Wörterbuchnetz
Grammatisch-Kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Moorgrund bis Moosämmerling (Bd. 3, Sp. 277 bis 278)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Der Moorgrund, des -es, plur. die -gründe, ein mooriger Grund.
 
Artikelverweis 
Moorig, -er, -ste, adj. et adv. aus Moor, d. i. Sumpf, bestehend, Moor enthaltend. Ein mooriger Boden.
 
Artikelverweis 
Der Moormeier, des -s, plur. ut nom. sing. in einigen Niedersächsischen Gegenden, ein Meier, welcher in einem Moore wohnet.
 
Artikelverweis 
Die Moorpflanze, plur. die -n, Pflanzen, welche in moorigen und sumpfigen Gegenden wachsen, und, nachdem sie verfaulet sind, den Torf liefern.
 
Artikelverweis 
Die Moorquappe, plur. die -n, eine Art des Kabeljaues, welche im Dänischen Moerquabbe und Krollquabbe genannt wird; Gadus Mustela L.
 
Artikelverweis 
Die Moorschnèpfe, plur. die -n, eine allgemeine Benennung aller derjenigen Schnepfen, welche sich gewöhnlich in Sümpfen und Mooren aufhalten, und wohin die Doppelschnepfe, Himmelsziege, Haarschnepfe und Riethschnepfe gehören, zum Unterschiede von den Waldschnepfen.
 
Artikelverweis 
Der Moorvogel, des -s, plur. die -vögel. 1) Eine im Niedersächsischen übliche Benennung eines Wasserhuhnes, Fulica L. Engl. Moorhen. S. Adelung Wasserhuhn. 2) Die braune Grasmücke wird von einigen das Moorvögelchen genannt; vielleicht wegen ihrer braunen Farbe. S. 2. Mohr. 3) In andern führet die Mohrmeise diesen Nahmen; S. dieses Wort.
 
Artikelverweis 
Der Mōorvōgt, des -es, plur. die -vögte, in Niedersachsen der Vogt, oder Aufseher eines Torfmoores.
 
Artikelverweis 
Das Moorwasser, des -s, plur. inus. eine Art des Sumpfwassers, welches über einem moorigen oder torfigen Boden stehet, Bruchwasser; zum Unterschiede von dem Moderwasser.
 
Artikelverweis 
Das Moos, des -es, plur. die -e. 1) Eine Art sehr zarten Gewächses mit unkenntlichen Blüthen, welches nicht nur an feuchten schattigen Orten auf der Erde, sondern auch auf alten Bäumen, Holze, Steinen u. s. f. wächst, und sehr weich und wollig anzufühlen ist; Muscus L. Der Plural ist in dieser Bedeutung nur von mehrern Arten üblich. S. Adelung Erdmoos, Lungenmoos, Kelchmoos, Farnmoos, Baummoos, Schirmmoos, Sternmoos, Knotenmoos, Aftermoos u. s. f. Mit Moos bewachsen seyn. 2) Eine mit Moos bewachsene Gegend, im gemeinen Leben mehrerer Provinzen, besonders Oberdeutschlandes. Es wird bey den Jägern ein Boden, welcher mit Moos, filzigem Grase und kurzem Geniste, wie mit einem Pelze bewachsen ist, ein Moos genannt. Besonders ist im Oberdeutschen ein Moor oder Morast sehr häufig unter dem Nahmen des Mooses oder Gemüses bekannt, Schwed. Mossa, Krain. Musga; entweder weil eine solche Gegend gemeiniglich mit Moos bewachsen ist, oder auch unmittelbar mit dem Worte Moos von einem gemeinschaftlichen Stammworte, die weiche nachgebende Beschaffenheit eines solchen Bodens zu bezeichnen. In dieser Bedeutung lautet der Plural auch zuweilen Mooser.
   Der Held saß auf das klein Roß
   Reyt dahin über ein tieff Moos,
   Theuerd. Kap. 41. Die Mooslache ist in eben dieser Mundart ein Sumpf, eine Pfütze.
   Anm. In der ersten Bedeutung auch Mies, Myes, Miesch, bey dem Stryker Mos, im Angels. Meos, im Engl. Moss, im Franz. Mousse, im Dän. Moos, im Schwed. Mosta, im Isländ. Mosa, im Lat. Muscus, im mittlern Lat.

[Bd. 3, Sp. 278]


Mussa, Mussum, Mussus, im Böhm. und Pohln. Mech, im Wallis. Musogl, und selbst im Arab. Mose. Es gehöret mit Muß, Gemüse, Maß für Matte, zu dem Geschlechte der Wörter Meor, Morast, mürbe u. s. f. weil die Verwechselung des r und s in allen Sprachen nichts seltenes ist, und druckt die unterscheidende weiche Beschaffenheit dieses Gewächses aus. Im Ital. ist mizzo, mezzo, mürbe, morsch, im Engl. moist, Franz. moite, feucht, und im Schwed. wird der Regen, so fern er das Land befeuchtet, Must genannt; S. Adelung Mist. Es ist, selbst im Hochdeutschen, oft männlichen Geschlechtes, der Moos.
 
Artikelverweis 
Der Moosämmerling, des -es, plur. die -e, in einigen Gegenden ein Nahme des Rohrsperlinges, weil er sich gerne in Moosen, d. i. Morästen, aufzuhalten pflegt. S. Adelung Moos 2.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: