Wörterbuchnetz
Grammatisch-Kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Methōde bis 3. Die Mêtze (Bd. 3, Sp. 193 bis 194)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Die Methōde, plur. die -n, aus dem Griech. und Lat. Methodus, die Ordnung im Vortrage der Regeln; die Lehrart, bey ältern Schriftstellern die Lehrordnung, Lehrkunst. In weiterer Bedeutung auch überhaupt, die Ordnung in Eintheilung mehrerer einzelner Dinge, welche auch ein System genannt wird. Die Linnäische Methode, die von Linnee angenommene Eintheilung der Pflanzen in Classen, Ordnungen, Geschlechter und Arten. Daher methōdisch, nach einer gewissen Ordnung im Vortrage der Regeln, oder in Eintheilung mehrerer einzelner Dinge.
 
Artikelverweis 
Die Metonymīe, (viersylbig,) plur. die -n, (fünfsylbig) aus dem Griechischen und Lateinischen Metonymia, in der Redekunst, eine Figur, nach welcher ein Ding mit seiner Beschaffenheit oder einem seiner Verhältnisse verwechselt wird, und welche einige im Deutschen den Nahmenwechsel, das Nahmenlehn, genannt

[Bd. 3, Sp. 194]


haben. Daher metonȳmisch, eine Metonymie enthaltend, in derselben gegründet.
 
Artikelverweis 
Das Metrām, S. Adelung Mutterkraut.
 
Artikelverweis 
Das Mêtt, des -es, plur. doch nur von mehrern Arten oder Quantitäten, die -e, im gemeinen Leben einiger Gegenden, das reine von dem Fette abgesonderte Fleisch, von welchem die Mettwürste gemacht werden; in Hamburg Metgood. Es ist ein altes Wort, welches ehedem Fleisch bedeutete, wie noch jetzt das in Upland übliche Mat, und zu dem alten Mat, Mas, Matz, Mast, Speise, und mästen, nähren, essen, gehöret. S. Adelung Mast und Mettwurst.
 
Artikelverweis 
Die Mêtte, plur. die -n, ein aus dem Lat. matutinus entlehntes Kirchenwort, welches besonders in der Römischen Kirche üblich ist, den des Morgens vor Anbruch des Tages gehaltenen Gottesdienst in den Kirchen und Klöstern zu bezeichnen; gleichsam Cantus matutinus. In einigen evangelischen Kirchen wird daher noch die Frühpredigt die Mette genannt. In der Fränkischen Mundart schon im 8ten Jahrhunderte Metdina, im Schwed. Mätte, im Franz. Matines, im mittlern Lat. Matutinarius, Matutinus, nehmlich Cantus. Bey dem Kaisersberg ist der Mettenstern der Morgenstern. In weiterer Bedeutung wird auch zuweilen der Gottesdienst, welcher in der Nacht vor einem Feste gehalten wird, die Mette genannt, wie in Christmette.
 
Artikelverweis 
Metteram, Mettram, Mettrich, S. Adelung Mutterkraut.
 
Artikelverweis 
Die Mêttwurst, plur. die -würste, ein aus Mett, d. i. gehacktem Schweinefleische, gemachte Wurst, besonders wenn sie noch roh oder ungeräuchert ist. Ist sie geräuchert, so wird sie auch Knackwurst, Schlacke und Schlackwurst genannt. Dän. Medister. Nicht von meiden, schneiden, hacken, sondern von Mett, Fleisch, S. dieses Wort, und 2. Metzen. Im Böhm. ist Masso gleichfalls Fleisch. Von anderer Art sind die Mettwürste in Baiern, welche man am Christtage früh nach der Mette ißt.
 
Artikelverweis 
Der Mêtz, des -en, plur. die -en, ein nur noch in Steinmetz übliches Wort, wofür an andern Orten Steinhauer üblich ist, S. 2. Metzen und Steinmetz.
 
Artikelverweis 
1. Die Mêtze, plur. die -n, die Fleischbank, S. Adelung Metzig,
 
Artikelverweis 
2. Die Mêtze, plur. die -n, eine ehemahlige Benennung einer großen Art Karthaunen, welche in Belagerungen gebraucht wurden und 100 und mehr Pfund schossen. Die scharfe Metze, die faule Metze u. a. m. kommen in diesem Verstande in den vorigen Zeiten vor. Es scheinet hier mehr ein eigenthümlicher figürlicher Nahme, als ein allgemeines Nennwort, und das folgende Metze, ein Mädchen, zu seyn, da ein solches Stück auch in Obersachsen die faule Magd genannt wird. Im Nieders. kommt in diesem Verstande auch Metteke und im Ital. Mazzicana vor, und bey den ältern Schweden ist Moisan gleichfalls eine Art großer Kanonen. Daß es in dieser Bedeutung, wie Frisch will, von Amazone abstamme, ist nur ein Traum.
 
Artikelverweis 
3. Die Mêtze, plur. die -n, eine Weibsperson, welche ihren Leib Mannspersonen auf eine unerlaubte Art überlässet; eine Hure, obgleich nicht mit einem so harten und verächtlichen Nebenbegriffe, als diesem Worte anklebet. Es scheinet im Oberdeutschen am üblichsten zu seyn. Wenigstens kommt es im Hochdeutschen nur noch zuweilen in der Büchersprache vor. Einem jeglichen Mann eine Metze, oder zwey zur Ausbeute, Richt. 5, 30. Sie schmücken sie mit Golde wie eine Metze zum Tanz, Var. 6, 8.
   Anm. In dieser eingeschränkten Bedeutung im Nieders. Mutze, im Holländ. Mot, im Ital. Mozza, Camozza, welches aber auch eine Gäms bedeutet. Man hat mancherley Ableitungen von diesem Worte. Diejenigen, welche Hure von heuren abstammen lassen, leiten auch Metze von miethen ab; noch unwahrscheinlicherer zu geschweigen. Allein es scheinet überhaupt eine junge Person

[Bd. 3, Sp. 195]


weiblichen Geschlechtes bedeutet zu haben, und von Mädchen nur in der Ableitungssylbe verschieden zu seyn. Das Englische Miss, Span. Moça und Muchacha, das Holländ. Meisje, und Wend. Muschica und Muzica, bedeuten so wohl eine junge Person weiblichen Geschlechtes, als auch im gelinden Verstande eine Hure. Wenn es nicht gar überhaupt ein Ding weiblichen Geschlechtes bezeichnet. Im Oberdeutschen ist Metze eine Hündinn, eine Betze, wo m und b Buchstaben eines und eben desselben Sprachwerkzeuges sind, und im Nieders. ist Mutte ein Schwein weiblichen Geschlechtes, eine Sau. S. Adelung Mutter.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: