Wörterbuchnetz
Grammatisch-Kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Molde bis Monárch (Bd. 3, Sp. 264 bis 265)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Die Molde, S. Adelung Mulde.
 
Artikelverweis 
Die Molken, sing. inus. der wässerige Theil der Milch, nachdem der fettere, dichtere Theil davon geschieden worden; das Käsewasser, Milchwasser, in Oberdeutschland die Schotten, Milchschotten, Sirpen, (Serum,) Suffy, Strotten, im Nieders. Waddick, Wattke, Wacke, Schwed. Wassla, Engl. Whay, ohne Zweifel von Wasser, Nieders. Water, Schwed. Wattn; im Dithmarsischen Heu oder Hei. Die Molken-Cur gebrauchen, Molken zur Gesundheit trinken. Im gemeinen Leben einiger Gegenden wird dieses Wort auch in der einfachen Zahl gebraucht, und da ist es in Meißen ungewissen Geschlechtes: ein leichtes Molken wird dem bäuerischen Kinde die beste Mandelmilch, Gell. In Österreich ist es, dem Aichinger zu Folge, männlichen, der Molken, und in der Schweiz weiblichen Geschlechtes, die Molke:
   Hier preßt ein stark Gewicht den schweren Satz der Molke,
   Hall. Anm. Es ist mit Milch, Nieders. Melk, genau verwandt. Noch im Nieders. bedeutet Molken, so wie das Angels. Molcen, nicht so wohl das Käsewasser, als vielmehr die Milch selbst, und alles was von der Milch kommt, und in diesem Verstande scheinet es auch in der Schweiz üblich zu seyn. Die Sibentaler und Saner Käs haben vnder allen Helvetischen Mulcken den Preis, heißt es noch bey dem Stumpf. S. das folgende.
 
Artikelverweis Der
Molkendieb, des -es, plur. die -e, im gemeinen Leben einiger Gegenden, ein Nahme aller Schmetterlinge, weil sie der Milch nachgehen sollen; von Molken, so fern es Milch überhaupt bedeutet. An andern Orten heißen sie Molkenteller, Milchdiebe, Buttervögel, S. Adelung Butterfliege.
 
Artikelverweis 
Das Mólkenfáß, des -sses, plur. die -fässer, in der Landwirthschaft, ein weites hölzernes Gefäß, worüber der Quarkkorb gesetzet wird, damit die Molken aus dem Quarksacke darein ablaufen können.
 
Artikelverweis 
Molkig, -er, -ste, adj. et adv. Molken enthaltend; ingleichen den Molken ähnlich.
 
Artikelverweis 
Molm, Molmig, S. Adelung Mulmu. s. f.
 
Artikelverweis 
Molsch, -er, -este, adj. et adv. ein in einigen Gegenden, besonders Ober- und Niedersachsens, übliches Wort, welches eigentlich weich bedeutet, aber vornehmlich von den Äpfeln, Birnen, Mispeln, und andern Arten des Obstes gebraucht wird, wenn sie in den ersten Grad der Fäulniß übergehen. In einigen Gegenden mulsch. Es ist mit milde, schmelzen, dem Oberdeutschen Schmolle, Brotkrume, unserm morsch, mürbe, und dem Lat. mollis, genau verwandt. In Baiern wird molled von allen

[Bd. 3, Sp. 265]


weichen Dingen gebraucht; mollede Hände. Das Schwed. mjäll, das Engl. mellow, und Griech. μαλος, bedeuten gleichfalls weich und milde. Noch näher gehöret hierher das Angels. molsnian, faulen, das Holländ. Molsem, Fäulniß, das Schwed. multen, faul, multna, faulen, Engl. to moulder, Niederl. molen, und das mittlere Lat. Mulea, eine weiche Sache.
 
Artikelverweis 
Die Moltebêêre, oder Multebêêre, plur. inus. der nordische Nahme eines nur in den mitternächtigen Ländern einheimischen Strauches, welcher nach dem Linnee zu den Hindbeeren gehöret, und in den Sümpfen und torfigen Gegenden Schwedens, Norwegens und Preußens wächset; Rubus Chamaemorus L. Die Beere gleicht der Brombeere, nur daß sie auf der einen Seite citronengelb und auf der andern ponceau-roth aussiehet. In Preußen wird sie Pautkenbeere genannt. S. auch Kratzbeere. Der nordische Nahme Moltebeere scheinet von dem Schwed. multen, faul, weich, abzustammen, und den Aufenthalt des Gewächses in Sümpfen und Mooren zu bezeichnen. S. Molsch.
 
Artikelverweis 
Der Molton, S. Adelung Multon.
 
Artikelverweis 
Die Monāde, plur. die -n, ein aus dem Griechischen μονας, - αδος, eine Einheit, entlehntes Kunstwort der neuern Philosophen von Leibnitzens Zeiten an, die ganz einfachen und untheilbaren Bestandtheile der Körper zu bezeichnen, welche die ältern Philosophen, deren Begriff von denselben doch verschieden war, Atomen, Elemente nannten.
 
Artikelverweis 
Der Monárch, des -en, plur. die -en, Fämin. die Monarchinn, aus dem Griech. und Latein. Monarcha, μοναρχων, von μονος, allein, und αρχειν, regieren, der Beherrscher einer Monarchie, so wohl im engern, als im weitern Verstande, in welchem letztern man oft alle Könige und Kaiser, auch wenn ihre Gewalt auf mancherley Art eingeschränket ist, Monarchen, und solche weibliche regierende Personen (nicht aber die bloßen Gemahlinnen der Monarchen) Monarchinnen zu nennen pflegt. Siehe Selbstherrscher. In den mittlern Zeiten wurden die Wörter Monarch und Monarchie gar sehr gemißbraucht, indem sich auch Bischöfe und Grafen Monarchen nennen ließen, und sogar die Gerichtbarkeit und der Gerichtsbezirk eines Abtes, unter dem Nahmen einer Monarchie vorkommt.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: