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Mondkalb bis Mondstein (Bd. 3, Sp. 272 bis 274)
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Artikelverweis Das Mondkalb, S. Adelung Monkalb.
 
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Das Mondkraut, des -es, plur. inus. S. Adelung Mondraute.
 
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Das Mondlicht, oder Mondenlicht, des -es, plur. inus. das Licht oder der Schein des Mondes. Es ist diese Nacht Mondlicht, der Mond scheinet; wo es als ein Nebenwort zu stehen scheinet. Wir haben diese Nacht Mondlicht. Bis das Mondlicht schimmert, Götting. Mus. Alm. 1776.

[Bd. 3, Sp. 273]



 
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Das Mōndlóch, des -es, plur. die -lcher, in der Schweiz, ein Nahme derjenigen Höhlen in den Bergen, in welchen die Mondmilch gefunden wird.
 
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Die Mondmilch, plur. inus. im Bergbaue und in der Mineralogie, eine leichte, weiße, schwammige und zerbrechliche kalkartige Erde, welche an der Zunge klebt und einen süßlichen Geschmack hat; Lac Lunae, Morochtus, in Steyermark weiße Schmilben. Man findet sie von mancherley Farben, gemeiniglich aber von weißer, wovon auch die letzte Hälfte ihres Nahmens entstanden zu seyn scheinet. Die erste Hälfte ist dunkel. Einige leiten ihn daher, weil man sie ehedem vornehmlich in dem Moonloche auf dem Pilatusberge gefunden habe. Allein in der Schweiz ist Mondloch eine allgemeine Benennung aller derjenigen Höhlen, in welchen dieses Mineral gefunden wird, welches übrigens in allen kalkartigen Gegenden angetroffen wird. Vielleicht stammet Mond hier von mank, mangelhaft, unecht ab, da denn der Nahme so viel als falsche, unechte Milch bedeuten würde, weil die weiße und gemeinste Erde dieser Art, wenn sie flüssig ist, der Milch ähnlich genug siehet, S. 2. Mönch; oder auch von mahnen, monen, scheinen, glänzen, wegen ihrer oft blendenden Weiße, S. Adelung Mond, Anm. und Monkalb.
 
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Die Mondraute, plur. inus. eine Pflanze; Osmunda Lunaria L. Mondkraut, Eisenbrech. Sie hat den Nahmen vermuthlich von den Blättchen des gefiederten Blattes, welche einander gegen über stehen und die Gestalt eines halben Mondes haben; obgleich andere vorgeben, daß sie bey zunehmendem Monde alle Tage ein Blatt bekomme, bey abnehmendem Monde aber täglich eines verliere. Sie wächset auf den Weiden und an erhabenen Orten, blühet im May und Junius, und verschwindet sodann plötzlich. Ein anderes Gewächs, welches in den Gärten unter dem Nahmen des Griechischen Mondkrautes oder Silberblättchens bekannt ist, und Schoten träget, hat den Nahmen vermuthlich von dem silberfarbenen Glanze, von welchem das Innere seiner Schoten schimmert, von man, hell, glänzend, S. Adelung Mond Anm.
 
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Der Mondsamen, des -s, plur. inus. eine schlingende Pflanze, wie der Epheu, welche in Ostindien und Nord-Amerika wächset; Menispermum L. Mondsamenkraut, Canadischer, Virginischer, Carolinischer Epheu. Sie hat den Nahmen vermuthlich von dem einem halben Monde ähnlichen Samen.
 
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Die Mōndsbrche, sing. inus. im gemeinen Leben, die Veränderungen des scheinbaren Lichtes des Mondes, die stufenweise Zu- und Abnahme seines Lichtes; die Mondeswandelung. Von dem veralteten Bruch, Veränderung, oder auch der Glanz, Schein, und brechen, sich brechen, sich ändern, ingleichen glänzen, S. Adelung Brechen I.
 
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Die Mondscheibe, oder Mondsscheibe, plur. die -n, die Hälfte der Oberfläche des Mondes, so wie sie sich dem Auge als eine ebene Scheibe darstellet.
 
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Der Mondschein, des -es, plur. die -e. 1) Der Schein des Mondes, dessen Zustand, da er uns andere Körper sichtbar macht, ohne Plural; das Mondlicht. Wir haben diese Nacht Mondschein. 2) Bey den Kunstdrechslern ist der Mondschein oder das Baucheisen ein Drehstahl mit einer zirkelförmigen Schneide, bauchige Sachen damit auszudrehen; eine Benennung, welche wohl einen andern Grund haben muß, als eine Figur, welche sehr ungereimt und unnatürlich seyn würde. Vielleicht ist die letzte Hälfte aus Schiene verderbt, und die erste von mahnen, als das Frequentativum von mähen, bewegen, drehen u. s. f. gebildet. Vielleicht ist es auch ein fremdes Wort, obgleich das Ital. mancino, link, hier nicht in Betrachtung zu kommen scheinet.

[Bd. 3, Sp. 274]



 
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Der Mondstein, des -es, plur. inus. ein Nahme, welchen des Fraueneis oder der Spiegelstein in einigen Gegenden führet. Wenn er nicht schon bey den Galen Selenites und Aphroselenites hieße, von welchem Worte der Deutsche Nahme nur eine Übersetzung ist, so könnte man glauben, daß er den Nahmen seinen hellen durchsichtigen weißen Blättern, in welche er sich spalten lässet, zu danken habe, von man, mon, hell, glänzend, S. Adelung Mond, Anm.

 

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