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Mißgunst bis Mßkènnen (Bd. 3, Sp. 224 bis 225)
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Artikelverweis Die Mißgunst, plur. car. von dem Zeitworte mißgönnen, der Zustand, da man einem andern etwas mißgönnet, d. i. dessen Wohlfahrt, dessen Vorzüge ungern und mit Unwillen siehet; im gemeinen leben die Abgunst. In engerer Bedeutung ist es die Fertigkeit, anderer Vorzüge ungern und mit Unwillen zu sehen. Siehe Mißgönnen.
 
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Mißgünstig, -er, -ste, adj. et adv. Mißgunst habend, und in derselben gegründet; im gemeinen Leben abgünstig.
 
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Mißhāgen, S. Adelung Mißbehagen.
 
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Mißhällig, -er, -ste, adj. et adv. 1) * Eigentlich, einen verschiedenen, und in engerm Verstande einen unangenehmen verschiedenen Hall, d. i. Ton, habend; im Gegensatze des einhällig. S. Adelung Miß 1. und 2. In dieser Bedeutung ist es veraltet. 2) Figürlich, nicht das gehörige Verhältniß habend, übel stehend; eine nur bey einigen Neuern übliche Bedeutung. Am gewöhnlichsten ist es, 3) im moralischen Verstande, uneins, uneinig, verschiedene Meinungen und Absichten habend und äußernd; im Gegensatze des einhällig. Da sie aber unter einander mißhellig (mißhällig) waren, Apostelg. 28, 25.
   Anm. Das veraltete Zeitwort mißhällen kommt in der dritten Bedeutung schon in den ältesten Zeiten vor; bey dem Ottfried missihellen, bey den Schwäbischen Dichtern missehellen. S. Adelung Einhällig und Gehellen.
 
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Die Mißhälligkeit, plur. die -en, der Zustand, zweyer oder mehrerer Dinge, da sie mißhällig sind, besonders in den beyden figürlichen Bedeutungen. 1) Der Mangel des Verhältnisses. Die Mißhälligkeit einer Gruppe. Die Mißhälligkeit in der diese Rache mit ihrem Charakter stehet, Less. 2) Noch mehr aber im moralischen Verstande, die Verschiedenheit der Meinungen und deren Äußerung. In der Schweiz Mißhäll, Nieders. Mishellung.
 
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Mßhandeln, verb. reg. welches in doppelter Gestalt üblich ist.
   I. Als ein Neutrum, mit dem Hülfsworte haben, überhaupt übel handeln, wider ein Gesetz handeln, wo es im weitesten Verstande nur noch in der biblischen Schreibart, von einer jeden Übertretung des göttlichen Gesetzes üblich ist. Als ein Neutrum lautet das Mittelwort mißgehandelt, welches auch zuweilen in Luthers Übersetzung vorkommt, der aber eben so oft dasselbe mißhandelt macht. Die letzte Form würde voraus setzen, daß der Ton auf dem handeln lieget. Was habe ich mißgehandelt oder gesündigt? 1 Mos. 31, 36. Was habe ich mißhandelt? 1 Sam. 20, 1. Wir haben mißhandelt, Ps. 106, 6. Judith 7, 19. Deine

[Bd. 3, Sp. 225]


Lehrer haben wider mich mißhandelt, Es. 43, 27; Kap. 66, 24. In der biblischen Schreibart, der Gottesgelehrten ist mißgehandelt am üblichsten. Außer der biblischen Schreibart wird es nur zuweilen von einer groben wissentlichen Übertretung menschlicher Gesetze gebraucht; und da heißt das Mittelwort beständig mißgehandelt. Im mittlern. Lat. misfacere.
   II. Als ein Activum, wo das Mittelwort gemißhandelt heißt. Jemanden mißhandeln, ihn durch thätige Beleidigungen beschimpfen. Wir sind von den Räubern gemißhandelt worden.
   Ward je ein Mensch so niedrig mißgehandelt?
   Schleg.
   Hierin, Natur, hast du mich mißgehandelt,
   ebend. wo um des Sylbenmaßes willen das Mittelwort des Neutrius unrichtig für das thätige Mittelwort gemißhandelt gesetzt worden.
 
Artikelverweis Die
Mißhandlung, plur. die -en, das Verbale des vorigen Zeitwortes. 1) In dessen mittlern Bedeutung, eine jede, dem Gesetze zuwider laufende Handlung, wo es im weitesten Verstande nur im theologischen Verstande gebraucht wird, von Handlungen wider menschliche Gesetze aber nur von groben Übertretungen derselben üblich ist, ohne eben den harten Nebenbegriff des Wortes Missethat zu haben. 2) In dessen thätigen Bedeutung, eine jede thätige Beschimpfung eines andern.
 
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Die Mißheirath, plur. die -en, eine nachtheilige, eine den heirathenden Personen schädliche Heirath. Eine Mißheirath thun. In engerer Bedeutung ist die Mißheirath der ebenbürtigen Heirath entgegen gesetzt, da sie denn eine Heirath zwischen Personen ungleichen Standes bedeutet. In beyden Fällen von vornehmen Personen auch wohl das Mißbündniß.
 
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Mißhêllig, S. Adelung Mißhällig.
 
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Das Mißjahr, des -es, plur. die -e, von Jahr, so fern es den Ertrag der Feldfrüchte in einem Jahre bezeichnet, ein in Ansehung der Feldfrüchte fehl geschlagenes Jahr, ein Jahr, in welchem die Feldfrüchte mißrathen sind; im Oberdeutschen ein Fehljahr.
 
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Mßkènnen, verb. irreg. act. (S. Adelung Kennen,) Mittelw. gemißkannt, nicht kennen, verkennen. Seine Pflichten mißkennen. Tausendmahl hat man wahrgenommen, daß ein Prophet in seinem Vaterlande entweder mißkennet (gemißkannt) sey, oder verfolgt werde, Zimmerm. Die Sache ist zu deutlich, als daß sie von jemanden könnte gemißkannt werden, verkannt, nicht eingesehen werden.

 

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