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Moor bis Moorig (Bd. 3, Sp. 276 bis 277)
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Artikelverweis Das Moor, des -es, plur. die -e, in einigen Gegenden die Möre, ein sumpfiges, morastiges Land, von einem schwarzen Boden, dergleichen dasjenige ist, woraus Torf gegraben wird. Ein wildes Moor, ein unzugängliches Moor von großem Umfange. Hochmoor, in Niedersachsen, ein hochgelegenes Moor, dessen Oberfläche nichts als Heide oder geringes Strauchwerk träget, zum Unterschiede von einem Leegmoore, d. i. niedrigen Moore.
   Anm. Im Oberd. Mur, Gemor, Gemörig, im Nieders. Moor, ehedem Moorine, im Angels. Mere, im Isländ. Myra, im Engl. Mere, Moor, im mittlern Lat. Morus, Mora, im Schwed. Mor. Es ist mit Morast, Marsch, Moder und andern ähnlichen Wörtern Eines Geschlechtes, und druckt entweder die dunkle Beschaffenheit des Bodens aus, so daß es zunächst zu 2. Mohr gehören würde; oder es bezeichnet zunächst die weiche, sumpfige, feuchte Beschaffenheit, da denn Meer und mürbe, Nieders. mör, den nächsten Anspruch auf dessen Verwandtschaft machen können. Da das doppelte oo den langen Gebrauch für sich hat, auch in den Mundarten gegründet ist, so behält man es billig bey, zumahl da es nebenbey mit zum Unterschiede von Mohr dienen kann. Ein anderes gleich klingendes Wort, welches aber von einem andern Stamme ist, ist das Elsassische und Schweizerische die Mohr, eine Sau.
 
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Der Mooraal, des -es, plur. die -e, ein Aal aus moorigem oder sumpfigen Wasser, welcher gemeiniglich brauner von Farbe ist, als der Flußaal.
 
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Die Mooränte, plur. die -n, eine kleine bunte Art wilder Änten, mit gelben Füßen und einem gelben ausgezackten Schnabel, welcher wie eine Schwalbe über dem Wasser fliegt, und die Fliegen wegfängt; Anas muscaria L. Fliegenänte, Mackänte, Mückänte, Langkragen. Vermuthlich weil sie sich gern in moorigen, sumpfigen Gegenden aufhält.
 
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Die Moorbêêre, plur. die -n. 1) S. Adelung Heidelbeere. 2) In einigen Gegenden wird auch die Mehl- oder Preußelsbeere, Arbutus uva vrsi L. Moorbeere genannt; von dem Nieders. mör, mürbe.
 
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Der Moordamm, des -es, plur. die -dämme, ein durch ein Moor geführter Damm.
 
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Der Moordeich, des -es, plur. die -e, ein gegen ein Moor und dessen Überschwemmung aufgeführter Deich.
 
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Die Moorêrde, plur. von mehrern Arten, die -n, eine schwarze Erdart, welche aus dem Wasser niedergeschlagen worden, aus verschiedenen Erdarten, Pflanzen und Thiertheilen bestehet, welche in eine schnelle Fäulniß gegangen sind, und häufig in Morästen, Sümpfen und Mooren, ingleichen an solchen Orten, wo ehemahls Moore waren, angetroffen wird.

[Bd. 3, Sp. 277]



 
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Der Moorfahrer, des -s, plur. ut nom. sing. in und um Bremen, ein Schiffer, welcher den Torf aus dem Moore die Weser herauf nach der Stadt führet.
 
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Das Moorgras, des -es, plur. inus. eine Art Riethgrases, welches in den Mooren und Sümpfen wächset; Carex cespitosa L.
 
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Der Moorgrund, des -es, plur. die -gründe, ein mooriger Grund.
 
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Moorig, -er, -ste, adj. et adv. aus Moor, d. i. Sumpf, bestehend, Moor enthaltend. Ein mooriger Boden.

 

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