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Meūtmácher bis Mieder (Bd. 3, Sp. 197 bis 199)
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Artikelverweis Der Meūtmácher, des -s, plur. ut nom. sing. Fämin. die Meutmacherinn, eine Person, welche eine Meute, oder Meuterey anstiftet, erreget, S. das vorige.
 
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Die Mewe, plur. die -n, eine Art mit einer Schwimmhaut an den Füßen versehenen Wasservögel, deren untere Kinnlade in der Mitte einen Höcker hat; Larus L. et Klein. Griech. λαρος, welchen Nahmen sie von den kleinen Seefischen, Lari, haben sollen, welche sie gern essen. Es gibt ihrer sehr viele Arten, welche

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so wohl in der Größe, als in der Farbe von einander unterschieden sind. Die weiße Mewe wird auch Meerschwalbe, Seeschwalbe und Fischaarmewe genannt; die weiße Mewe mit einem braunen Kopfe heißt auch Braunkopf und rothköpfiger Seeschwalm; die große graubraune Mewe führet bey den Grönlandsfahrern den Nahmen des Burgemeisters. Die Ringelmewe hat einen schwarzen Ring von dem Nacken bis über die Hälfte des Halses. Der Schwarzkopf ist eine weiße Mewe mit schwarzem Kopfe. Die kleine aschgraue Mewe wird auch Rohrschwalm und Fischerlein genannt, anderer zu geschweigen. Nach dem Klein müssen alle Mewen vierzehige Patschfüße mit freyer Hinterzehe haben.
   Anm. Im Nieders. gleichfalls Mewe, im Angels. Maew, im Engl. Mew, im Holländ. Meeuw, im Franz. Mawe, Mouette, Mauce, im Dän. Maage, im Norweg. Maase. Weil diese Vögel beständig über der Oberfläche des Wassers fliegen, um die kleinen Fische wegzuschnappen, so scheinen sie von dieser Bewegung ihren Nahmen zu haben, welcher alsdann von dem Zeitworte mähen abstammen würde, wenn nicht ihr eigenthümliches Geschrey zu ihrer Benennung Anlaß gegeben. Eine Art kleiner Mewen wird wegen der Art ihres Fluges im Nieders. Scherke genannt, von scheren, sich im Fluge durchkreuzen.
 
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Der Mewenschnabel, des -s, plur. die -schnäbel, eine Art dreyzehiger Patschfüße, welche einen schwarzen Schnabel wie eine Mewe hat; Plautus rostro larino Klein.
 
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Die Meye, Birke, S. 1. May 2.
 
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Meyer, S. Adelung Meier.
 
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Meynen, S. Adelung Meinen.
 
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Miauen, verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben, welches auch für das Zeitwort mauen üblich ist, das Schreyen der Katzen zu bezeichnen, deren Geschrey man auch durch das indeclinable Miau nachahmet. S. Adelung Mauen und Mietz.
 
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Mich, die vierte Endung des persönlichen Fürwortes ich, im Nieders. mi, im Schwed. mig, bey dem Ulphilas mik, mis, im Angels. und Engl. me, im Latein. me, im Griech. με, εμοι. S. Adelung Ich.
 
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Míchael, ein ursprünglich Hebräischer eigenthümlicher Nahme, welcher von 05de05d9, wer, 05db, wie, und 05d005dc, Gott, abgeleitet, und durch wer ist wie Gott? erkläret wird, ob es gleich immer sehr wahrscheinlich ist, daß er mit dem folgenden michel, groß, Eines Geschlechtes ist. Die Hebräische Etymologie bedarf, so wie die Etymologie aller Sprachen, noch einer großen Aufräumung. Ein anderer Hebräischer weiblicher Nahme, Michal, welcher vermuthlich auch hierher gehöret, wird gemeiniglich von 05de05d905dd, Wasser, und 05db05dc, all, abgeleitet, und soll lauter Wasser bedeuten. Besonders ist in der christlichen Kirche der Erzengel Michael berühmt geworden, dessen Fest, welches das Michaelis-Fest, der Michaelis-Tag, im gemeinen Leben aber nur Michǟl heißt, im Herbste den 29sten Sept. gefeyert wird. Daher das Michaelis-Huhn, ein Zinshuhn, welches um die Zeit dieses Festes, oder im Herbste entrichtet werden muß; das Herbsthuhn. Durch den Nahmen des Erzengels ist dieses Wort auch ein männlicher Taufnahme geworden, welcher im gemeinen Leben nur Míchel lautet, Wend. Micha, aber auch in den niedrigen Sprecharten mit allerley Beysätzen, zuweilen im verächtlichen Verstande gebraucht wird. Ein dummer Michel, ein dummer Mensch. Ein grober Michel, ein grober Mensch. Ein Deutscher Michel, welcher nur allein seine Muttersprache verstehet, da er auch andere Sprachen verstehen sollte, oder welcher in andern Sprachen fehlerhafte Germanismen macht. Welches Schicksal dieser Nahme mit Hans, Matz, Drews und so vielen andern gemein hat, daher man nicht nöthig hat, mit G. Zennern den bekannten protestantischen General im dreyßigjährigen Kriege, Hans, Michael Obentraut, mit in das Spiel zu

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mengen, oder Michel hier für das folgende Wort zu halten, weil die alten Deutschen große starke Leute gewesen.
 
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* Michel, adj. et adv. welches groß bedeutete, im Hochdeutschen aber völlig veraltet ist, dessen Spuren sich aber noch in verschiedenen eigenthümlichen Nahmen erhalten haben, wohin unter andern auch Micheldorf in Österreich, Meklenburg, ehedem nur Mechelburg u. a. m. gehören. Bey dem Kero und Ottfried mihhil, mihil, im Angels. micl, micel, im Engl. mickle, im Schwed. magle und mycken, im Isländ. miekle, bey dem Ulphilas mikil, im Griech. μερας, μεγαλ. Es ist ein sehr altes Wort, welches vermittelst der Ableitungssylbe -el, von dem alten ma, groß, herstammet, und wovon mit andern Endsylben auch das Pers. mih, groß, mihter, größer, das Pohln. moc, Dalmat. moech, Wallis. myg, das Lat. magnus, das Engl. much, viel, Span. mucho, Isländ. mick und Schwed. mycken herkommen. Sogar im Malabarischen ist maga und maha, und in Indostanischen mahja, mai, groß. S. Adelung Macht, Menge, und Mögen, welche gleichfalls zu dem Geschlechte dieses Wortes gehören.
 
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Das Mieder, des -s, plur. ut nom. sing. Diminut. das Miederchen, Oberd. Miederlein, ein nur noch in den gemeinen Sprecharten, besonders auf dem Lande, übliches Wort, ein Oberkleid des weiblichen Geschlechtes ohne Ärmel zu bezeichnen, welches zunächst über dem Hemde getragen wird, und in der anständigern Sprechart ein Leibchen heißt.
   Jetzt schielt er dem Mädchen aufs Mieder,
   Bernh.
   Wie schalkhaft verräth
   Das knappe Corset,
   Das schließende Mieder
   Die schlankesten Glieder!
   Weiße.

 

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