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Minne bis Mirthe (Bd. 3, Sp. 213 bis 216)
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Artikelverweis * Die Minne, plur. car. ein veraltetes Wort, welches ehedem die Liebe bedeutete, und von der Liebe aller Art gebraucht wurde. Der heilig geyst entzündet den Menschen zu gotes Minne und zu des nächsten Liebe, im Buche der Natur, Augsb. 1483. Von welcher Art der Liebe es, so wie das Zeitwort minnen; lieben, so wohl bey dem Ottfried, als den Schwäbischen Dichtern häufig vorkommt, die es auch für Freundschaft gebrauchen. Von der Liebe gegen das andere Geschlecht wird es bey den Dichtern des mittlern Zeitalters freylich sehr häufig gefunden; allein, daraus folget noch nicht, daß es, wie ein neuer Schriftsteller behauptet,

[Bd. 3, Sp. 216]


auf diese allein eingeschränket gewesen, indem man sich durch ein Paar Blicke in dergleichen Schriftsteller von dem Gegentheile überzeugen kann. Da man dieses Wort endlich sehr häufig von der fleischlichen Vermischung gebrauchte, um einen anstößigen Gegenstand durch ein unschuldiges Wort auszudrucken, so machte vermuthlich dieser Mißbrauch, daß es mit allen seinen Ableitungen nach und nach verächtlich wurde, und endlich gar veraltete. Im Holländ. ist es indessen noch jetzt üblich. Das Zeitwort minnen, lieben, und figürlich küssen, ist allem Ansehen nach das Intensivum von meinen, so fern es ehedem günstig seyn, wohl wollen, bedeutete; S. Adelung Meinen. Das Hauptwort Minne ist das Abstractum davon. Das Franz. Mignon, ein Liebling, stammet gleichfalls daher. Im Nieders. pflegen die kleinen Kinder ihre Ammen und Wärterinnen noch Minne zu nennen.
 
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Der Minorīt, des -en, plur. die -en, S. Adelung Minder 1. 2).
 
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Der Minsel, des -s, plur. ut nom. sing. im gemeinen Leben einiger Gegenden, z. B. in der Lausitz, die Kätzchen oder Palmen an den Weiden, Haseln, Nußbäumen und Erlen.
 
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Die Minūte, plur. die -n, aus dem Lat. Minuta, Minutum, ein kleiner, und im gewöhnlichsten Verstande, der sechzigste Theil eines Ganzen, besonders der sechzigste Theil einer Stunde, und im gemeinen Leben überhaupt, ein sehr kleiner Zeittheil. Ich warte keine Minute länger. Ingleichen in der Mathematik, der sechzigste Theil eines Grades. In beyden Fällen wird eine Minute wieder in sechzig Secunden getheilt. In der Mahlerey werden die kleinern Theile, nach welchen die Verhältnisse des menschlichen Körpers bestimmt werden, gleichfalls Minuten genannt. So theilet man daselbst den Kopf in vier Theile, deren jeder wieder aus zwölf Theilen oder Minuten bestehet.
 
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Das Minuten-Rad, des -es, plur. die -Räder, bey den Uhrmachern, ein Rad von 64 Zähnen, welches den Minuten-Zeiger umdrehet.
 
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Der Minuten-Ring, des -es, plur. die -e, der Ring oder Kreis auf dem Zifferblatte einer Uhr, auf welchem die Minuten verzeichnet sind, zum Unterschiede von dem Stundenringe.
 
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Die Minuten-Uhr, plur. die -en, eine Uhr, welche zugleich die Minuten zeiget.
 
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Der Minuten-Zeiger, des -s, plur. ut nom. sing. derjenige Zeiger an einer Uhr, welcher die Minuten zeiget; zum Unterschiede von dem Stunden- und Secunden-Zeiger.
 
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Die Minze, eine Pflanze, S. 1. Münze.
 
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Mir, die dritte Person des persönlichen Fürwortes ich, S. Adelung Ich.
 
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Die Mirthe, s. Myrthe.

 

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