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Mobīlien bis Mōdelschneider (Bd. 3, Sp. 253 bis 255)
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Artikelverweis Die Mobīlien, (viersylbig,) sing. inus. in weiterer Bedeutung alles bewegliche Vermögen, doch mit Ausschluß der Thiere und Fische, des Getreides auf dem Halme, des Obstes auf den Bäumen, des Brau- und Ackergeräthes u. s. f. bewegliches Vermögen, ehedem und noch jetzt zuweilen in den Rechten die Fahrniß, fahrende Habe, S. diese Wörter. In engerer Bedeutung wird aller Hausrath oder alles Hausgeräth unter dem Nahmen der Mobilien verstanden, wofür man auch wohl den Französischen Ausdruck Meublen, Möbeln, (Meubles) zu gebrauchen pflegt. Es ist aus dem Lat. mobile, von welchem man auch im gemeinen Leben das Beywort mobīl hat.
 
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Die Mode, plur. die -n, die eingeführte Art des Verhaltens im gesellschaftlichen Leben, die Sitte, Gewohnheit; und in engerm

[Bd. 3, Sp. 254]


Verstande, die veränderliche Art der Kleidung und der Anordnung alles dessen, was zum Schmucke gehöret, wofür man ehedem auch das Wort Weise gebrauchte. Sich nach der Mode kleiden. Eine Mode mitmachen. Lassen sie sie die gottlosen Moden in Kleidern nicht mitmachen, Gell. Eine neue Mode aufbringen. Es ist die Mode so. Die Mode bringt es so mit sich. Aus der Mode kommen. Das Kleid ist nicht nach der Mode gemacht. Bey der alten Mode bleiben. Wo es zuweilen auch in Gestalt eines Nebenwortes gebraucht wird. Dieser Kopfputz ist nicht mehr mode, d. i. gewöhnlich, üblich. Es wird bald wieder Mode werden.
   Anm. Es ist aus dem Franz. Mode entlehnet, welches wiederum von dem Lat. Modus, die Art und Weise, abstammet. Indessen hat es doch schon das Bürgerrecht im Deutschen gewonnen, zumahl da die meisten Deutschen seit langer Zeit in der Art der Kleidung und des Schmuckes eben so veränderlich sind, als die Franzosen. Man kann mit diesem Worte allerley Zusammensetzungen machen, so wohl Dinge zu bezeichnen, welche Mode sind, Modewörter, Modetracht, Modekleidung, Modezeug u. s. f. als auch Personen, welche sich nach der Mode bequemen, dieselbe zu beobachten und bey andern zu befördern suchen, ein Modeschneider, Modedichter, Modeprediger u. s. f. S. auch Modisch.
 
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Der Mōdel, des -s, plur. ut. nom. sing. ein Wort, welches in den bildenden Künsten, und bey einigen Handwerkern, besonders in einer dreyfachen Bedeutung üblich ist. Es bedeutet nehmlich, 1) ein Maß; in welchem Verstande es doch nur bey den Säulenordnungen vorkommt, wo man das Maß, nach welchem man alle Glieder und Theile der Ordnungen und ihre Weiten von einander auszumessen pflegt, den Model nennt. 2) Eine Figur, ein Bild; eine Bedeutung, welche besonders bey den Nähterinnen und Webern angetroffen wird. Allerley Model in ein Tuch nähen. Indessen ist das Zeitwort modeln in diesem Verstande üblicher, S. dasselbe, ingleichen Modeltuch. 3) Eine vertiefte Form, einen andern Körper darein zu gießen oder zu drücken, um ihm dadurch die verlangte Gestalt zu geben; eine Gießform, Form oder Patrone. Ein Gießmodel, einen flüssig gemachten Körper darein zu gießen, um ihm eine gewisse verlangte Gestalt zu geben. Der Knopfmodel, Kugelmodel, Blumenmodel u. s. f. Knöpfe, Kugeln, Blumen darein zu gießen. Der Töpfermodel, worein die Töpfer ihre Arbeiten drücken, wenn sie selbige bilden. Etwas in einen andern Model gießen. Im Ital. Modello.
   Anm. So sehr dieses Wort auch mit dem Latein. Modulus überein kommt, so ist es doch wahrscheinlicher, daß es mit demselben aus einer gemeinschaftlichen Quelle herkommt, als daß es unmittelbar von demselben abstammen sollte. In der letzten Bedeutung gehöret es zu dem Geschlechte der Wörter Muth, ein Oberdeutsches Maß, Mutter, ein vertiefter Raum, dem Lat. Modius, dem mittlern Lat. Modellus, ein Lägel, Gefäß, und anderer dieser Art. Da die Wörter, welche eine Vertiefung bezeichnen, gemeiniglich auch eine Erhöhung bedeuten, so erhellet daraus zugleich die Verwandtschaft mit dem mittlern Lat. Modulus und Franz. Moule, ein Holzhaufen von bestimmter Größe, dem Deutschen Mandel, Malter u. a. m. In der ersten Bedeutung eines Maßes scheinet es zunächst zu messen, Nieders. meten, und dessen Hauptworte Mat, das Maß, zu gehören. In beyden Fällen bedeutet die Ableitungssylbe -el ein Werkzeug oder Subject. S. auch Modell und Muster.
 
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Die Mōdelbrêt, des -es, plur. die -er, in den Stückgießereyen, ein an einer Seite mit einem eisernen Bleche beschlagenes Bret, worein die Friesen und Stärke des Metalles eingefeilt sind, und welches auch das Formbret genannt wird.

[Bd. 3, Sp. 255]



 
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* Das Mōdelgeer, des -es, plur. inus. im gemeinen Leben einiger Gegenden, besonders Oberdeutschlandes, ein Nahme des Kreuzkrautes oder der Kreuzwurz, Senecio vulgaris L. welches auch Baldgreis, Sperenstich u. s. f. genannt wird.
 
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Das Modếll, des -es, plur. die -e, in der weitesten Bedeutung, ein jeder Gegenstand, welcher nachgeahmet wird, besonders, welcher in den bildenden Künsten nachgeahmet wird. So ist der nackte Mensch, nach welchem in den Mahlerschulen gemahlet wird, das Modell des Mahlers. In engerer Bedeutung ist es ein nach dem verjüngten Maßstabe verfertigter kleiner Körper, welcher einem größern ähnlich ist, oder wornach ein größerer verfertiget wird. So verfertigen sich die Bildhauer solche Modelle von Wachs, Thon, Gyps u. s. f. ihre größeren Werke darnach auszuarbeiten. Das Modell eines Hauses, einer Mühle, einer Maschine u. s. f. eine körperliche Vorstellung derselben im Kleinen.
   Anm. Die im Deutschen sonst ungewöhnliche Verlegung des Tones von der Stammsylbe beweiset, daß dieses Wort zunächst aus dem Franz. Modele, welches wiederum von dem Lat. Modulus abstammet, oder vielmehr mit dem obigen Model Eines Geschlechtes ist, entlehnet worden. Im Engl. lautet dieses Wort Mould, und da stammet es zunächst von Model, Mulde, Malter und so ferner ab.
 
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Modelliren, verb. reg. act. et neutr. aus dem Franz. modeler, ein Modell machen. In Thon, in Wachs modelliren, ein Modell aus Thon, aus Wachs verfertigen. Ingleichen so viel als abformen, Franz. mouler. Eine Bildsäule modelliren.
 
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Die Modếllkunst, plur. inus. die Kunst Modelle zu machen, und in weiterer Bedeutung, die Kunst andere Körper abzuformen, oder überhaupt, die Kunst zu formen; bey den Alten mit einem Griechischen Kunstworte Plastice.
 
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Der Modếllmácher, des -s, plur. ut nom. sing. ein Künstler, welcher Modelle macht, d. i. nach dem verjüngten Maßstabe kleinere zusammen gesetzte Körper verfertiget, welche größern ähnlich sind. Bestehen dergleichen Modelle aus Tischlerarbeit, so wird der Verfertiger derselben ein Modelltischler genannt, und wenn sie aus hohl gearbeitetem Holze bestehen, ein Modellschneider.
 
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Mōdeln, verb. reg. act. von dem Hauptworte Mōdel, so fern dasselbe in der zweyten Bedeutung, die Figur und Gestalt eines Dinges überhaupt bedeutet. 1) Mit Figuren versehen, besonders bey den Webern. Gemodeltes Band, im Gegensatze des glatten. Ein gemodelter Zeug, dergleichen z. B. der Damast ist. Zeug, Leinwand modeln. Gemodelte Buchstaben, bey den Schriftgießern, Schönschreibern, mit Figuren versehene Buchstaben. 2) Eine gewisse Gestalt geben. Die Fregatten zur schnellen Fahrt modeln, ihnen eine solche Gestalt geben, welche zu einer schnellen Fahrt bequem ist. 3) In noch weiterer und figürlicher Bedeutung, bilden überhaupt. Sie Sucht, uns nach dem Gallier zu modeln.
   Nun modelt Frankreichs Witz das ganze Deutsche Reich,
   Utz. Das Hauptwort die Modelung kommt selten vor. Ehedem bedeutete es auch ein Vorbild. S. Adelung Model.
 
Artikelverweis Der
Mōdelschneider, des -s, plur. ut nom. sing. ein Künstler, welcher die Model oder Formen zu den Abdrücken oder Abgüssen in Holz schneidet; der Formenschneider.

 

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