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Grammatisch-Kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Mitkommen bis Mitleidigkeit (Bd. 3, Sp. 238 bis 239)
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Artikelverweis  Mitkommen, verb. irreg. neutr. (S. Adelung Kommen,) welches das Hülfswort seyn erfordert, mit einer andern Person oder Sache zugleich kommen, so wohl von Personen als von Sachen. Die Post ist schon da, aber es sind keine Briefe, keine Reisende mitgekommen.
 
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Mitlassen, verb. irreg. act. S. Adelung Lassen, einem andern zur Gesellschaft, zur Begleitung lassen, mitgehen, mitreisen u. s. f. lassen. Man wollte uns nicht mitlassen.
 
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Mitlaufen, verb. irreg. neutr. (S. Adelung Laufen,) welches das Hülfswort seyn erfordert, mit einem zugleich, mit ihm in Gesellschaft laufen. Der Hund läuft mit. Bey dem Ottfried miti laufan.
 
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Der Mitlaut, des -es, plur. die -e, in der Sprachkunst, ein Laut, welcher nicht allein für sich, sondern nur in Gesellschaft eines Selbstlautes hervor gebracht und gehöret werden kann; ein Consonant, im Gegensatze dieses Selbstlautes, oder des Vocales.
 
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Der Mitlauter, des -s, plur. ut nom. sing. das Zeichen eines Mitlautes, derjenige Buchstab, welcher den Mitlaut auch den Augen merklich macht. S. Adelung Laut und Lauter.
 
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Mitleiden, verb. irreg. neutr. (S. Adelung Leiden,) welches das Hülfswort haben erfordert, mit einem andern zugleich oder gemeinschaftlich leiden. Bewundere diese Gewalt der mitleidenden Empfindung.
 
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Das Mitleiden, des -s, plur. car. in engerer Bedeutung, von dem vorigen Zeitworte, das Leiden, d. i. eine schmerzhafte Empfindung des Gemüthes, so fern es durch das Leiden anderer erreget wird, die Unlust über das Übel anderer. Mitleiden empfinden. Mitleiden mit jemanden haben. Jemanden zum Mitleiden bewegen. Von Mitleiden gerühret werden. Bey einigen Hochdeutschen auch in der kürzern Gestalt das Mitleid, des -es, von Leid, so fern es auch in weiterer Bedeutung für Leiden gebraucht wird. Im Oberdeutschen ist auch Beyleid für Mitleiden üblich. S. auch das folgende.
 
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Die Mitleidenheit, plur. car. der Zustand, da eine Person oder Sache mit andern gemeinschaftlich oder zugleich leidet; wo es doch nur noch in zwey Fällen üblich ist. 1) Bey den Ärzten ist die Mitleidenheit der Schmerzen eines Theiles des Körpers, so fern derselbe in dem Schmerzen eines andern Theiles gegründet ist, der Zustand, da ein Theil des Leibes bey den Schmerzen eines andern Theiles gleichfalls leidet. 2) Der Zustand, da jemand mit einem andern einerley bürgerliche Beschwerden träget. Die Klöster mit zur Mitleidenheit ziehen, sie zu Entrichtung der bürgerlichen Abgaben anhalten. Sich der schuldigen Mitleidenheit entziehen wollen, die bürgerlichen Lasten nicht gleich wie andere tragen wollen. In welchem Verstande auch zuweilen das Wort Mitleiden vorkommt. Im bürgerlichen Mitleiden seyn. Sich dem Mitleiden entziehen wollen.
 
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Der Mitleider, des -s, plur. ut nom. sing. der mit einem andern Mitleiden, hat; doch nur in der im gemeinen Leben üblichen sprichwörtlichen R. A. es ist besser Neider als Mitleider, nehmlich zu haben, besser beneidet als beklagt.

[Bd. 3, Sp. 239]



 
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Mitleidig, -er, -ste, adj. et adv. Mitleiden habend und darin gegründet. Mitleidig werden. Jemanden mitleidig machen. Eine mitleidige Handlung. In engerer Bedeutung, die Fertigkeit, leicht zum Mitleiden bewogen zu werden. Ein mitleidiger Mensch. Ein mitleidiges Herz haben.
 
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Die Mitleidigkeit, plur. car. die Fertigkeit, bey anderer Übel Mitleiden zu empfinden. Mitleiden drückt nur einzelne Empfindungen dieser Art aus.

 

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