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Molkendieb bis Monárchisch (Bd. 3, Sp. 264 bis 265)
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Artikelverweis Der Molkendieb, des -es, plur. die -e, im gemeinen Leben einiger Gegenden, ein Nahme aller Schmetterlinge, weil sie der Milch nachgehen sollen; von Molken, so fern es Milch überhaupt bedeutet. An andern Orten heißen sie Molkenteller, Milchdiebe, Buttervögel, S. Adelung Butterfliege.
 
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Das Mólkenfáß, des -sses, plur. die -fässer, in der Landwirthschaft, ein weites hölzernes Gefäß, worüber der Quarkkorb gesetzet wird, damit die Molken aus dem Quarksacke darein ablaufen können.
 
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Molkig, -er, -ste, adj. et adv. Molken enthaltend; ingleichen den Molken ähnlich.
 
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Molm, Molmig, S. Adelung Mulmu. s. f.
 
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Molsch, -er, -este, adj. et adv. ein in einigen Gegenden, besonders Ober- und Niedersachsens, übliches Wort, welches eigentlich weich bedeutet, aber vornehmlich von den Äpfeln, Birnen, Mispeln, und andern Arten des Obstes gebraucht wird, wenn sie in den ersten Grad der Fäulniß übergehen. In einigen Gegenden mulsch. Es ist mit milde, schmelzen, dem Oberdeutschen Schmolle, Brotkrume, unserm morsch, mürbe, und dem Lat. mollis, genau verwandt. In Baiern wird molled von allen

[Bd. 3, Sp. 265]


weichen Dingen gebraucht; mollede Hände. Das Schwed. mjäll, das Engl. mellow, und Griech. μαλος, bedeuten gleichfalls weich und milde. Noch näher gehöret hierher das Angels. molsnian, faulen, das Holländ. Molsem, Fäulniß, das Schwed. multen, faul, multna, faulen, Engl. to moulder, Niederl. molen, und das mittlere Lat. Mulea, eine weiche Sache.
 
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Die Moltebêêre, oder Multebêêre, plur. inus. der nordische Nahme eines nur in den mitternächtigen Ländern einheimischen Strauches, welcher nach dem Linnee zu den Hindbeeren gehöret, und in den Sümpfen und torfigen Gegenden Schwedens, Norwegens und Preußens wächset; Rubus Chamaemorus L. Die Beere gleicht der Brombeere, nur daß sie auf der einen Seite citronengelb und auf der andern ponceau-roth aussiehet. In Preußen wird sie Pautkenbeere genannt. S. auch Kratzbeere. Der nordische Nahme Moltebeere scheinet von dem Schwed. multen, faul, weich, abzustammen, und den Aufenthalt des Gewächses in Sümpfen und Mooren zu bezeichnen. S. Molsch.
 
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Der Molton, S. Adelung Multon.
 
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Die Monāde, plur. die -n, ein aus dem Griechischen μονας, - αδος, eine Einheit, entlehntes Kunstwort der neuern Philosophen von Leibnitzens Zeiten an, die ganz einfachen und untheilbaren Bestandtheile der Körper zu bezeichnen, welche die ältern Philosophen, deren Begriff von denselben doch verschieden war, Atomen, Elemente nannten.
 
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Der Monárch, des -en, plur. die -en, Fämin. die Monarchinn, aus dem Griech. und Latein. Monarcha, μοναρχων, von μονος, allein, und αρχειν, regieren, der Beherrscher einer Monarchie, so wohl im engern, als im weitern Verstande, in welchem letztern man oft alle Könige und Kaiser, auch wenn ihre Gewalt auf mancherley Art eingeschränket ist, Monarchen, und solche weibliche regierende Personen (nicht aber die bloßen Gemahlinnen der Monarchen) Monarchinnen zu nennen pflegt. Siehe Selbstherrscher. In den mittlern Zeiten wurden die Wörter Monarch und Monarchie gar sehr gemißbraucht, indem sich auch Bischöfe und Grafen Monarchen nennen ließen, und sogar die Gerichtbarkeit und der Gerichtsbezirk eines Abtes, unter dem Nahmen einer Monarchie vorkommt.
 
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Die Monarchīe, (dreysylbig,) plur. die -n, (viersylbig,) aus dem Griech. und Latein. Monarchia. 1) Diejenige Regierungsform eines Reiches, nach welcher die oberste Gewalt nur einer einzigen Person anvertrauet ist, zum Unterschiede von der Aristokratie und Demokratie; ohne Plural. Schwed. Enwälde, Alleingewalt, im Angels. Anuuald. Noch häufiger aber, 2) ein Reich, in welchem die oberste Gewalt einem einzigen aufgetragen ist; zum Unterschiede von einer Republik. Eigentlich und im engsten Verstande, wenn dieser einzige in deren Ausübung unumschränkt, d. i. auf keine merkliche Art eingeschränkt ist; in welchem Verstande nur Frankreich, Spanien, Dänemark, die Portugiesischen Staaten und noch einige andere Reiche Monarchien sind. In weiterer Bedeutung aber werden auch solche Reiche, in welchem die von einem einzigen bekleidete oberste Gewalt auf mancherley Art eingeschränket ist, wie das ehemahlige Pohlen, vor kurzem noch Schweden, Großbritannien u. s. f. Monarchien genannt.
 
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Monárchisch, adj. et adv. einem Monarchen, oder einer Monarchie ähnlich, in des Monarchen ungetheilten und uneingeschränkten Gewalt gegründet. Die monarchische Regierungsform, im Gegensatze der republikanischen.

 

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