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Monathstaube bis Mönchschlag (Bd. 3, Sp. 267 bis 269)
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Artikelverweis Die Monathstaube, plur. die -n, eine Benennung der gemeinen Feld- oder Flugtauben, weil sie mehrere Monathe hinter einander Junge brüten. Von einer andern Art, welche auch Mondtauben heißen, S. das letztere Wort.
 
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Die Monathsuhr, plur. die -en, eine Uhr, welche nur alle Monathe Ein Mahl aufgezogen werden darf. Zuweilen, obgleich seltener, auch eine Uhr, welche den jedesmahligen Monathstag zeiget.
 
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1. Der Mönch, des -es, plur. die -e, ein Wort, welches nur in verschiedenen Fällen des gemeinen Lebens üblich ist, theils eine Art von Säule, eine verlängerte Spitze, ein hervor ragendes Ding, theils aber auch ein Werkzeug zum Stoßen oder Schlagen zu bezeichnen. So heißt die senkrechte Spindel an einer Wendeltreppe, um welche sich dieselbe drehet, bey einigen der Mönch im Niedersächsischen aber ohne Nasenlaut und mit einer Ableitungssylbe der Mäkeler. Auch diejenige Spindel auf dem Gipfel eines Thurmes oder andern Gebäudes, welche den Kopf träget, wird in einigen Gegenden der Mönch, im Nieders. aber gleichfalls der Mäkeler genannt, welchen letztern Nahmen in Niedersachsen auch diejenige Säule oder Spindel führet, worauf eine Windmühle ruhet. Im Hüttenbaue ist der Mönch, der Stämpel, womit die Kapellen in die Ringe oder Nonnen fest gestoßen werden. An einem Hohlwerke, einer größten Theils veralteten Art die Dächer mit Hohlziegeln zu decken, heißt derjenige Ziegel, welcher mit auswärts gekehrter erhabener Seite auf zwey Hohlziegel geleget wird, der Mönch, dagegen diese Nonnen genannt werden. In dem Teich- und Wasserbaue ist der Mönch oder Wassermönch der in die Höhe gerichtete Spund oder Zapfen in dem Ablasse eines Teiches, welcher auch der Schutzkolben und Schlägel genannt wird, und den Teich zu- oder abzuschützen dienet; daher auch wohl der ganze Ablaß mit der dazu gehörigen Rinne durch den Damm, in deren Öffnung der Kolben passet, der Mönch genannt wird. In Bremen heißt die kleine Pumpe in den Häusern, zum Behufe des durch die Stadt geleiteten Röhrwasser, eine Micke, welches Wort bloß in dem Geschlechte und durch den Mangel des Nasenlautes von Mönch unterschieden ist.
   Anm. Fast alle Wortforscher sehen dieses Wort als eine bloße Figur von dem folgenden dritten Mönch, Monachus, an, in welcher Meinung sie noch dadurch bestärket werden, daß der zu einem Mönche gehörige andere, gemeiniglich hohle Theil, in manchen Fällen den Nahmen einer Nonne führet, S. dieses Wort. Allein dergleichen weit hergehohlte Figuren streiten wider die Analogie nicht nur der Deutschen, sondern aller übrigen Sprachen.

[Bd. 3, Sp. 268]


Die Ähnlichkeit dieses und des folgenden Wortes mit Mönch, Monachus, ist bloß zufällig. Das n vor dem Hauche ist der bloße Nasenlaut, wie unter andern auch aus den oben angeführten gleichbedeutenden Niederdeutschen Wörtern erhellet. Unser Mönch scheinet also, so fern es etwas Erhabenes bedeutet, zu Macht, manch, groß, viel, magnus, michel, μεγας, meh oder mehr, und andern dieses Geschlechtes zu gehören. Im Schwed. ist Manke der erhabene Theil des Halses an den Lastthieren, die Mähne, der Kamm. Indessen scheinet in einigen der angeführten Fälle auch der Begriff des Schlagens und Stoßens mit in Betrachtung zu kommen, da es denn zu unserm Mange und Handgemenge und dem Schweizerischen mangle, streiten, kämpfen, gehören würde. Im Schwed. ist Manga ein Mauerbrecher und Mangel ein Gefecht. Das Holländ. Moker bedeutet einen Schmiedehammer, und im Niedersächsischen heißt der Strauß- oder Kämpfhahn Mönnick. In eben dieser Mundart wird ein Schilderhäuschen Monnik und Monk genannt, welches aber wieder zu einem andern Stamme zu gehören scheinet; vielleicht mit eingeschaltetem Nasenlaute zu Mach, Gemach, Schwed. Mak. Ob das Wort Mönch in der alten Oberdeutschen Redensart, einem den Mönch stechen, d. i. ihm die Faust zeigen, so daß dabey der Daumen stehe, welche mit der R. A. einem die Feigen weisen gleichbeudeutend ist, auch zu einem der vorigen Fälle gehöre wage ich nicht zu entscheiden. Mönch, Monachus, scheint wenigstens keinen Anspruch darauf zu haben.
 
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2. Der Mönch, des -es, plur. die -e, ein gleichfalls nur in einigen Gegenden übliches Wort, ein geschnittenes Thier, besonders aber ein geschnittenes Pferd, einen Wallach zu bezeichnen, in welchen Gegenden denn auch das Zeitwort mönchen oder münchen für castriren, verschneiden, Ital. monacare, üblich ist.
   Anm. Auch dieses Wort ist bisher als eine Figur des folgenden angesehen worden, und zwar auf eine so gezwungene und seltsame Art, als das vorige. Es gehöret ohne Zweifel zu dem noch im Niederdeutschen üblichen mank, mangelhaft, gebrechlich, Latein. mancus, und unserm Hochdeutschen Mangel, und mit denselben zu dem veralteten mein, falsch, mangelhaft, min, klein, wenig, in minder, dem Latein. Mendum und andern dieses Geschlechtes, oder vielleicht noch näher zu mähen, schneiden, von welchem Worte auch Meids, und mit Verstärkung des Hauchlautes auch Maget, ehedem einen Castraten bedeuteten, von welchem sich unser Mönch nur durch den Mangel der Ableitungssylbe und Einschiebung des Nasenlautes unterscheidet. S. Adelung Mähen. Auf diese Art müssen auch manche eigenthümliche Nahmen der Örter, welche sich mit Mönch oder Münch anfangen, erkläret werden, wenigstens solche, von welchen erweislich ist, daß sie nie Klöster gehabt, oder Klöstern zuständig gewesen. Das Zeitwort manken, minken, kommt in den mittlern Zeiten für verstümmeln, vermindern u. s. f. mehrmahls vor. Aus diesem Grunde führen einige Gegenden der Insel Rügen den Nahmen Mönchgut, Nieders. Mönkgodt, nicht weil sie Mönchen zugehöret, sondern weil sie in einer heftigen Überschwemmung von dem festen Lande abgerissen worden. Siehe Mönchsbogen, Mondmilch und Monkalb.
 
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3. Der Mönch, des -es, (Oberd. des -en,) plur. die -e, eine gottesdienstliche Person männlichen Geschlechtes, welche sich nach dem Lehrbegriffe verschiedener Religionen in Verbindung und Gemeinschaft mit andern dem ehelosen Stande widmet. 1. Eigentlich, wo überhaupt, besonders in der Römischen und Griechischen Kirche, alle auf solche Art in Gemeinschaft lebende ehelose Personen, welche sich über dieß gemeiniglich noch zu dem Gelübde der Armuth und des Gehorsams gegen ihre Obern verbinden müssen, Mönche genannt werden; ein Ordensgeistlicher, Ordensmann. Im engsten Verstande werden theils die so genannten Brüder oder

[Bd. 3, Sp. 269]


Klosterbrüder, welche die niedrigen häuslichen Geschäfte in den Klöstern verrichten, theils auch die Weltgeistlichen oder Canonici regulares, wenn sie gleich in Gemeinschaft leben, und das Gelübde der Keuschkeit auf sich haben, von dem Nahmen der Mönche ausgeschlossen. Eine solche Person weiblichen Geschlechtes führet den Nahmen einer Nonne. 2. Figürlich, werden im gemeinen Leben verschiedene Arten von Thieren, welche einen einer Mönchsplatte ähnlichen Scheitel von anderer Farbe haben, Mönche genannt. Dergleichen sind, 1) der Kuttengeyer oder Geyerkönig, Vultur Monachus Kein. wegen seines kahlen, einer geschornen Glatze ähnlichen Fleckes auf dem Kopfe. 2) Eine Art Grasmücken, welche Klein zu den Brustwenzeln rechnet, und wovon die eine Art eine schwarze, die andere aber eine röthliche Platte auf dem Kopfe hat. Die erste Art wird auch Grasspatz, Schwarzkopf und Mohrenkopf genannt; Sylvia atricapilla Klein. Motacilla atricapilla L. Die zweyte Art mit der röthlichen Platte ist auch unter dem Nahmen des Cardinals oder Cardinälchens bekannt; Motacilla rubricapilla L. 3) Eine Art Meisen mit einem schwarzen Kopfe, weißen Schläfen und grauem Rücken; Parus fuscus palustris, atricapillus Klein. Parus palustris L. Sie wird auch Mönchmeise, Meisenkönig, Aschmeise, Graumeise, Mohrmeise, Kothmeise u. s. f. genannt; S. Adelung Aschmeise. 4) Eine Art Hayfische, welche die Größe eines Menschen erreicht und auch Meerengel, ingleichen Engelfisch genannt wird; Squalus Squatina L. S. Engelfisch. 5) An einigen Orten führet der Hohlkreisel diesen Nahmen, S. dieses Wort.
   Anm. In der ersten eigentlichen Bedeutung bey dem Kero Municho, bey dem Notker Municha, in den gemeinen Oberdeutschen Mundarten noch jetzt Münch, im Niederdeutschen Monnik, Monnk, Munk, im Engl. Monk, im Dän. Munk, im Angels. Munuc, im Wallis. Mynach, im Schwed. Munk, im Isländ. Munkur, im Span. Monge; alle aus dem Griech. und Latein. Monachus, von μονος, allein, indem in den ersten Zeiten der christlichen Kirche nur allein die Einsiedler den Nahmen der Mönche führeten, welcher hernach auf alle Ordensgeistliche und in den mittlern Zeiten auch wohl auf die Canonicos und in Gemeinschaft lebenden Weltgeistlichen ausgedehnet wurde. Das Griech. μονος, aus welchem dieses Wort zusammen gesetzet ist, ist mit dem Nieders. man, Holländ. men, nur und unserm min, in minder, genau verwandt.
 
Artikelverweis 
Mönchen, verb. reg. act. castriren, verschneiden, S. 2. Mönch.
 
Artikelverweis 
Die Möncherey, plur. inus. das Mönchsleben, im verächtlichen Verstande.
 
Artikelverweis 
Mönchisch, adj. et adv. einem Mönche ähnlich, in dem Mönchsstande und dessen Denkungsart gegründet.
 
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Die Mönchmeise, plur. die -n, eine Art Meisen, siehe 3. Mönch 2. 3).
 
Artikelverweis 
Der Mönchsbogen, des -s, plur. ut nom. sing. bey den Buchdruckern, fehlerhaft, abgedruckte Bogen, wenn eine oder mehrere Columnen mit dem Ballen nicht getroffen worden. Wohl nicht von Mönch, Monachus, sondern ohne Zweifel von dem noch im Niedersächsischen üblichen mank, fehlerhaft, mangelhaft, Lat. mancus, S. 2. Mönch und das folgende.
 
Artikelverweis 
Der Mönchschlag, des -es, plur. die -schläge, eben daselbst, ein mißrathener Schlag mit dem Ballen, d. i. wenn die Farbe aus Versehen nicht überall gleich stark mit dem Ballen aufgetragen worden; mit dem vorigen Worte aus Einer Quelle.

 

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