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Mordgeschichte bis Mordmêsser (Bd. 3, Sp. 283 bis 284)
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Artikelverweis Die Mordgeschichte, plur. die -n, eine Mordthat, und in weiterer Bedeutung, eine schreckliche und zugleich abenteuerliche Begebenheit, ingleichen die Erzählung derselben. Es hat sich eine schreckliche Mordgeschichte zugetragen. Eine Mordgeschichte absingen, wie von den Bänkelsängern geschiehet.
 
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Das Mórdgeschóß, des -sses, plur. die -sse, ein mördliches, tödtliches Geschoß, in der dichterischen Schreibart.
 
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Das Mordgeschrey, des -es, plur. die -e, ein Geschrey, mit welchem man einen unternommenen oder begangenen Mord verkündiget, und in weiterer Bedeutung, ein sehr heftiges, schreckliches Geschrey. Meine Seele höret ein Mordgeschrey über das andere, Jer. 4, 20. Nun hat er mit einem großen Mordgeschrey ein Feuer angezündet, Kap. 11, 16. Ein Mordgeschrey erheben.
 
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Der Mordgesêll, des -en, plur. die -en, der Gesell, d. i. Gehülfe bey einem begangenen Morde. Ingleichen der Mörder selbst; das Mordkind.

[Bd. 3, Sp. 284]



 
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Das Mordgewêhr, des -es, plur. die -e, ein mördliches, tödtliches Gewehr, am häufigsten in der dichterischen und rednerischen Schreibart.
   Ihr Männer mit den Mordgewehren,
   Gell.
 
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Die Mordgrube, plur. die -n, im Festungsbaue, Gewölber unter dem Walle in einer Festung, woraus der Graben bestrichen werden kann; der Mordkeller, und mit einem ausländischen Worte die Casematte. Vermuthlich so fern Mord überhaupt Blutvergießen bedeutete, weil diese Gewölber bey einem Sturme für die Stürmenden sehr gefährlich sind.
 
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Mórdio, ein Zwischenwort, welches das Mordgeschrey ausdrückt, aber nur noch im gemeinen Leben üblich ist, wo es gemeiniglich mit Zeter verbunden wird. Zeter Mordio schreyen, sehr heftig. Es ist, wie man glaubt, von Mord und der alten Interjection Jo, welche auch in Jodure vorkommt, zusammen gesetzt, und war ehedem die Formel, der Ruf, womit man einen unternommenen oder begangenen Mord verkündigte.
 
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Der Mordkêller, des -s, plur. ut nom. sing. S. Adelung Mordgrube.
 
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* Das Mordkind, des -es, plur. die -er, ein Mörder; ein ungewöhnlich gewordener Ausdruck, der noch 2 Kön. 6, 31, 32 vorkomm.
 
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Mördlich, -er, -ste, adj. et adv. welches in der anständigen Sprechart für mörderisch üblich ist, einem Morde gleich oder ähnlich, in demselben gegründet. Ein jeder habe ein mördlich Waffen in seiner Hand, Ezech. 9, 1, wo es in weiterer jetzt ungewöhnlicher Bedeutung für tödtlich stehet.
   Sie greifen Wittwen mördlich an,
   Opitz Ps. 94. Mördliche Anschläge hegen. Jemanden mördlich anfallen.
 
Artikelverweis Das
Mordmêsser, des -s, plur. ut nom. sing. ein Messer, womit ein Mord begangen worden, oder begangen werden soll.

 

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