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Miethmann bis Milbe (Bd. 3, Sp. 204)
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Artikelverweis Der Miethmann, des -es, plur. die Miethleute, eine Person männlichen Geschlechtes, welche in einem Hause zur Miethe wohnet; im Gegensatze des Miethherren. Im gemeinen Leben wird es zuweilen von beyden Geschlechtern gebraucht da denn Mann hier die allgemeine Bedeutung eines Menschen hat. Doch ist auch Miethfrau von einer Frau üblich, welche in einem Hause zur Miethe wohnet.
 
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Der Miethmeister, des -s, plur. ut nom. sing. ein nur bey den Abdeckern übliches Wort, wo der Halbmeister, welcher dem Feldmeister untergeordnet ist, auch der Miethmeister genannt wird.
 
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Der Miethpfênnig, des -es, plur. doch nur von mehrern Summen, die -e, S. Adelung Miethgeld.
 
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Das Mīethpfếrd, des -es, plur. die -e, ein auf kurze Zeit gemiethetes Pferd.
 
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Das Miethvieh, des -es, plur. car. in den Schäfereyen einiger Gegenden, z. B. in der Lausitz, diejenigen fremden Schafe, welche um einen gewissen Lohn in das Winterfutter genommen werden, und welche auch das Haltevieh heißen.
 
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Miethweise, adv. zur Miethe. Etwas miethweise haben, als ein gemiethetes Ding.
 
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Die Miethzeit, plur. inus. die in einem Mieth-Contracte bestimmte Zeit der Miethe, die Zeit, wie lange eine Miethe dauert.
 
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Der Miethzins, des -es, plur. doch nur von mehrern Summen, die -e, der Zins für eine gemiethete Sache, besonders für eine gemiethete Wohnung, oder für den gemietheten Theil eines Gebäudes; die Miethe.
 
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Mietz, ein im gemeinen Leben sehr übliches Wort, mit welchem man die Katzen, als mit einem eigenthümlichen Nahmen zu rufen pflegt, wofür an andern Orten Hietz, Hinz, Wienz, Kitz u. s. f. üblich sind. Im Span. Miz, im Ital. Muccia, Micio, im Franz. Mitou, im Schwed. Misse. Es ist eine Nachahmung des eigenthümlichen Geschreyes dieser Thiere, um dessen willen eine Katze auch im mittlern Lat. Musio, im Epirotischen Miza, und bey den Kalmucken Mitz heißt. S. Adelung Mauen und Miauen.
 
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Die Milāne, plur. die -n, oder der Milān, des -en, plur. die -en, ein großer braungelblicher Adler oder Falk mit kurzen ungeschickten gelben Fängen und langen Flügeln. Er gleicht dem Rohrvogel, nur daß er größer ist, und wird, weil er den jungen Gänsen sehr nachstellet, auch Gänseaar, wegen der Gestalt seines Schwanzes auch Schwalbenschwanz, und vermuthlich wegen seines kirrenden Geschreyes auch Kurweihe, genannt. Man gebraucht ihn zur Jagd, daher an dem kaiserlichen Hofe zu Wien eine eigene Melan- und Milanpartey ist, welche aus dem Milanmeister, und verschiedenen Milanknechten und Milanjungen bestehet, und von der Falkenpartey und Reiherpartey noch verschieden ist. Im Franz. heißt dieser Vogel Milan, im mittlern Latein. Milio, welches mit dem Latein. Miluus, Weihe, überein, kommt.
 
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Die Milbe, plur. die -n. 1) Der mehr Hoch- und Oberdeutsche Nahme derjenigen kleinsten Art achtfüßiger Insecten, welche sonst auch unter dem Nahmen der Miethen bekannt sind; Acarus L. S. 1. Miethe. Bey den Schwäbischen Dichtern Melwe, Dän. Möl, Pohln. Mol. 2) In einigen Gegenden werden auch die Motten, Blattae L. im Tatian schon Miliuua, Dän. Mäl, Schwed. Mal, und in noch andern, 3) die rauchen Nachtvögel,

[Bd. 3, Sp. 205]


welche die Kleider zerfressen, und mit ihren Häusern auf dem Rücken herum kriechen, Milben genannt; Dän. Möl. 4) Eine Art Maden, welche die Larve gewisser kleiner Käfer sind, sich in den Büchern und in dem Holze aufhalten, und selbige zerfressen.
   Anm. In allen diesen Fällen von mahlen, zernagen, zermalmen, zerfressen, weil alle jetzt gedachten Insecten besonders ihrer nagenden Eigenschaft wegen bekannt sind, so wie Motte von dem alten matten, nagen, essen, abstammet, S. 2. Mast. Bey den Meistersingern ist die Milbe derjenige Fehler, wenn am Ende des Verses um des Reimes willen ein Buchstab abgebrochen oder verschluckt wird, wo es von eben diesem Zeitworte herstammet.

 

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