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Mitfreude bis Mitglied (Bd. 3, Sp. 236 bis 237)
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Artikelverweis Die Mitfreude, plur. car. die Freude, welche man mit einem andern gemeinschaftlich empfindet; die Beyfreude. Jemanden seine Mitfreude bezeugen. Beyde Wörter kommen in der edlern Schreibart nur selten vor.
 
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Die Mitgabe, plur. die -n, dasjenige, was einem andern mitgegeben wird. Am häufigsten in engerer Bedeutung, derjenige Theil der Güter, welchen die Ältern ihren Töchtern bey ihrer Verheirathung mitgeben; die Mitgift, das Heirathsgut.
 
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Der Mitgast, des -es, plur. die -gäste, eine Person, welche mit einer andern gemeinschaftlich ein Gast ist.
 
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Mitgêben, verb. irreg. act. S. Adelung Geben, einem der sich entfernet zur Begleitung oder zur Gesellschaft geben. Jemanden einen Bothen mitgeben. Ingleichen, jemanden geben, damit er es mit sich nehme. Jemanden Geld, einen Brief mitgeben. In engerer Bedeutung, einer Tochter bey ihrer Verheirathung einen Theil seines Vermögens abtreten. Ich kann dir freylich nichts mitgeben, Gell. S. Mitgabe.
 
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Der Mitgefangene, des -n, plur. die -n, derjenige, welcher mit einem andern gemeinschaftlich gefangen sitzet. Röm. 16, 7; Col. 4, 10.
 
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Mitgehen, verb. irreg. neutr. (S. Adelung Gehen,) welches das Hülfswort seyn erfordert, mit einem andern in Gesellschaft gehen, ihm im Gehen Gesellschaft leisten. Wollen sie mitgehen? nehmlich

[Bd. 3, Sp. 237]


mit mir. Figürlich sagt man im gemeinen Leben, es gehet noch mit, d. i. es ist mittelmäßig, erträglich.
 
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Der Mítgenóß, des -ssen, plur. die -ssen, Fämin. die Mitgenossinn, eine Person, welche mit einer andern etwas in Gemeinschaft genießet, d. i. einerley Umstände und Beschaffenheit mit ihr hat; ehedem nur der Genoß, die Genossinn, im gemeinen Leben ein Camerad, Compagnon. Daß die Heiden Miterben seyn, und Mitgenossen seiner Verheißung, Ephes. 3, 6. Darum seyd nicht ihre Mitgenossen, Kap. 5, 7. Was den Menschen im Dienste der Natur über seine Mitgenossen erhebt, ist dieß u. s. f. Mitgenossen an der Handlung. Mitgenossen der Boßheit.
 
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Das Mitgeschöpf, des -es, plur. die -e, ein Geschöpf, in Beziehung auf andere Geschöpfe, besonders seiner Art. Ein reitzendes Vergnügen quillt aus dem Umgange unserer Mitgeschöpfe, Zimmerm.
 
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Der Mitgesell, des -en, plur. die -en, Fämin. die Mitgesellinn, eine Person, welche mit einer andern in gleicher Gesellschaft, oder in gleichen Umständen stehet. Die Mönche sehen niemanden als ihre Mitgesellen, Zimmerm. In der anständigen Schreibart gebraucht man dafür doch lieber das gleichbedeutende Mitgenoß.
 
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Die Mitgift, plur. die -en, S. Adelung Mitgabe.
 
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Das Mitglied, des -es, plur. die -er, eigentlich ein Theil, so fern derselbe mit andern ein gemeinschaftliches Glied eines und eben desselben Körpers ist, ein Glied im allgemeinsten Verhältniß gegen die übrigen Glieder; doch nur noch in figürlichem Verstande, eine Person, welche mit einer andern in einer und eben derselben Gesellschaft lebet. Ein Mitglied der ehelichen Gesellschaft, einer gelehrten Gesellschaft, einer Handlungsgesellschaft, der menschlichen Gesellschaft u. s. f. Im mittlern Lat. Commembris. Oft würde das einfache Glied eben das sagen; z. B. die Glieder der gelehrten Gesellschaft kommen heute zusammen. Indessen ist doch das zusammen gesetzte in diesem und ähnlichen Fällen beynahe üblicher geworden.

 

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