Wörterbuchnetz
Grammatisch-Kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Monárch bis Monathsring (Bd. 3, Sp. 265 bis 267)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Der Monárch, des -en, plur. die -en, Fämin. die Monarchinn, aus dem Griech. und Latein. Monarcha, μοναρχων, von μονος, allein, und αρχειν, regieren, der Beherrscher einer Monarchie, so wohl im engern, als im weitern Verstande, in welchem letztern man oft alle Könige und Kaiser, auch wenn ihre Gewalt auf mancherley Art eingeschränket ist, Monarchen, und solche weibliche regierende Personen (nicht aber die bloßen Gemahlinnen der Monarchen) Monarchinnen zu nennen pflegt. Siehe Selbstherrscher. In den mittlern Zeiten wurden die Wörter Monarch und Monarchie gar sehr gemißbraucht, indem sich auch Bischöfe und Grafen Monarchen nennen ließen, und sogar die Gerichtbarkeit und der Gerichtsbezirk eines Abtes, unter dem Nahmen einer Monarchie vorkommt.
 
Artikelverweis 
Die Monarchīe, (dreysylbig,) plur. die -n, (viersylbig,) aus dem Griech. und Latein. Monarchia. 1) Diejenige Regierungsform eines Reiches, nach welcher die oberste Gewalt nur einer einzigen Person anvertrauet ist, zum Unterschiede von der Aristokratie und Demokratie; ohne Plural. Schwed. Enwälde, Alleingewalt, im Angels. Anuuald. Noch häufiger aber, 2) ein Reich, in welchem die oberste Gewalt einem einzigen aufgetragen ist; zum Unterschiede von einer Republik. Eigentlich und im engsten Verstande, wenn dieser einzige in deren Ausübung unumschränkt, d. i. auf keine merkliche Art eingeschränkt ist; in welchem Verstande nur Frankreich, Spanien, Dänemark, die Portugiesischen Staaten und noch einige andere Reiche Monarchien sind. In weiterer Bedeutung aber werden auch solche Reiche, in welchem die von einem einzigen bekleidete oberste Gewalt auf mancherley Art eingeschränket ist, wie das ehemahlige Pohlen, vor kurzem noch Schweden, Großbritannien u. s. f. Monarchien genannt.
 
Artikelverweis 
Monárchisch, adj. et adv. einem Monarchen, oder einer Monarchie ähnlich, in des Monarchen ungetheilten und uneingeschränkten Gewalt gegründet. Die monarchische Regierungsform, im Gegensatze der republikanischen.
 
Artikelverweis 
Der Mōnath, des -es, plur. die -e, die Zeit von einem Neumonde zum andern, welche eigentlich 29 Tage 12 Stunden und 44 Minuten enthält, welcher Zeitraum der natürliche oder astronomische Monath genannt wird, zum Unterschiede von dem bürgerlichen oder politischen, wo bald 30 bald 31 Tage auf einen

[Bd. 3, Sp. 266]


Monath gerechnet werden, da denn ein Jahr zwölf Monathe enthält. In manchen Fällen des gemeinen Lebens pflegt man auch eine Zeit von 4 Wochen oder 28 Tagen einen Monath zu nennen, da denn 13 solcher Monathe auf ein Jahr gehen. Der Mondenmonathen oder leere Monath, in der Chronologie, die Zeit, in welcher der Mond den ganzen Thierkreis durchläuft, und welche aus 29 Tagen bestehet, zum Unterschiede von dem Sonnenmonathe oder derjenige Zeit, in welcher die Sonne den zwölften Theil des Thierkreises zurück leget; von welcher letztern Art unsere gewöhnlichen Monathe sind, ob sie sich gleich nicht mit dem Eintritte der Sonne in die himmlischen Zeichen anfangen. Drey, vier Monathe. In Monaths Frist, in Zeit von einem Monathe. Innerhalb Eines Monathes.
   Anm. Bey dem Raban Maurus im 8ten Jahrhunderte Manoth, bey dem Ottfried und Tatian Manod, bey dem Ulphilas Menath, im Angels. Monath, im Engl. Month, im Dänischen Maaned, im Holländ. Maend, im Nieders. Maand, Maant, im Schwed. Månad, im Isländ. Manadur. Die verkürzte Niederdeutsche Form war auch lange in dem Hoch- und Oberdeutschen Mond üblich, welches in der Deutschen Bibel noch so oft für Monath vorkommt, außer der dichterischen Schreibart aber in dieser Bedeutung veraltet ist; S. Adelung Mond. Im Oberdeutschen ist Monath ungewissen Geschlechtes, das Monath. Es stammet von Mond, Luna, im Oberdeutschen nur Man, Mon, her, woraus vermittelst der Ableitungssylbe ath, oth, (Zierath, Heimath, das alte Heilath, Heil, Heirath,) wofür in andern Wörtern de oder auch nur ein bloßes d stehet, (Zierde, Heimde, das alte Heilde, Magd, bey den Franken Magad und Gothen Magath, und hundert andere mehr,) Manoth, Monath, und zusammen gezogen Mand, Mond entstanden. Hieraus erhellet zugleich, daß das th, für welches einige ein bloßes r einführen wollen, mehr Grund für sich habe, als dieses, des langen Gebrauches von undenklichen Zeiten her zu geschweigen. Das Latein. Mensis unterscheidet sich von unserm Monath nur in der Ableitungssylbe, so wie das Griech. μν gar keine Ableitungssylbe hat; S. Mond.
 
Artikelverweis 
Die Monathblume, oder Monathsblume, plur. die -n, ein Nahme verschiedener Gewächse, welche alle Monathe, oder das ganze Jahr hindurch blühen. 1) Der Maßlieben, oder Gänseblumen, Bellis L. 2) Einer andern Pflanze, Menyanthes L. wovon die eine Art, welche der Seerose gleichet, Menyanthes Nymphoides, in den Wassergräben der Niederlande und Preußens wächset, eine andere in Ostindien einheimisch ist, Menyanthes Indica L. und die dritte unter dem Nahmen des Biberklees am bekanntesten ist.
 
Artikelverweis 
Monathlich, adj. et adv. was alle Monathe ist oder geschiehet. Monathlich bezahlen. Der monathliche Gehalt. Die monathliche Reinigung des andern Geschlechtes, S. das folgende.
 
Artikelverweis 
Der Mōnathsflúß, des -sses, plur. die -flüsse, der monathliche Abfluß des Blutes durch die Mutterscheide bey dem andern Geschlechte, welcher auch die monathliche Reinigung, die monathliche Zeit u. s. f. genannt wird, im gemeinen Leben aber bald die Zeit schlechthin, die Rechnung, in Schwaben die Recht, heißt, bald andere seltsame Nahmen bekommt. Im Osnabrück. heißt er der rothe Hund, in Preußen und sogar bey den Malabaren der rothe Friesel, in den niedrigen Sprecharten anderer Gegenden aber der rothe König.
 
Artikelverweis 
Das Monathsgêld, des -es, plur. die -er, Geld, welches monathlich bezahlet wird, besonders Gold, welcher alle Monathe entrichtet wird; der Monathssold.
 
Artikelverweis 
Der Mōnathsradīeß, des -es, plur. die -e, eine Art Radieße, welche den ganzen Sommer hindurch alle Monathe gesäet werden können.

[Bd. 3, Sp. 267]



 
Artikelverweis 
Der Monathsrêttig, des -es, plur. die -e, eine Art kleiner weißer runder Rettige, welche gleichfalls den ganzen Sommer hindurch gesäet werden können, und auch Raphanellen heißen.
 
Artikelverweis 
Der Monathsring, des -es, plur. die -e, siehe Monathsstein.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: