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Mindern bis Minirer (Bd. 3, Sp. 213)
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Artikelverweis  Mindern, verb. reg. act. minder machen, so wohl, 1) * der Ausdehnung nach; wo es doch nur zuweilen im Oberdeutschen vorkommt, wo unter andern mindern im Stricken auch so viel als abnehmen ist. Als auch, und zwar am häufigsten, 2) der Menge und Intension nach, weniger und geringer machen. Die Zahl der Ziegel sollt ihr ihnen gleichwohl auflegen und nichts mindern, 2. Mos. 5, 8, 11, 19. Ich will sie mehren und nicht mindern, Jerem. 30, 19. Nie haben schädliche Seuchen unsere Herden gemindert, Geßn. Mindert sich nicht unsere Unruhe schon, indem wir sie einem Freunde klagen? Gell.
   Er soll den Wunsch zu leben mindern,
   Gell.
   Was mindert nicht die Zeit? Verarten wir nicht immer?
   Haged. Indessen ist im gemeinen Sprachgebrauche der Hochdeutschen, besonders von der Menge, das zusammen gesetzte vermindern üblicher. So auch die Minderung.
   Anm. Im Isidor minneron, bey dem Notker minneren, bey den Schwäbischen Dichtern minren, im Dän. mindske. Bey einigen Oberdeutschen kommt es auch als ein Neutrum, für abnehmen, sich mindern, vor. Wiewohl die Gefahr nicht minderte.
 
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Mindestens, adv. für zum mindesten, zum wenigsten.
 
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1. Die Mine, der Gesichtszug, S. Adelung Miene.
 
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2. Die Mine, plur. die -n, ein zunächst aus dem Franz. Mine entlehntes Wort, welches noch von einer doppelten Art Gruben gebraucht wird. 1) Die zur Aufsuchung und Ausförderung der Erze in die Erde gegrabenen Höhlungen, welche im Bergbaue Gruben, Örter u. s. f. genannt werden; in welchem Verstande dieses Wort doch in der guten und anständigen Schreibart veraltet ist. 2) In der Geschützkunst ist die Mine ein unter der Erde gegrabener Keller mit den dazu gehörigen Gängen, die darüber liegende Last vermittelst des Pulvers in die Luft zu sprengen. Eine Mine graben, ziehen oder führen. Die Mine springen lassen, das darin befindliche Pulver anzünden. Ingleichen figürlich, ein heimlicher Anschlag, im mittlern Latein. Mina. Eine Mine springen lassen, einen solchen Anschlag zur Wirklichkeit kommen lassen, ihn ausführen.
   Anm. In beyden Bedeutungen im Dän. Mine, im Engl. Mine, im Ital. Mina, und im Franz. Mine. Das letztere scheint mit dem Fränkischen und Nieder-Rheinischen Mand, Manne, ein Korb, und ursprünglich ein jeder hohler Raum, verwandt zu seyn. Weil dieses Wort, allem Ansehen nach, aus dem Französischen entlehnet ist, so schreibt man es in der ersten Sylbe, ungeachtet diese ein langes i hat, ohne e. S. Adelung Miene.
 
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Der Minen-Gang, des -es, plur. die -gänge, in der Geschützkunst, der unterirdische Gang, welcher zu einer Mine führet.
 
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Die Minen-Kammer, plur. die -n, eben daselbst, der unterirdische hohle Raum, welcher mit Pulver angefüllet, und auch nur die Mine schlechthin genannt wird.
 
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Die Mīner, plur. die -n, ein aus dem Lat. Minera entlehntes und in der guten und reinen Schreibart veraltetes Wort, ein Erz zu bezeichnen.
 
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Das Minerāl, des -es, plur. die -lien, aus dem mittlern Lat. Minerale, ein jeder auf und unter der Erde befindlicher natürlicher Körper, welcher wächset, aber nicht organisirt ist; ein Fossil, bey den ältern Schriftstellern ein Berggewächs.
 
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Das Mineral-Reich, des -es, plur. inus. dasjenige Naturreich, welches die Mineralien in sich fasset; zum Unterschiede von dem Thier- und Pflanzenreiche.
 
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Miniren, verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben, aus dem Franz. miner, Minen graben, in der Geschützkunst. Miniren lassen. In dem zusammen gesetzten unterminiren wird es auch thätig für untergraben gebraucht. S. 2. Mine 2.
 
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Der Minirer, des -s, plur. ut nom. sing. in der heutigen Kriegskunst, besondere Leute, welche zum Miniren gebraucht werden; Schanzgräber.

 

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