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Morgenländer bis Morgens (Bd. 3, Sp. 288 bis 289)
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Artikelverweis Der Morgenländer, des -s, plur. ut nom. sing. Fämin. die Morgenländerinn, ein Einwohner oder eine Einwohnerinn des Morgenlandes, in beyden Bedeutungen dieses Wortes.
 
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Morgenländisch, adj. et adv. aus dem Morgenlande gebürtig, demselben gemäß, ähnlich, in demselben befindlich; mit einem Lat. Ausdrucke orientalisch. Die morgenländischen Sprachen.
 
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Das Morgenlied, des -es, plur. die -er, ein geistlicher Gesang am Morgen, zum Lobe Gottes bey dem Anfange des Tages.
 
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Die Morgenluft, plur. die -lüfte, Diminut. das Morgenlüftchen. 1) Eine Luft, d. i. ein gelinder Wind, welcher aus Morgen kommt; ohne Plural. Wir haben Morgenluft. 2) Die kühle Luft des Morgens; wo von einzelnen sanften Bewegungen derselben auch der Plural Statt findet. Dann würde eine sanfte Morgenluft euch wecken, und die Concerte der Vögel, Geßn. Euch Blumen grüßen die lieblichen Morgenlüfte und die sumsenden Bienchen, ebend.
 
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* Der Morgenort, des -es, plur. die -e, ein gegen Morgen gelegener Ort; ein außer 1 Chron 6, 10 ungebräuchliches Wort.
 
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Der Morgenrêgen, des -s, plur. ut nom. sing. 1) Ein Regen, welcher des Morgens fällt. 2) In Luthers Deutschen Bibel, der Frühregen, d. i. derjenige Regen, welcher in den Morgenländern im Herbste fällt, S. Adelung Frühregen.
 
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Die Morgenrose, plur. die -n, Rosen, welche am Morgen gebrochen worden, oder erst des Morgens aufgeblühet sind, in der dichterischen Schreibart. Morgenrosen schmücken die heitre Stirn, Uz.
 
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Morgenroth, adj. et adv. der Morgenröthe an Farbe gleich, eine gelblich rothe Farbe zu bezeichnen, welche aus scharlachroth und oraniengelb gemischt ist; auror, aurorfarben, aurorfarbig.
 
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Das Morgenroth, des -es, plur. car. die Morgenröthe, in der dichterischen Schreibart. Jüngst hab ich, als das Morgenroth kam, den ganzen Ort mit Kränzen geschmückt, Geßn. Wie lieblich glänzet das Morgenroth durch die Haselstauden am Fenster! ebend. Weiß und unschuldig wie die Lilie, wenn sie am Morgenroth sich öffnet, ebend. Eben dieser Schriftsteller gebraucht es auch auf eine im Hochdeutschen ungewöhnliche Art ohne Artikel mit dem Zeitworte seyn. So bald es Morgenroth ist, sprach er, will ich an den Fluß hinauf gehen. Wie froh werd ich seyn wenn es Morgenroth ist! ebend. Bey dem Willeram und andern alten Oberdeutschen Mundarten im männlichen Geschlechte der Morgenrot. Im Holländ. Morghenrot, im Schwed. Morgonrodna. In den gemeinen Mundarten so wohl Ober- als Niederdeutschlandes ist dieses Wort üblicher als das folgende Morgenröthe. Im Hochdeutschen aber kommt es, wie gesagt, nur in der höhern Schreibart vor.
 
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Die Morgenröthe, plur. die -n, der rothe Schein, welcher kurz vor dem Aufgange der Sonne am Horizonte gesehen wird, und von der Brechung der Sonnenstrahlen in der Luft herrühret.
   Auf rosenfarbnem Fittich
   Rauschet die Morgenröthe vorbey,
   Zach.
   Vor tausend Morgenröthen
   Glänzt dieses Sternes Licht,
   Opitz. Figürlich, in der dichterischen Schreibart, so wie das vorige Morgenroth, aufblühende Schönheit, anbrechendes Glück. Ich wünsche, daß auf diese Morgenröthe ein schöner Tag folgen möge, Sonnenf.
   Anm. Statt dieses und des vorigen Wortes kommt im Angels. auch Tagarod und Daegrime, (von Rahm, Rand,) und im Altschwed. Dagrand vor. Die fruchtbringende Gesellschaft, welcher

[Bd. 3, Sp. 289]


dieses Wort vermuthlich zu lang war, suchte, obgleich mit schlechtem Glücke, dafür das Wort Röthinn einzuführen.
   Der Röthinn Purpur und der Sonnen Gold verderben, Casp. Abel im übersetzten Boileau.
 
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Morgens, ein Nebenwort, für des Morgens, d. i. am Morgen, zur Morgenzeit, wofür doch das Hauptwort Morgen üblicher ist. Ich esse morgens nicht, des Morgens. Gestern morgens, gestern Morgen. Heute morgens, diesen Morgen, oder heute Morgen. Einige Schriftsteller, bey welchen dieses Nebenwort noch vorkommt, schieben ein unnöthiges d euphonicum ein; morgends eh als die Sonn anbricht, Opitz. Im Oberdeutschen ist dafür auch morndes üblich, von Morn, der Morgen, S. Adelung Abends, Anm.

 

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