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Miethgêld bis Miethlohn (Bd. 3, Sp. 203 bis 204)
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Artikelverweis Das Miethgêld, des -es, plur. doch nur von mehrern Summen, die -er. 1) In der ersten Bedeutung des Zeitwortes, dasjenige Geld, welches man dem gemietheten Gesinde zur Befestigung des geschlossenen Vertrages auf die Hand gibt; der Miethgroschen, der Miethpfennig, das Handgeld, Nieders. Medelgeld, ehedem Medelse, Menasle, um Bremen Godesgeld, Gottesgeld. 2) In dessen zweyten Bedeutung, das für den Gebrauch einer gemietheten Sache bedungene Geld; wo es doch am häufigsten von gemietheten Wohnungen und Zimmern gebraucht, und auch Miethe genannt wird.
 
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Das Miethhaus, des -es, plur. die -häuser, ein Haus, welches man miethet, oder andern vermiethet.
 
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Der Miethhêrr, des -en, plur. die -en, Fämin. die Miethfrau, der Eigenthumsherr, die Eigenthumsfrau der vermietheten Sache, besonders der vermietheten Wohnung.
 
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Miethig, -er, -ste, adj. et adv. von 1. Miethe, solche Miethen enthaltend. Miethiger Käse. Das Mehl ist miethig, voller Miethen.
 
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Der Miethknêcht, des -es, plur. die -e, S. Adelung Miethen. 2.
 
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Die Miethkutsche, plur. die -n, eine Kutsche, welche man nur auf kurze Zeit zu seinem Gebrauche gemiethet hat; die Lohnkutsche, Lehnkutsche.
 
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Der Miethkutscher, des -s, plur. ut nom. sing. derjenige, welcher solche Kutschen hält, und mit den Pferden an andere auf kurze Zeit vermiethet; der Lohnkutscher, Lehnkutscher, in Baiern Lehnrößler. In Wien macht man einen Unterschied unter Lehnkutscher und Miethkutscher oder Fiacker. Letztere halten auf den Straßen und öffentlichen Plätzen. Auch ein Kutscher, welchen man auf kurze Zeit zu seinen Diensten dinget.
 
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Der Miethlackey, des -en, plur. die -en, S. Adelung Miethen.
 
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Die Miethleute, sing. inus. Personen, welche in einem Hause zur Miethe wohnen; im Gegensatze des Miethherren.
 
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Der Miethling, des -es, plur. die -e, eine auf kurze Zeit um Lohn gedungene Person, ohne Unterschied des Geschlechtes. Ein Hausgenoß und Miethling sollen nicht davon essen, 2 Mos. 12, 45; der Fremdling und Tagelöhner, Michael. Ein Miethling, der nicht Hirte ist, deß die Schafe nicht eigen sind, u. s. f. Joh. 10, 12 f. Wo es schon in dem 1523 zu Basel gedruckten N. T. Lutheri als ein unbekanntes Wort durch gedingter Knecht, Tagelöhner, erkläret wird. Nieders. Hürling. Man gebraucht es in der Hochdeutschen Büchersprache nur noch

[Bd. 3, Sp. 204]


zuweilen im verächtlichen Verstande, von einer Person, welche sich durch einen Lohn, oder durch eine Belohnung zu einer gewissen Verrichtung bewegen lässet.
 
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Der Miethlohn, des -es, plur. inus. eine nur in einigen Gegenden übliche Benennung des Gesindelohnes, welcher auch der Jahrlohn, der Liedlohn genannt wird.

 

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