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2. Die Mine bis Minsel (Bd. 3, Sp. 213 bis 216)
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Artikelverweis  2. Die Mine, plur. die -n, ein zunächst aus dem Franz. Mine entlehntes Wort, welches noch von einer doppelten Art Gruben gebraucht wird. 1) Die zur Aufsuchung und Ausförderung der Erze in die Erde gegrabenen Höhlungen, welche im Bergbaue Gruben, Örter u. s. f. genannt werden; in welchem Verstande dieses Wort doch in der guten und anständigen Schreibart veraltet ist. 2) In der Geschützkunst ist die Mine ein unter der Erde gegrabener Keller mit den dazu gehörigen Gängen, die darüber liegende Last vermittelst des Pulvers in die Luft zu sprengen. Eine Mine graben, ziehen oder führen. Die Mine springen lassen, das darin befindliche Pulver anzünden. Ingleichen figürlich, ein heimlicher Anschlag, im mittlern Latein. Mina. Eine Mine springen lassen, einen solchen Anschlag zur Wirklichkeit kommen lassen, ihn ausführen.
   Anm. In beyden Bedeutungen im Dän. Mine, im Engl. Mine, im Ital. Mina, und im Franz. Mine. Das letztere scheint mit dem Fränkischen und Nieder-Rheinischen Mand, Manne, ein Korb, und ursprünglich ein jeder hohler Raum, verwandt zu seyn. Weil dieses Wort, allem Ansehen nach, aus dem Französischen entlehnet ist, so schreibt man es in der ersten Sylbe, ungeachtet diese ein langes i hat, ohne e. S. Adelung Miene.
 
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Der Minen-Gang, des -es, plur. die -gänge, in der Geschützkunst, der unterirdische Gang, welcher zu einer Mine führet.
 
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Die Minen-Kammer, plur. die -n, eben daselbst, der unterirdische hohle Raum, welcher mit Pulver angefüllet, und auch nur die Mine schlechthin genannt wird.
 
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Die Mīner, plur. die -n, ein aus dem Lat. Minera entlehntes und in der guten und reinen Schreibart veraltetes Wort, ein Erz zu bezeichnen.
 
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Das Minerāl, des -es, plur. die -lien, aus dem mittlern Lat. Minerale, ein jeder auf und unter der Erde befindlicher natürlicher Körper, welcher wächset, aber nicht organisirt ist; ein Fossil, bey den ältern Schriftstellern ein Berggewächs.
 
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Das Mineral-Reich, des -es, plur. inus. dasjenige Naturreich, welches die Mineralien in sich fasset; zum Unterschiede von dem Thier- und Pflanzenreiche.
 
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Miniren, verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben, aus dem Franz. miner, Minen graben, in der Geschützkunst. Miniren lassen. In dem zusammen gesetzten unterminiren wird es auch thätig für untergraben gebraucht. S. 2. Mine 2.
 
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Der Minirer, des -s, plur. ut nom. sing. in der heutigen Kriegskunst, besondere Leute, welche zum Miniren gebraucht werden; Schanzgräber.
 
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* Die Minne, plur. car. ein veraltetes Wort, welches ehedem die Liebe bedeutete, und von der Liebe aller Art gebraucht wurde. Der heilig geyst entzündet den Menschen zu gotes Minne und zu des nächsten Liebe, im Buche der Natur, Augsb. 1483. Von welcher Art der Liebe es, so wie das Zeitwort minnen; lieben, so wohl bey dem Ottfried, als den Schwäbischen Dichtern häufig vorkommt, die es auch für Freundschaft gebrauchen. Von der Liebe gegen das andere Geschlecht wird es bey den Dichtern des mittlern Zeitalters freylich sehr häufig gefunden; allein, daraus folget noch nicht, daß es, wie ein neuer Schriftsteller behauptet,

[Bd. 3, Sp. 216]


auf diese allein eingeschränket gewesen, indem man sich durch ein Paar Blicke in dergleichen Schriftsteller von dem Gegentheile überzeugen kann. Da man dieses Wort endlich sehr häufig von der fleischlichen Vermischung gebrauchte, um einen anstößigen Gegenstand durch ein unschuldiges Wort auszudrucken, so machte vermuthlich dieser Mißbrauch, daß es mit allen seinen Ableitungen nach und nach verächtlich wurde, und endlich gar veraltete. Im Holländ. ist es indessen noch jetzt üblich. Das Zeitwort minnen, lieben, und figürlich küssen, ist allem Ansehen nach das Intensivum von meinen, so fern es ehedem günstig seyn, wohl wollen, bedeutete; S. Adelung Meinen. Das Hauptwort Minne ist das Abstractum davon. Das Franz. Mignon, ein Liebling, stammet gleichfalls daher. Im Nieders. pflegen die kleinen Kinder ihre Ammen und Wärterinnen noch Minne zu nennen.
 
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Der Minorīt, des -en, plur. die -en, S. Adelung Minder 1. 2).
 
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Der Minsel, des -s, plur. ut nom. sing. im gemeinen Leben einiger Gegenden, z. B. in der Lausitz, die Kätzchen oder Palmen an den Weiden, Haseln, Nußbäumen und Erlen.

 

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