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Mildhêrzig bis Milz (Bd. 3, Sp. 211 bis 212)
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Artikelverweis  Mildhêrzig, -er, -ste, adj. et adv. ein mildes Herz habend, milde dem Gemüthe, dem Herzen nach, und darin gegründet, in der dritten und vierten figürlichen Bedeutung des Wortes milde.
 
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Die Mildhêrzigkeit, plur. car. der Zustand, und in engerer Bedeutung, die Fertigkeit, da eine Person mildherzig ist. Schon im Angels. ist Miltheortnissa die Barmherzigkeit.
 
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Die Mildigkeit, plur. car. in der vierten figürlichen Bedeutung des Beywortes milde, die Fertigkeit milde zu seyn, die Milde, die Freygebigkeit als eine Fertigkeit betrachtet. Die christliche Mildigkeit. Bey den Schwäbischen Dichtern Miltekeit.
 
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* Mildiglich, adv. für milde, welches im Hochdeutschen veraltet, aber noch im Oberdeutschen gangbar ist.
 
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Mildreich, -er, -ste, adj. et adv. reich an Milde, in der dritten und vierten figürlichen Bedeutung des Beywortes milde, und in dieser Gemüthsart gegründet. Ein mildreiches Betragen.
 
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Mildthätig, -er, -ste, adj. et adv. seine Milde durch die That beweisend, d. i. geneigt, so reichlich, und auf eine so liebreiche Art zu geben, als nur möglich ist, und in dieser Gesinnung gegründet.
 
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Die Mildthätigkeit, plur. inus. der Zustand, und in engerer Bedeutung, die Fertigkeit, da man mildthätig ist.
 
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* Der Mīliz, des -es, plur. inus. in einigen Gegenden, ein Nahme einer Art Schilfgrases, welches sehr groß und ansehnlich wird, und an den Ufern der Teiche und Flüsse wächset: Poa aquatica L. Rispengras, Wasserviehgras, im Braunschweigischen Segge. Der Nahme kommt mit dem Lat. Milium, Hirse, überein. Falscher Miliz, ein Nahme der Wassersemse oder des Cyper-Grases;

[Bd. 3, Sp. 212]


Scirpus sylvaticus L. Es hat wirklich eine eben so zerstreute Blüthenrispe als die Hirse.
 
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Die Milīz, plur. car. aus dem Latein. Militia, der Kriegsstaat eines Herren, dessen Truppen und was dahin gehöret; wo es doch am häufigsten von dem Corps der zur Vertheidigung des Landes ausgesonderten Einwohner gebraucht wird, welches man auch vollständig die Land-Miliz heißt, zum Unterschiede von den Feldsoldaten.
 
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Die Milliōn, plur. die -en, eine Zahl von tausend Mahl tausend. Aus dem Franz. Million, welches vermittelst der vergrößernden Endung -on von dem Lat. mille gebildet ist.
 
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Die Milz, plur. die -en, ein weicher Theil der menschlichen und thierischen Körper, welcher von rother oder bräunlicher Farbe ist, in der linken Weiche zwischen den falschen Rippen und dem Magen liegt, und sich wie die Lunge aufblasen lässet; Lien, Splen. Ihr Nutzen ist noch unbekannt. Die Milz sticht mich, sagt man im gemeinen Leben, wenn man nach einem starken Laufen einen stechenden Schmerz in der linken Weiche fühlet, welcher doch seinen Sitz nicht in der Milz, sondern in dem dicken Darme hat. Eine geronnene Masse, welche das Füllen auf dem Kopfe mit auf die Welt bringt, wird im gemeinen Leben irrig für die Milz gehalten, und daher auch die Milz, bey andern Pferdegift, und im Griech. ἱππομανς genannt.
   Anm. Bey dem Raban Maurus schon im 8ten Jahrhunderte Miltzi, im Nieders. Milte, im Angels. Engl. Dän. Milt, im Schwed. Mjälte, im Isländ. Millte, im Ital. Milza, im Franz. le Mou; alle von milde, Latein. mollis, wegen der weichen Beschaffenheit, so wie die Lunge und Leber gleichfalls von ihrer Beschaffenheit, wie sie sich dem Gefühle darstellet, benannt worden. Im Nieders. ist daher Milte auch die Milch der Fische, welche auch wohl von einigen Hochdeutschen die Milz genannt wird. In dem Geschlechte dieses Wortes gehen die Deutschen Mundarten von einander ab. In den meisten Oberdeutschen Gegenden ist es männlichen Geschlechtes, der Milz, und in einigen gar ungewissen, das Milz. Im Hochdeutschen ist das weibliche das üblichste. Im Alban. heißt die Leber μαλτζ.

 

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