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Mittelbar bis Mittelêndzwêck (Bd. 3, Sp. 244)
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Artikelverweis  Mittelbar, -er, -ste, adj. et adv. 1) Was durch Mittel, d. i. durch gebrauchte wirkende Ursachen, ist oder geschiehet, die wirkende Ursache sey nun eine Person oder Sache; im Gegensatze des unmittelbar. Die mittelbare Hülfe Gottes, zu deren Erweisung sich Gott anderer Personen oder Dinge als wirkender Ursachen bedienet. 2) In weiterer Bedeutung. Mittelbare Reichsstände, welche höhern Reichsständen unterworfen sind, im Gegensatze der unmittelbaren, welche niemanden als dem Kaiser und Reiche unterworfen sind. Das folgt nur mittelbar daraus, durch Hülfe anderer daraus hergeleiteten Schlüsse. Der mittelbare Verstand einer Rede, welcher nicht so wohl durch die Worte, wie der unmittelbare Verstand, als vielmehr durch die mit den Worten bezeichneten Sachen hervor gebracht wird, und auch der figürliche, der geheime Verstand heißt.
 
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Die Mittelbarkeit, plur. inus. die Eigenschaft einer Sache, nach welcher sie mittelbar ist, in beyden Bedeutungen dieses Wortes.
 
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Der Mittelbaum, des -es, plur. die -bäume. 1) Ein Baum von mittlerer Größe. Im Forstwesen stehet der Mittelbaum zwischen einem angehenden Baume und zwischen einem Hauptbaume in der Mitte. 2) Ein in der Mitte befindlicher Baum.
 
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Der Mittelbegriff, des -es, plur. die -e, in der Logik, ein Begriff, welcher zwischen zwey andern verwandten Begriffen in der Mitte stehet, die Verbindung derselben ausmacht. Besonders wird bey den Schlüssen derjenige dritte Begriff, aus welchem die Verbindung des Subjectes und Prädicates mit dem Schlußsatze erweislich ist, und welchen die beyden Vordersätze mit einander gemein haben, der Mittelbegriff, und noch häufiger das Mittelglied, Lat. Medius Terminus, genannt.
 
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Das Mittelbein, des -es, plur. die -e, ein zwischen zwey andern in der Mitte befindliches Bein. So wird bey den Bienen das zweyte Paar Beine die Mittelbeine genannt.
 
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Die Mittelbêrge, sing. inus. im Bergbaue, in der Mitte zwischen zwey andern liegende Berge, d. i. Erd- oder Steinarten. In dem Hohensteinischen Flötzgebirge sind die Mittelberge ein schwarzer, gemeiniglich thoniger und am Gehalte armer Schiefer, welcher zwischen der Kammschale und dem Dache liegt.
 
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Das Mittelbier, des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die -e, ein Bier von mittlerer Güte und Stärke, welches stärker als Kofent, und schwächer als starkes Bier ist.
 
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Der Míttelbrúch, des -es, plur. die -brche, bey den Schlössern, ein tiefer Einschnitt in die Mitte des Schlüsselblattes oder Bartes eines Französischen Schlosses; ingleichen derjenige Theil des Eingerichtes, um welchen sich dieser Mittelbruch drehet. Bey den Schlössern lautet der Plural gemeiniglich Mittelbruche.
 
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Der Mitteldeich, des -es, plur. die -e, in den Niederdeutschen Marschländern, Deiche, welche zwischen den See- und Haffdeichen in der Mitte liegen.
 
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Das Mittelding, des -es, plur. die -e, ein Ding, welches zwischen zwey andern in der Mitte ist. In engerer und gewöhnlicherer Bedeutung, ein Ding, welches weder gebothen noch verbothen, folglich erlaubt, oder gleichgültig ist, und erst durch die Umstände entweder gut oder böse wird; Αδιαφορον.
 
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Der Mittelêndzwêck, oder Mittelzwêck, des -es, plur. die -e, ein Endzweck oder Zweck, welcher sich gegen den letzten und höchsten Zweck als ein Mittel verhält; der Zwischenendzweck, Zwischenzweck.

 

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