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Grammatisch-Kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Metrām bis Mêtzeley (Bd. 3, Sp. 194 bis 195)
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Artikelverweis Das Metrām, S. Adelung Mutterkraut.
 
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Das Mêtt, des -es, plur. doch nur von mehrern Arten oder Quantitäten, die -e, im gemeinen Leben einiger Gegenden, das reine von dem Fette abgesonderte Fleisch, von welchem die Mettwürste gemacht werden; in Hamburg Metgood. Es ist ein altes Wort, welches ehedem Fleisch bedeutete, wie noch jetzt das in Upland übliche Mat, und zu dem alten Mat, Mas, Matz, Mast, Speise, und mästen, nähren, essen, gehöret. S. Adelung Mast und Mettwurst.
 
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Die Mêtte, plur. die -n, ein aus dem Lat. matutinus entlehntes Kirchenwort, welches besonders in der Römischen Kirche üblich ist, den des Morgens vor Anbruch des Tages gehaltenen Gottesdienst in den Kirchen und Klöstern zu bezeichnen; gleichsam Cantus matutinus. In einigen evangelischen Kirchen wird daher noch die Frühpredigt die Mette genannt. In der Fränkischen Mundart schon im 8ten Jahrhunderte Metdina, im Schwed. Mätte, im Franz. Matines, im mittlern Lat. Matutinarius, Matutinus, nehmlich Cantus. Bey dem Kaisersberg ist der Mettenstern der Morgenstern. In weiterer Bedeutung wird auch zuweilen der Gottesdienst, welcher in der Nacht vor einem Feste gehalten wird, die Mette genannt, wie in Christmette.
 
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Metteram, Mettram, Mettrich, S. Adelung Mutterkraut.
 
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Die Mêttwurst, plur. die -würste, ein aus Mett, d. i. gehacktem Schweinefleische, gemachte Wurst, besonders wenn sie noch roh oder ungeräuchert ist. Ist sie geräuchert, so wird sie auch Knackwurst, Schlacke und Schlackwurst genannt. Dän. Medister. Nicht von meiden, schneiden, hacken, sondern von Mett, Fleisch, S. dieses Wort, und 2. Metzen. Im Böhm. ist Masso gleichfalls Fleisch. Von anderer Art sind die Mettwürste in Baiern, welche man am Christtage früh nach der Mette ißt.
 
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Der Mêtz, des -en, plur. die -en, ein nur noch in Steinmetz übliches Wort, wofür an andern Orten Steinhauer üblich ist, S. 2. Metzen und Steinmetz.
 
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1. Die Mêtze, plur. die -n, die Fleischbank, S. Adelung Metzig,
 
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2. Die Mêtze, plur. die -n, eine ehemahlige Benennung einer großen Art Karthaunen, welche in Belagerungen gebraucht wurden und 100 und mehr Pfund schossen. Die scharfe Metze, die faule Metze u. a. m. kommen in diesem Verstande in den vorigen Zeiten vor. Es scheinet hier mehr ein eigenthümlicher figürlicher Nahme, als ein allgemeines Nennwort, und das folgende Metze, ein Mädchen, zu seyn, da ein solches Stück auch in Obersachsen die faule Magd genannt wird. Im Nieders. kommt in diesem Verstande auch Metteke und im Ital. Mazzicana vor, und bey den ältern Schweden ist Moisan gleichfalls eine Art großer Kanonen. Daß es in dieser Bedeutung, wie Frisch will, von Amazone abstamme, ist nur ein Traum.
 
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3. Die Mêtze, plur. die -n, eine Weibsperson, welche ihren Leib Mannspersonen auf eine unerlaubte Art überlässet; eine Hure, obgleich nicht mit einem so harten und verächtlichen Nebenbegriffe, als diesem Worte anklebet. Es scheinet im Oberdeutschen am üblichsten zu seyn. Wenigstens kommt es im Hochdeutschen nur noch zuweilen in der Büchersprache vor. Einem jeglichen Mann eine Metze, oder zwey zur Ausbeute, Richt. 5, 30. Sie schmücken sie mit Golde wie eine Metze zum Tanz, Var. 6, 8.
   Anm. In dieser eingeschränkten Bedeutung im Nieders. Mutze, im Holländ. Mot, im Ital. Mozza, Camozza, welches aber auch eine Gäms bedeutet. Man hat mancherley Ableitungen von diesem Worte. Diejenigen, welche Hure von heuren abstammen lassen, leiten auch Metze von miethen ab; noch unwahrscheinlicherer zu geschweigen. Allein es scheinet überhaupt eine junge Person

[Bd. 3, Sp. 195]


weiblichen Geschlechtes bedeutet zu haben, und von Mädchen nur in der Ableitungssylbe verschieden zu seyn. Das Englische Miss, Span. Moça und Muchacha, das Holländ. Meisje, und Wend. Muschica und Muzica, bedeuten so wohl eine junge Person weiblichen Geschlechtes, als auch im gelinden Verstande eine Hure. Wenn es nicht gar überhaupt ein Ding weiblichen Geschlechtes bezeichnet. Im Oberdeutschen ist Metze eine Hündinn, eine Betze, wo m und b Buchstaben eines und eben desselben Sprachwerkzeuges sind, und im Nieders. ist Mutte ein Schwein weiblichen Geschlechtes, eine Sau. S. Adelung Mutter.
 
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4. Die Mêtze, plur. die -n, ein altes Wort, welches jetzt nur noch ein gewisses Mengenmaß trockner Dinge ist, in welchem Verstande im Deutschen besonders ein gedoppeltes Maß diesen Nahmen führet. 1) Ein größeres, welches in Oberdeutschland üblich ist, aber auch daselbst nicht von einerley Gehalte zu seyn scheinet. In Nürnberg hält ein Malter 8 Metzen, eine Metze vier Diethaufen, ein Diethaufe 2 Diethäuflein, ein Diethäuflein aber 2 Maß. In Regensburg hält ein Schaff, welches so viel als ein Hamburgisches Wispel ist, 4 Mäß, ein Mäß 4 Vierlinge, ein Vierling aber 2 Metzen; dagegen in Augsburg 8 Metzen oder 4 Vierlinge ein Schaff machen. Im Österreichischen gehen 30 Metzen auf ein Muth; eine Metze hält daselbst 4 Viertel oder 8 Achtel. Drey Wienerische Metzen machen vier Hamburgische Faß. In Ulm bestehet ein Immi aus 4 Mittlen, oder 24 Metzen, oder 96 Vierteln. In Frankfurt am Main und der Pfalz hält ein Achtel, welches mit unserm Malter überein kommt, 4 Simmer, 8 Metzen, 16 Sechter, oder 64 Gescheid. Metze und Meste sind daselbst gleichbedeutende Wörter. In Erfurt hält ein Malter 4 Viertel, ein Viertel 3 Scheffel, ein Scheffel 4 Metzen, eine Metze aber 4 Mäßchen. 2) Ein kleineres, welches in ganz Ober- und Niedersachsen üblich ist, wo es den 16ten Theil eines Scheffels, oder den 4ten Theil eines Viertels beträgt, aber nach Verschiedenheit des Scheffels auch wiederum von verschiedener Größe ist. Im Osnabrückischen wird eine solche Metze auch ein Becher genannt. In einigen Gegenden wird die Metze wiederum in vier Mäßchen oder Mäßel getheilet. Von dieser Art ist auch die Mahlmetze, d. i. diejenige Metze Getreides, welche der Müller als seine Gebühr von jedem Scheffel zu nehmen befugt ist, und welche im Nieders. auch die Matte, im mittlern Lat. aber Matta genannt wird. Die Mahlmetze ist alt, und kommt schon in einer Urkunde von 1276 bey dem Ludewig in Reliq. Th. I, S. 115 vor.
   Anm. Metze, Maß, das Oberdeutsche Muth und Lat. Modius. und Metreta, sind sehr genau verwandt und bedeuten insgesammt ein gewisses bestimmtes obgleich verschiedenes Maß körperlicher Dinge. So fern dieses Maß ein Gefäß ist, gehöret auch Meste hierher. S. diese Wörter.
 
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Die Mêtzeley, plur. die -en, S. das folgende.

 

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