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Meyer bis Miesel (Bd. 3, Sp. 198 bis 201)
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Artikelverweis  Meyer, S. Adelung Meier.
 
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Meynen, S. Adelung Meinen.
 
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Miauen, verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben, welches auch für das Zeitwort mauen üblich ist, das Schreyen der Katzen zu bezeichnen, deren Geschrey man auch durch das indeclinable Miau nachahmet. S. Adelung Mauen und Mietz.
 
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Mich, die vierte Endung des persönlichen Fürwortes ich, im Nieders. mi, im Schwed. mig, bey dem Ulphilas mik, mis, im Angels. und Engl. me, im Latein. me, im Griech. με, εμοι. S. Adelung Ich.
 
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Míchael, ein ursprünglich Hebräischer eigenthümlicher Nahme, welcher von 05de05d9, wer, 05db, wie, und 05d005dc, Gott, abgeleitet, und durch wer ist wie Gott? erkläret wird, ob es gleich immer sehr wahrscheinlich ist, daß er mit dem folgenden michel, groß, Eines Geschlechtes ist. Die Hebräische Etymologie bedarf, so wie die Etymologie aller Sprachen, noch einer großen Aufräumung. Ein anderer Hebräischer weiblicher Nahme, Michal, welcher vermuthlich auch hierher gehöret, wird gemeiniglich von 05de05d905dd, Wasser, und 05db05dc, all, abgeleitet, und soll lauter Wasser bedeuten. Besonders ist in der christlichen Kirche der Erzengel Michael berühmt geworden, dessen Fest, welches das Michaelis-Fest, der Michaelis-Tag, im gemeinen Leben aber nur Michǟl heißt, im Herbste den 29sten Sept. gefeyert wird. Daher das Michaelis-Huhn, ein Zinshuhn, welches um die Zeit dieses Festes, oder im Herbste entrichtet werden muß; das Herbsthuhn. Durch den Nahmen des Erzengels ist dieses Wort auch ein männlicher Taufnahme geworden, welcher im gemeinen Leben nur Míchel lautet, Wend. Micha, aber auch in den niedrigen Sprecharten mit allerley Beysätzen, zuweilen im verächtlichen Verstande gebraucht wird. Ein dummer Michel, ein dummer Mensch. Ein grober Michel, ein grober Mensch. Ein Deutscher Michel, welcher nur allein seine Muttersprache verstehet, da er auch andere Sprachen verstehen sollte, oder welcher in andern Sprachen fehlerhafte Germanismen macht. Welches Schicksal dieser Nahme mit Hans, Matz, Drews und so vielen andern gemein hat, daher man nicht nöthig hat, mit G. Zennern den bekannten protestantischen General im dreyßigjährigen Kriege, Hans, Michael Obentraut, mit in das Spiel zu

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mengen, oder Michel hier für das folgende Wort zu halten, weil die alten Deutschen große starke Leute gewesen.
 
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* Michel, adj. et adv. welches groß bedeutete, im Hochdeutschen aber völlig veraltet ist, dessen Spuren sich aber noch in verschiedenen eigenthümlichen Nahmen erhalten haben, wohin unter andern auch Micheldorf in Österreich, Meklenburg, ehedem nur Mechelburg u. a. m. gehören. Bey dem Kero und Ottfried mihhil, mihil, im Angels. micl, micel, im Engl. mickle, im Schwed. magle und mycken, im Isländ. miekle, bey dem Ulphilas mikil, im Griech. μερας, μεγαλ. Es ist ein sehr altes Wort, welches vermittelst der Ableitungssylbe -el, von dem alten ma, groß, herstammet, und wovon mit andern Endsylben auch das Pers. mih, groß, mihter, größer, das Pohln. moc, Dalmat. moech, Wallis. myg, das Lat. magnus, das Engl. much, viel, Span. mucho, Isländ. mick und Schwed. mycken herkommen. Sogar im Malabarischen ist maga und maha, und in Indostanischen mahja, mai, groß. S. Adelung Macht, Menge, und Mögen, welche gleichfalls zu dem Geschlechte dieses Wortes gehören.
 
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Das Mieder, des -s, plur. ut nom. sing. Diminut. das Miederchen, Oberd. Miederlein, ein nur noch in den gemeinen Sprecharten, besonders auf dem Lande, übliches Wort, ein Oberkleid des weiblichen Geschlechtes ohne Ärmel zu bezeichnen, welches zunächst über dem Hemde getragen wird, und in der anständigern Sprechart ein Leibchen heißt.
   Jetzt schielt er dem Mädchen aufs Mieder,
   Bernh.
   Wie schalkhaft verräth
   Das knappe Corset,
   Das schließende Mieder
   Die schlankesten Glieder!
   Weiße.
 
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Das Schnürmieder, wenn es gesteift ist, und geschnürt wird.
   Anm. In einigen Oberdeutschen Gegenden, z. B. in der Straßburgischen Polizey-Ordnung, das Müter. Es ist vermittelst der Ableitungssylbe -er von mathaa gebildet, welches im Angels. bedecken, bekleiden, bedeutet, wie das Lat. amicire, Amictus, wofür im mittlern Lat. auch Amita gefunden wird. S. 4. Matte, Decke, und Mütze, welche gleichfalls zu diesem Geschlechte gehören.
 
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Die Miene, plur. die -n, ein altes Wort, von welchem wir nur noch einige Überreste haben. Es bedeutete, 1. * Die äußere Gestalt, die Figur eines Dinges; eine veraltete Bedeutung, in welcher noch im Schwed. Mynd, Mynt üblich ist. Das hohe Alter dieser Bedeutung erhellet aus dem Hebr. wo 05ea05de05d505e005d4, ein Bild, von dem ungewöhnlichen Worte 05de05d505df, abstammet. 2. In engerer Bedeutung. 1) Eine angenommene Gestalt, der äußere Schein, im Bretagnischen Man. In dieser Bedeutung gebraucht man es im Deutschen nur noch im Singular allein, ohne Artikel und mit dem Zeitworte machen, Miene machen, sich stellen, ohne doch damit zu entscheiden, ob der Schein wahr sey oder nicht. Der Gläubiger macht Miene, seinen Schuldner zu verklagen, aus seinem Betragen lässet sich meinen oder muthmaßen, daß er ihn verklagen wolle. Der Feind macht Miene, die Festung zu belagern. Wo es aber auch ein Überbleibsel einer noch ältern und allgemeinern Bedeutung der Bewegung seyn kann, so fern es mit mahnen, sich bewegen, überein kommt. Indessen gebraucht man dieses Zeitwort auch für scheinen, vorkommen. Ich weiß nicht wie du mir gemahnst, wie du mir vorkommst. S. Adelung Mahnen. 2) * Eine Figur, so fern sie ein Zeichen eines andern Dinges ist, und in weiterer Bedeutung ein jedes Zeichen; wo der Grund der Benennung entweder in dem Scheine, oder auch in der Bewegung, mit welcher ein Zeichen hervor gebracht wird, zu liegen scheinet. In dieser Bedeutung ist es völlig veraltet, aber Ottfried gebraucht.

[Bd. 3, Sp. 200]


noch Meino für ein jedes Zeichen. Unser Münze und Münzen stammen mit dem Lat. Moneta gleichfalls davon ab. 3) Die Gestalt des Gesichtes, im Bretagnischen Min; doch nur noch in engerer Bedeutung, die zufällige Gestalt des Gesichts, so fern sie ein Überbleibsel oft gehabter Empfindungen, oder oft empfundener Leidenschaften ist, und daher einen muthmaßlichen Erkenntnißgrund von der Beschaffenheit des Gemüthes und der Seele gewähret. Es ist in dieser Bedeutung im Singular am üblichsten. Eine gute Miene. Oft ist es die gute Miene, in der sich die Seele abdrückt, wodurch wir zur Freundschaft eingeladen werden, Gell.
   Ein andrer hat zwar viel Geschicke
   Doch weil die Miene nichts verspricht,
   Gell. Ingleichen die veränderliche Gestalt des Gesichtes, welche von den jedesmahligen Empfindungen herrühret. Vergehungen, die zu der heiligen Miene, die er sich gab, so wenig stimmten. Die Demuth entzieht dem Verdienste das Gebietherische der Miene, des Tones und der Sprache, das in Gesellschaft so beschwerlich fällt, Gell. Die Miene mit der sie diese Nachricht aufnehmen wird, soll mir ihre ganze Seele erklären, Sonnenf. Wir wurden mit einer sehr frostigen Miene empfangen. Ein reicher Mann,
   Der, seiner Miene nach, die eingelaufnen Schulden
   In schweren Ziffern übersann,
   Gell. 4) Einzelne willkührliche Gesichtszüge, Geberden des Gesichtes; Diminut. das Mienchen. Allerley wunderliche Mienen machen. Sich seltsame Mienen angewöhnen. Besonders so fern sie von Empfindungen, von dem Zustande des Gemüthes herrühren, und zusammen genommen die vorige Miene ausmachen. Französ. Mine, Ital. Mina, Engl. Mien. Jemanden eine finstre, eine freundliche, eine angenehme Miene machen. Eine liebreiche, eine väterliche Miene. Auf jemandes Mienen Achtung geben. Ich las in seinen Mienen alles, was er dabey dachte. Etwas mit einer verächtlichen Miene ansehen. Ingleichen figürlich. Die Einbildungskraft gibt den Gedanken des Verstandes gleichsam die eigenthümliche Miene, wodurch sie sich leicht von einander unterscheiden lassen, Gell.
   Anm. Es ist in diesen beyden letzten Bedeutungen nicht, wie man gemeiniglich glaubt, zunächst aus dem Französ. Mine entlehnet, sondern mit demselben Eines Ursprunges, wie aus Ottfrieds Meino erhellet, daher man es auch richtiger Miene, als Mine schreibt, nach der allgemeinen Regel, daß ein gedehntes i im Deutschen in den meisten Fällen ein e zu seinem Begleiter hat. Mine, cuniculus und Bergwerk, schreibt man gemeiniglich um deßwillen ohne e, weil es in den fremden Sprachen, aus welchen es entlehnet ist, kein e hat. Es ist mehr als wahrscheinlich, daß mahnen, so fern es zunächst bewegen, ziehen, bedeutet, und von mähen, movere, herkommt, der Stamm dieses Wortes besonders in den beyden letzten Bedeutungen ist, weil diese Mienen auch Züge und Gesichtszüge, Franz. Traits, genannt werden, und wirklich aus gezogenen Falten der Haut bestehen. Der Zusammenhang zwischen dieser Bedeutung, und der Bedeutung des Scheines, des Glanzes, und in weiterm Verstande der Figur und Gestalt, wird nur dadurch dunkel, weil hier einige Sprossen in der Leiter zu fehlen scheinen. Indessen gibt es mehrere Wörter, welche ursprünglich die Bewegung, und figürlich Glanz, Licht, Schein, Feuer bezeichnen. S. Adelung Mond, welches gleichfalls hierher gehöret. Unser meinen gehöret zu den Mienen des Gesichts nicht weiter, als so fern beyde, obgleich in verschiedenen Rücksichten, von einem gemeinschaftlichen Stamme herkommen.
 
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* Die Miere, plur. die -n, der Niederdeutsche Nahme der Ameisen, S. Adelung Ameise.

[Bd. 3, Sp. 201]



 
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Der Miesel, des -s, plur. ut nom. sing. bey den Böttchern, dem Frisch zu Folge, die kleinen, bey ihren Arbeiten abfallenden Stücklein Holz; ohne Zweifel von meißen, schneiden, hauen S. 2. Meißel und Messer, ingleichen Musel.

 

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