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Mōndsbrche bis Mondviole (Bd. 3, Sp. 273 bis 274)
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Artikelverweis Die Mōndsbrche, sing. inus. im gemeinen Leben, die Veränderungen des scheinbaren Lichtes des Mondes, die stufenweise Zu- und Abnahme seines Lichtes; die Mondeswandelung. Von dem veralteten Bruch, Veränderung, oder auch der Glanz, Schein, und brechen, sich brechen, sich ändern, ingleichen glänzen, S. Adelung Brechen I.
 
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Die Mondscheibe, oder Mondsscheibe, plur. die -n, die Hälfte der Oberfläche des Mondes, so wie sie sich dem Auge als eine ebene Scheibe darstellet.
 
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Der Mondschein, des -es, plur. die -e. 1) Der Schein des Mondes, dessen Zustand, da er uns andere Körper sichtbar macht, ohne Plural; das Mondlicht. Wir haben diese Nacht Mondschein. 2) Bey den Kunstdrechslern ist der Mondschein oder das Baucheisen ein Drehstahl mit einer zirkelförmigen Schneide, bauchige Sachen damit auszudrehen; eine Benennung, welche wohl einen andern Grund haben muß, als eine Figur, welche sehr ungereimt und unnatürlich seyn würde. Vielleicht ist die letzte Hälfte aus Schiene verderbt, und die erste von mahnen, als das Frequentativum von mähen, bewegen, drehen u. s. f. gebildet. Vielleicht ist es auch ein fremdes Wort, obgleich das Ital. mancino, link, hier nicht in Betrachtung zu kommen scheinet.

[Bd. 3, Sp. 274]



 
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Der Mondstein, des -es, plur. inus. ein Nahme, welchen des Fraueneis oder der Spiegelstein in einigen Gegenden führet. Wenn er nicht schon bey den Galen Selenites und Aphroselenites hieße, von welchem Worte der Deutsche Nahme nur eine Übersetzung ist, so könnte man glauben, daß er den Nahmen seinen hellen durchsichtigen weißen Blättern, in welche er sich spalten lässet, zu danken habe, von man, mon, hell, glänzend, S. Adelung Mond, Anm.
 
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Mondsüchtig, -er, -ste, adj. et adv. eigentlich, mit einer Krankheit behaftet, welche in ihren Anfällen von der Ab- und Zunahme des Mondes abhänget. Im engern und gewöhnlichsten Verstande nennt man nur diejenigen Personen mondsüchtig, welche des Nachts im Schlafe aufstehen, und allerley, oft sehr gefährliche Verrichtungen vornehmen, deren sie sich nach ihrem Erwachen gar nicht mehr bewußt sind, dergleichen Personen man auch Nachtwanderer, Nachtgänger, zu nennen pflegt. Ihre Krankheit richtet sich gemeiniglich nach der Mondswandelung, und ist um die Zeit des Vollmondes am heftigsten. Im Tatian manodichh, in den Monseeischen Glossen manod fallon, bey den spätern Schriftstellern mondisch, in dem 1523 zu Basel gedruckten neuen Testamente mönig, (S. Adelung Mönig,) lünig, Lat. lunaticus. Daher die Mondsüchtigkeit, diese Krankheit selbst, auch die Mondsucht.
 
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Die Mondsuhr, Mondenuhr, oder Monduhr, plur. die -en, eine Uhr, welche die Stunden in der Nacht vermittelst des Schattens des Mondes, so wie die Sonnenuhr durch den Schatten der Sonne, andeutet.
 
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Die Mondswandelung, plur. die -en, die periodische Ab- und Zunahme des scheinbaren Lichtes des Mondes; die Mondsbrüche, der Mondwechsel.
 
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Der Mondtag, S. Adelung Montag.
 
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Die Mondtaube, plur. die -n, eine Art Haustauben, welche stärker als die Feldtauben sind und Büschel auf den Köpfen haben. Sie legen und brüten im Sommer alle Monden oder Monathe, daher sie auch den Nahmen zu haben scheinen, und bey andern Monathstauben heißen. Wegen ihrer einer Trommel ähnlichen Stimme werden sie auch Trommeltauben genannt.
 
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Die Mondur, S. Adelung Montur.
 
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Die Mondviole, plur. die -n, eine Art Violen oder Veilchen, welche ihren Samen in Schötchen bringt; Lunaria L. Sie wohnt in Deutschland und in den mitternächtigen Ländern, und blühet den Sommer hindurch alle Monden oder Monathe.

 

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