Wörterbuchnetz
Grammatisch-Kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Míttelbrúch bis Mittelfrey (Bd. 3, Sp. 244 bis 245)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Der Míttelbrúch, des -es, plur. die -brche, bey den Schlössern, ein tiefer Einschnitt in die Mitte des Schlüsselblattes oder Bartes eines Französischen Schlosses; ingleichen derjenige Theil des Eingerichtes, um welchen sich dieser Mittelbruch drehet. Bey den Schlössern lautet der Plural gemeiniglich Mittelbruche.
 
Artikelverweis 
Der Mitteldeich, des -es, plur. die -e, in den Niederdeutschen Marschländern, Deiche, welche zwischen den See- und Haffdeichen in der Mitte liegen.
 
Artikelverweis 
Das Mittelding, des -es, plur. die -e, ein Ding, welches zwischen zwey andern in der Mitte ist. In engerer und gewöhnlicherer Bedeutung, ein Ding, welches weder gebothen noch verbothen, folglich erlaubt, oder gleichgültig ist, und erst durch die Umstände entweder gut oder böse wird; Αδιαφορον.
 
Artikelverweis 
Der Mittelêndzwêck, oder Mittelzwêck, des -es, plur. die -e, ein Endzweck oder Zweck, welcher sich gegen den letzten und höchsten Zweck als ein Mittel verhält; der Zwischenendzweck, Zwischenzweck.
 
Artikelverweis 
Der Mittelênke, des -n, plur. die -n, S. Adelung Enke.
 
Artikelverweis 
Mittelfähig, -er, -ste, adj. et adv. bey den Bergleuten und an denjenigen Orten, wo Mittel noch für Zunft, Innung

[Bd. 3, Sp. 245]


üblich ist, fähig das Mittel oder in die Zunft aufgenommen zu werden; zunftfähig.
 
Artikelverweis 
Die Mittelfarbe, plur. die -n, eine Farbe, welche zwischen zwey Hauptfarben in der Mitte ist. In der Mahlerey sind in einer etwas andern Bedeutung Mittelfarben solche Farben, welche aus dem Übergange zweyer Farben in einander entstehen, und auch halbe Farben, Halbfarben und mit einem Italiänischen Kunstworte Mezzetinte, oder nur Tinten schlechtweg genannt werden. In Rücksicht auf die Farben, durch deren Mischung sie entstehen, heißen sie auch gebrochene Farben.
 
Artikelverweis 
Die Mittelfêder, plur. die -n, in der Haushaltung, Federn von mittlerer Größe und Stärke, welche das Mittel zwischen den Schleißfedern und Flaumfedern halten. Auch wohl eine in der Mitte zwischen zwey andern befindliche Feder.
 
Artikelverweis 
Das Mittelfêll, des -es, plur. die -e, in der Zergliederungskunst, ein doppeltes Häutchen im Oberleibe, welches die Brusthöhle und die Lunge der Länge nach in zwey gleiche Theile theilet, und nicht mit dem Zwerchfelle verwechselt werden muß; Mediastinum, Engl. Midriff.
 
Artikelverweis 
Der Mittelfinger, des -s, plur. ut nom. sing. der mittelste Finger an der Hand, welcher zugleich der längste ist, daher er im Nieders. Langeley heißt.
 
Artikelverweis 
Mittelfrey, adj. et adv. welches nur in dem Deutschen Staatsrechte üblich ist, für mittelbar frey. Die Mittelfreyen, solche Adelige, welche zwischen dem hohen und niedern Adel in der Mitte standen, und höherer Reichsstände Vasallen waren; im Gegensatze der Reichsfreyen.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: