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Misteldrossel bis Misthammel (Bd. 3, Sp. 230)
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Artikelverweis Die Misteldrossel, plur. die -n, die größte Art Drosseln, welche einen bräunlich gelben Schnabel und Füße, schwarze Klauen, einen weiß geschuppten Hals und Bauch, dunkelbraunen Rücken und Flügel, und einen bleichrothen Schlund hat. Sie ist eine große Freundinn der Mistelbeeren, deren Samen sie mit ihrem Kothe unverdauet auf die Bäume fallen lässet, und dadurch die Fortpflanzung der Misteln befördert; Turdus viscivorus L. Sie wird wegen dieses Umstandes auch Mistelziemer und Mistler, sonst aber auch Schnarre, Schnarrdrossel, und in Kärnthen Zerrer, Zahrer genannt.
 
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Misten, verb. reg. welches von dem Hauptworte Mist abstammet, und in doppelter Gestalt üblich ist. 1. Als ein Neutrum, mit dem Hülfsworte haben, seinen Koth von sich geben; wo es in der anständigen Sprechart des gemeinen Lebens besonders von größern Thieren gebraucht wird. Das Pferd mistet, kann nicht misten. Schon bey dem Notker miston. 2. Als ein Activum. 1) Von Mist, in Gestalt des Kothes, oder mit dem Kothe von sich geben; am häufigsten von größern Thieren. Blut misten. 2) Von Mist, so fern es die mit Thierkoth vermischten vegetabilischen Theile bedeutet. (a) Diesen Mist aus dem Stalle schaffen; doch nur in dem zusammen gesetzten ausmisten. (b) Mit diesem Miste düngen. Den Acker misten. Nieders. messen. Daher die Mistung in den thätigen Bedeutungen.
 
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Der Mistfink, des -en, plur. die -en, im gemeinen Leben, eine figürliche Benennung einer unreinlichen, schmutzigen Person beyderley Geschlechtes, welche man auch wohl einen Misthammel zu nennen pflegt.
 
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Die Mistfliege, plur. die -n, eine Art Fliegen, welche sich gern auf den Misthaufen aufhalten; Musca fimetaria L.
 
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Die Mistforke, plur. die -n, S. Adelung Mistgabel.
 
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Die Mistfuhre, plur. die -n, in der Landwirthschaft, eine Fuhre, so fern damit der Mist auf die Äcker geschaffet wird. Zuweilen auch von der Zeit, zu welcher der Mist auf die Äcker geführet wird. Die erste Mistfuhre fällt in den Junius, die zweyte in den August u. s. f.
 
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Die Mistgabel, plur. die -n, eben daselbst eine große dreyzinkige Gabel mit einem hölzernen Stiele, den Mist oder Dünger damit aufzufassen, aufzuladen u. s. f. in Niedersachsen die Mistforke, Grepe. Schon in dem Schwabenspiegel Mistgabel.
 
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Die Mistgauche, plur. doch nur von mehrern Arten, die -n, die Gauche von dem Miste, d. i. das von dem Miste zusammen gelaufene Wasser; das Mistwasser, in einigen Gegenden die Mistgalle, die Mistgällen.
 
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Die Mistgrube, plur. die -n, eine Grube, in welcher der Mist gesammelt wird, damit er faule und zur Düngung geschickt werde. Ingleichen die Grube in den Häusern, in welche die heimlichen Gemächer gehen.
 
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Der Misthaken, des -s, plur. ut nom. sing. eben daselbst, ein zweyzackiger Haken an einem hölzernen Stiele, den Mist damit auf dem Felde von dem Wagen abzuziehen.
 
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Der Misthammel, des -s, plur. die -hämmel, siehe Mistfink.

 

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