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Mßkènnen bis Mißmüthig (Bd. 3, Sp. 225 bis 226)
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Artikelverweis  Mßkènnen, verb. irreg. act. (S. Adelung Kennen,) Mittelw. gemißkannt, nicht kennen, verkennen. Seine Pflichten mißkennen. Tausendmahl hat man wahrgenommen, daß ein Prophet in seinem Vaterlande entweder mißkennet (gemißkannt) sey, oder verfolgt werde, Zimmerm. Die Sache ist zu deutlich, als daß sie von jemanden könnte gemißkannt werden, verkannt, nicht eingesehen werden.
 
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Der Mißklang, des -es, plur. die -klänge, ein falscher, fehlerhafter, widriger Klang; ingleichen ein nicht harmonirender Klang.
 
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Der Mißlaut, des -es, plur. die -e, ein fehlerhafter, übel klingender Laut; Dissonantia. Der Mißlaut in dem Singen der Kirchengesänge.
 
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Míßlauten, verb. reg. neutr. mit haben, übel lauten. Mittelw. gemißlautet.
 
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Mßleiten, verb. reg. act. falsch leiten. Jemanden mißleiten. Mittelw. gemißleitet. Ich bin mißgeleitet (gemißleitet, weil es ein Activum ist) worden und habe mich allzu sehr mißleiten lassen, Less. So auch die Mißleitung. Nieders. misleiden, Engl. to mislead.
 
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Mißlich, -er, -ste, adj. et adv. 1) * Von dem Bey- und Nebenworte gleich, und miß, war mißlich ehedem so viel wie ungleich, und in weiterm Verstande, verschieden; in welcher Bedeutung es aber im Hochdeutschen veraltet ist. Bey dem Kero missilich. Missiliche suhti, Ottfr. verschiedene Krankheiten. Thoh sint die liuti missilih, ebend. von verschiedener Art. Im Angels. mislic, wo auch Mislicnysse die Verschiedenheit ist. Im Isländ. ist mislett mannigfärbig, bunt. Vermuthlich sind die Niederdeutschen Bedeutungen, da dieses Wort theils für unpaß, theils aber auch für mißmüthig, schwermüthig, gebraucht wird,

[Bd. 3, Sp. 226]


noch Figuren davon. 2) Von dem Zeitworte missen, und der Ableitungssylbe -lich, was missen, d. i. fehlen oder fehl schlagen kann, dessen Zustand, Ausgang oder Dauer ungewiß, zweifelhaft ist. Der sterblichen Menschen Gedanken sind mißlich, und unsere Anschläge sind fährlich, Weish. 10, 14. Kriegsglück ist mißlich. Ein mißlicher Ausgang. Nichts ist mißlicher, als der äußere Schein. Es ist ein mißlich Ding um unsere Reitze.
   Treu, die aus Furcht entsteht, hat mißlichen Bestand,
   Opitz. Oft auch mit einem stärkern Nebengriffe der möglichen Gefahr. Eine mißliche Reise, eine gefährliche. Es stehet mißlich mit ihm, gefährlich. Die Sache sieht sehr mißlich aus.
 
Artikelverweis Die
Mißlichkeit, plur. inus. der Zustand einer Sache, da sie mißlich ist, in der zweyten Bedeutung dieses Wortes. Die Mißlichkeit eines künftigen Gewinnes. Die Mißlichkeit des menschlichen Lebens, Opitz.
 
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* Mißliebig, -er, -ste, adj. et adv. welches nur im Oberdeutschen für mißbeliebig üblich ist.
 
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Mißlngen, verb. irreg. neutr. (S. Adelung Gelingen,) welches das Hülfswort seyn erfordert, übel gelingen, einen der Erwartung und Absicht zuwider laufenden Erfolg haben; mißrathen. Die Sache ist mir mißlungen. Die besten Absichten mißlingen oft und gewinnen einen traurigen Ausgang, Gell. Viele machen das Mittelwort mißgelungen, welches aber unrichtig ist, weil man alsdann auch im Präsenti sagen müßte, die Sache linget miß, welches doch nicht geschiehet. So auch die Mißlingung. Im mittlern Lat. misevenire.
 
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Der Mißmuth, des -es, plur. car. der Unmuth, die Unzufriedenheit, Unlust.
 
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Mißmüthig, -er, -ste, adj. et adv. unmüthig, schwermüthig, verdrießlich. Mißmüthig seyn. Daher die Mißmüthigkeit, der Zustand, da man mißmüthig ist.

 

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