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Mißpickel bis Mißtrāuen (Bd. 3, Sp. 226 bis 227)
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Artikelverweis Der Mißpickel, des -s, plur. doch nur von mehrern Arten, ut nom. sing. in dem Bergbaue, der Nahme eines weißen Arsenikkieses, welcher aus einem mit Arsenik vererzten Eisen bestehet, und auch Giftkies, Wasserkies, weißer Kies genannt wird. Die erste Hälfte dieses Wortes ist allem Ansehen nach die Partikel miß, nur die zweyte Hälfte ist noch dunkel. Dieses Mineral wird, wie man behauptet, nur allein in dem Meißnischen Erzgebirge angetroffen.
 
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1. Mißrāthen, verb. irreg. neutr. (S. Adelung Rathen,) welches das Hülfswort seyn erfordert, wider die Erwartung und Absicht gerathen; mißlingen. Mittelw. mißrathen. Die Arbeit ist mir mißrathen. Die Feldfrüchte sind dieß Jahr mißrathen. S. auch die Mißrathung.
 
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2. Mißrāthen, verb. irreg. act. S. Adelung Rathen, abrathen, zur Unterlassung einer Sache rathen. Mittelw. mißrathen. Einem etwas mißrathen. Die Sache ist mir mißrathen worden. So auch die Mißrathung. S. Miß 3.
 
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Mßrêchnen, verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben, falsch rechnen, einen Fehler im Rechnen begehen, sich verrechnen. Mittelw. mißgerechnet. Daher die Mißrechnung. Mißrechnung ist keine Zahlung. S. Adelung Miß 5.
 
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Der Mißschlag, des -es, plur. die -schläge, ein verfehlter Schlag, ein Fehlschlag; ein Wort, welches im Hochdeutschen selten vorkommt. Im Nieders. bedeutet es auch eine fehlgeschlagene Absicht.
 
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Mßschwören, verb. irreg. neutr. (S. Adelung Schwören,) welches das Hülfswort haben erfordert, falsch schwören; ein im Hochdeutschen ungewöhnliches Wort. Mittelw. mißgeschworen.
 
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Der Mißstand, des -es, plur. car. der Übelstand, im Gegensatze des Wohlstandes. Das macht einen Mißstand, ist

[Bd. 3, Sp. 227]


ein Mißstand, stehet übel. Ohne alle Verwirrung und Mißstand.
 
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* Mßthun, verb. irreg. neutr. (S. Adelung Thun,) welches das Hülfswort haben erfordert, übel thun, unbillig handeln, und in engerer Bedeutung, wider ein Gesetz handeln, mißhandeln; ein im Hochdeutschen ungewöhnliches Wort.
   Wa neme si so boesen rat
   Das si an mir missetete,
   Reinmar der Alte. Wir haben gesündiget und mißgethan, 1 Kön. 7, 8; 2 Chron. 6, 37. Bey dem Ottfried missiduan, im Nieders. misdoon. S. Adelung Missethat, welches noch davon übrig ist.
 
Artikelverweis Der
Mißton, des -es, plur. die -töne, ein falscher, fehlerhafter Ton. Kein Mißton stört die süße Harmonie, Geßn.
 
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Mßtönen, verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben, einen Mißton von sich geben. Mittelw. mißgetönt. Die Musik der Instrumente ward mir ein mißtönendes Geräusch, Weiße.
 
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Mißtrāuen, verb. reg. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert, und der Gegensatz von trauen oder vertrauen ist, an der guten Beschaffenheit einer Person oder Sache zweifeln. Mittelw. mißtrauet. Wie sollte ich einem solchen Herzen mißtrauen? Dusch. Indessen kommt es seltener vor, als die R. A. ein Mißtrauen in etwas setzen. Bey dem Ottfried missidruen, bey den Schwäbischen Dichtern missetrowen, Nieders. waantrouen, mislove.

 

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