welche in einer Keule bestand, die an ihrem kolbigen Ende mit eisernen Spitzen und Stacheln versehen war, und, dem Hortleder zu Folge, 1347 erfunden seyn soll.
 
Artikelverweis Der
Morgenstrahl, des -es, plur. die -en, die Strahlen der Sonne am Morgen.
 
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Der Morgenstillstand, des -es, plur. inus. in der Astronomie, wenn ein Planet des Morgens in einem Puncte des Thierkreises einige Tage stille zu stehen scheinet; Statio matutina, im Gegensatze des Abendstillstandes.

[Bd. 3, Sp. 290]



 
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Die Morgenstunde, plur. die -n, die Stunden des Morgens oder der Morgenzeit, und figürlich auch der Morgen, oder die Morgenzeit selbst, auch in der einfachen Zahl. Sprichw. Morgenstunde hat Gold im Munde, Aurora Musis amica.
 
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Der Morgenthau, des -es, plur. inus. der Thau, welcher zur Morgenzeit vor dem Aufgange der Sonne aus der Luft fällt. O Romeo, meine Seele schmachtet darnach, wie ein verdorrtes Gras nach dem Morgenthaue, Weiße.
   Der um den Morgenthau
   Aus Thetis Armen sich entziehet,
   Uz.

 

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