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Mißtritt bis Mistbahre (Bd. 3, Sp. 227 bis 229)
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Artikelverweis Der Mißtritt, des -es, plur. die -e, ein verfehlter, falscher Tritt, ein Fehltritt. Ein Mißtritt thun. In weiterer Bedeutung wird auch wohl ein jeder Fehler, ein jedes Versehen, ein Mißtritt genannt.
 
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Das Mißvergnügen, des -s, plur. inus. die überwiegende Unlust an oder über eine Sache; im Gegensatze des Vergnügens. Ein Mißvergnügen an oder über etwas empfinden. Jemanden den viel Mißvergnügen machen.
 
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Mißvergnügt, -er, -este, adj. et adv. überwiegende Unlust empfindend, und darin gegründet; im Gegensatze des vergnügt. Mißvergnügt seyn. Über etwas mißvergnügt seyn. Ein immer mißvergnügtes Gemüth.
 
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Das Mißverhalten, des -s, plur. inus. das von dem Gesetz oder der Vorschrift abweichende Verhalten.
 
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Das Mißverhältniß, des -sses, plur. die -sse, der Mangel des gehörigen Verhältnisses; Disproportio.
 
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Der Mißverstand, des -es, plur. inus. 1) Der falsche, unrichtige Verstand, eines Wortes oder einer Rede, ein Irrthum, welcher in dem Vernehmen oder in der Deutung eines Wortes oder einer Rede begangen wird; das Mißverständniß. 2) Eine geringe Uneinigkeit, Mißhälligkeit unter Freunden oder Bekannten,

[Bd. 3, Sp. 228]


eine Irrung, führet gleichfalls den Nahmen eines Mißverstandes, noch häufiger aber eines Mißverständnisses, im Gegensatze des Einverständnisses. Schwed. Missförstånd, Franz. Mesintelligence.
 
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Das Mißverständniß, des -sses, plur. die -sse, siehe das vorige.
 
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Mißverstēhen, verb. irreg. act. S. Adelung Verstehen, falsch verstehen, einen Fehler in dem Verstehen oder Vernehmen begehen. Mittelw. mißverstanden.
 
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Der Mißwachs, des -es, plur. inus. 1) Der fehl geschlagene Wachsthum der Feldfrüchte, der ungewöhnlich geringe Ertrag derselben. Wenn Mißwachs einfällt. Ein Jahr, in welchem sich ein Mißwachs ereignet, wird ein Mißjahr genannt. 2) Der fehlerhafte oder ungestalte Wachsthum. Den Mißwachs eines Gliedes verhindern.
 
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Der Mist, des -es, plur. car. ein Wort, welches überhaupt einen vermischten Körper der schlechtesten verächtlichsten Art bedeutet. 1. Im weitesten Verstande, wo es nur noch in einigen Fällen üblich ist. So wird das Auskehricht in einigen Gegenden Stubenmist genannt. Der Gassenkoth, ja ein jeder Koth führet im gemeinen Leben oft den Nahmen des Mistes. Untaugliche Waaren und andere untaugliche Sachen werden oft aus Verachtung nur Mist genannt, in welcher Bedeutung es zunächst von miß abzustammen scheinet. 2. In engerer Bedeutung. 1) Der Koth von Menschen und Thieren, die untauglichen Überbleibsel von den verdaueten Speisen; in welchem Verstande es besonders im gemeinen Leben üblich ist, und alsdann von dem natürlichen Auswurfe alle Thiere gebraucht wird. Menschenmist, Pferdemist, Kuhmist, Schafmist, Taubenmist, Hühnermist, Schwalbenmist u. s. f. In der Deutschen Bibel kommt es in dieser Bedeutung mehrmahls vor. 2) Der mit Stroh, Laub oder ähnlichen Theilen des Pflanzenreiches vermischte Thierkoth, so fern derselbe eine Art des Dunges ist, und zur Düngung des Erdreichs gebraucht wird. Holz- oder Waldmist, dergleichen mit dem Kothe des Viehes vermischtes Laub. Stroh zu Mist machen, es dem Viehe in dieser Absicht unterstreuen. Etwas auf den Mist, in den Mist werfen. Der Hahn ist kühn auf seinem Miste. Das ist nicht auf deinem Miste gewachsen, figürlich im gemeinen Leben, das hast du nicht von dir selbst. In weiterer Bedeutung wird in einigen Gegenden, besonders Niedersachsens, auch wohl ein jeder Dünger Mist genannt. 3. Figürlich, der Nebel; eine nur in den gemeinen Sprecharten so wohl Ober- als Nieder-Deutschlandes übliche Bedeutung.
   Wie auch die Sonne glänzt, die auf den Mittag steht,
   Wodurch der Wolken Dunst und schwarze Mist vergeht,
   Opitz. Im Österreichischen in dieser Bedeutung die Misten, Nieders. Mist, im Engl. und Holländ. gleichfalls Mist. Im Angels. ist Mist die Dunkelheit.
   Anm. In der letzten Bedeutung gehöret auch das Engl. moist, feucht, und unser moos, so fern es feucht bedeutet, gleichfalls dahin. In den beyden engern Bedeutungen lautet es bey dem Notker Mist, in den Monseeischen Glossen Misit, bey dem Ulphilas Maihst, im Nieders. Meß, im Angels. Meox und Mixen, im Engl. Mixen, Muck, im Schwed. Mock, im Isländ. Myk, welche letztern nur in der Ableitungssylbe verschieden sind, daher auch die Lat. Mucus und Mucor, und das Griech. μυξα, Rotz, dahin gehören. Die meisten leiten unser Mist von dem Zeitworte mästen ab, weil es nicht nur die Überbleibsel der Mast, d. i. der Speise, sondern auch die Mast, d. i. den Dünger, des Ackers bedeutet. Allein diese Ableitung ist allem Ansehen nach zu gesucht, ob sich gleich der wahre Stamm schwerlich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit

[Bd. 3, Sp. 229]


bestimmen lässet, weil die erste ursprüngliche Bedeutung dieses alten Wortes unbekannt ist. So lange diese nicht aufgefunden wird, haben miß, mischen, Moos und Makel ein beynahe gleiches Recht auf dasselbe. In einigen Gegenden ist es weiblichen Geschlechtes, die Mist.
 
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Die Mistbahre, plur. die -n, in der Landwirthschaft, eine Bahre oder Trage, den Mist damit von einem Orte zum andern zu tragen; die Misttrage.

 

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