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Mitweiden bis Mōdelbrêt (Bd. 3, Sp. 253 bis 254)
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Artikelverweis  Mitweiden, verb. reg. act. et neutr. welches im letztern Falle das Hülfswort haben bekommt, mit einem andern gemeinschaftlich weiden, und weiden lassen.
 
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Mitweinen, verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben, mit einem andern gemeinschaftlich weinen.
 
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Mitwirken, verb. reg. neutr. 1) Mit dem Hülfsworte haben, mit einem andern gemeinschaftlich wirken, seine Kraft zu wirken mit der wirkenden Kraft eines andern Dinges vereinigen. Er ließ sich nicht bewegen, zu dieser bösen Handlung mitzuwirken. Ingleichen, zu einem gemeinschaftlichen Zwecke wirken. Alles schien zu seinem Glücke mitzuwirken. 2) Wenn von Gott gesagt wird, daß er in den Geschöpfen mitwirke, so bedeutet es alsdann, die nöthigen Kräfte auf eine fortdauernde Art gewähren.
   So auch die Mitwirkung. Etwas durch seine Mitwirkung unterstützen. Keine moralische Handlung geschiehet ohne die Mitwirkung des Willens, Sonnenf.
 
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Das Mitwissen, des -s, plur. car. von der R. A. mit um etwas wissen, derjenige Zustand, da man gemeinschaftliche Wissenschaft oder Vorbewußt von etwas hat. Ich habe es mit Caji Mitwissen gethan. Das ist ohne mein Mitwissen geschehen. Nieders. Medeweten.
 
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Der Mitwohner, des -s, plur. ut nom. sing. Fämin. die Mitwohnerinn, in einigen Städten, ein Nahme der Beysassen oder Schutzverwandten, im Gegensatze der Bürger.
 
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Mitziehen, verb. irreg. act. et neutr. (S. Adelung Ziehen,) welches im letztern Falle das Hülfswort seyn erfordert, mit andern gemeinschaftlich, in Gesellschaft ziehen.
 
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Die Mixtūr, plur. die -en, aus dem Lat. Mixtura, einen vermischten Körper zu bezeichnen. In den Apotheken ist die Mixtur ein aus magenstärkenden Essenzen zusammen gesetztes Arzeneymittel. In den Orgeln ist die Mixtur eine Orgelstimme von vielen kleinen Pfeifen auf Einem Clavis, welche nur zur Verstärkung unter den Principal-Stimmen mitgespielet wird. Die Mixtur der Kupferstecher ist eine Mischung von Talg und Öhl, womit ein Ort der Platte wider das Scheidewasser gedecket wird.
 
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Die Mobīlien, (viersylbig,) sing. inus. in weiterer Bedeutung alles bewegliche Vermögen, doch mit Ausschluß der Thiere und Fische, des Getreides auf dem Halme, des Obstes auf den Bäumen, des Brau- und Ackergeräthes u. s. f. bewegliches Vermögen, ehedem und noch jetzt zuweilen in den Rechten die Fahrniß, fahrende Habe, S. diese Wörter. In engerer Bedeutung wird aller Hausrath oder alles Hausgeräth unter dem Nahmen der Mobilien verstanden, wofür man auch wohl den Französischen Ausdruck Meublen, Möbeln, (Meubles) zu gebrauchen pflegt. Es ist aus dem Lat. mobile, von welchem man auch im gemeinen Leben das Beywort mobīl hat.
 
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Die Mode, plur. die -n, die eingeführte Art des Verhaltens im gesellschaftlichen Leben, die Sitte, Gewohnheit; und in engerm

[Bd. 3, Sp. 254]


Verstande, die veränderliche Art der Kleidung und der Anordnung alles dessen, was zum Schmucke gehöret, wofür man ehedem auch das Wort Weise gebrauchte. Sich nach der Mode kleiden. Eine Mode mitmachen. Lassen sie sie die gottlosen Moden in Kleidern nicht mitmachen, Gell. Eine neue Mode aufbringen. Es ist die Mode so. Die Mode bringt es so mit sich. Aus der Mode kommen. Das Kleid ist nicht nach der Mode gemacht. Bey der alten Mode bleiben. Wo es zuweilen auch in Gestalt eines Nebenwortes gebraucht wird. Dieser Kopfputz ist nicht mehr mode, d. i. gewöhnlich, üblich. Es wird bald wieder Mode werden.
   Anm. Es ist aus dem Franz. Mode entlehnet, welches wiederum von dem Lat. Modus, die Art und Weise, abstammet. Indessen hat es doch schon das Bürgerrecht im Deutschen gewonnen, zumahl da die meisten Deutschen seit langer Zeit in der Art der Kleidung und des Schmuckes eben so veränderlich sind, als die Franzosen. Man kann mit diesem Worte allerley Zusammensetzungen machen, so wohl Dinge zu bezeichnen, welche Mode sind, Modewörter, Modetracht, Modekleidung, Modezeug u. s. f. als auch Personen, welche sich nach der Mode bequemen, dieselbe zu beobachten und bey andern zu befördern suchen, ein Modeschneider, Modedichter, Modeprediger u. s. f. S. auch Modisch.
 
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Der Mōdel, des -s, plur. ut. nom. sing. ein Wort, welches in den bildenden Künsten, und bey einigen Handwerkern, besonders in einer dreyfachen Bedeutung üblich ist. Es bedeutet nehmlich, 1) ein Maß; in welchem Verstande es doch nur bey den Säulenordnungen vorkommt, wo man das Maß, nach welchem man alle Glieder und Theile der Ordnungen und ihre Weiten von einander auszumessen pflegt, den Model nennt. 2) Eine Figur, ein Bild; eine Bedeutung, welche besonders bey den Nähterinnen und Webern angetroffen wird. Allerley Model in ein Tuch nähen. Indessen ist das Zeitwort modeln in diesem Verstande üblicher, S. dasselbe, ingleichen Modeltuch. 3) Eine vertiefte Form, einen andern Körper darein zu gießen oder zu drücken, um ihm dadurch die verlangte Gestalt zu geben; eine Gießform, Form oder Patrone. Ein Gießmodel, einen flüssig gemachten Körper darein zu gießen, um ihm eine gewisse verlangte Gestalt zu geben. Der Knopfmodel, Kugelmodel, Blumenmodel u. s. f. Knöpfe, Kugeln, Blumen darein zu gießen. Der Töpfermodel, worein die Töpfer ihre Arbeiten drücken, wenn sie selbige bilden. Etwas in einen andern Model gießen. Im Ital. Modello.
   Anm. So sehr dieses Wort auch mit dem Latein. Modulus überein kommt, so ist es doch wahrscheinlicher, daß es mit demselben aus einer gemeinschaftlichen Quelle herkommt, als daß es unmittelbar von demselben abstammen sollte. In der letzten Bedeutung gehöret es zu dem Geschlechte der Wörter Muth, ein Oberdeutsches Maß, Mutter, ein vertiefter Raum, dem Lat. Modius, dem mittlern Lat. Modellus, ein Lägel, Gefäß, und anderer dieser Art. Da die Wörter, welche eine Vertiefung bezeichnen, gemeiniglich auch eine Erhöhung bedeuten, so erhellet daraus zugleich die Verwandtschaft mit dem mittlern Lat. Modulus und Franz. Moule, ein Holzhaufen von bestimmter Größe, dem Deutschen Mandel, Malter u. a. m. In der ersten Bedeutung eines Maßes scheinet es zunächst zu messen, Nieders. meten, und dessen Hauptworte Mat, das Maß, zu gehören. In beyden Fällen bedeutet die Ableitungssylbe -el ein Werkzeug oder Subject. S. auch Modell und Muster.
 
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Die Mōdelbrêt, des -es, plur. die -er, in den Stückgießereyen, ein an einer Seite mit einem eisernen Bleche beschlagenes Bret, worein die Friesen und Stärke des Metalles eingefeilt sind, und welches auch das Formbret genannt wird.

[Bd. 3, Sp. 255]


 

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