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Mếßkorn bis Mếßtisch (Bd. 3, Sp. 190 bis 191)
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Artikelverweis Das Mếßkorn, des -es, plur. car. von Messe 1. in einigen, besonders katholischen Gegenden, dasjenige Korn oder Getreide, welches die mit Ackerbau versehenen Landleute dem Pfarrer für den Gottesdienst, von welchem die Messe für den wesentlichsten Theil gehalten wird, jährlich entrichten müssen. Es ist unter diesem Nahmen auch noch in einigen evangelischen Gegenden üblich. In andern heißt es das Zehentkorn, Zinskorn, Sendkorn u. s. f. Im mittlern Lat. Annona missalis.
 
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Die Mếßkunst, plur. car. von dem Zeitworte messen, die Wissenschaft, nicht nur alle Entfernungen, Weiten, Höhen und Tiefen, besonders auf der Oberfläche der Erde auszumessen, sondern auch Theile dieser Oberfläche in Grund zu legen und auf das Feld abzustecken, welche Wissenschaft ein Theil der praktischen Geometrie ist; die Feldmeßkunst, bey ältern Schriftstellern die Maßkunst. Die Meßkunde bezeichnet nur die Kunde oder Kenntniß, oder den Inbegriff der hierher gehörigen klaren und deutlichen Vorstellungen, S. die Kunde und Kunst.
 
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Der Mêßner, des -s, plur. ut nom. sing. dessen Gattinn die Meßnerinn, von Messe 1. in einigen, besonders katholischen Gegenden, ein Kirchenbedienter, welcher das Meßgeräth in seiner Verwahrung hat, und in andern der Kirchner, Küster, Sacristaner u. s. f. genannt wird. Schon im Schwabenspiegel Mesner.
 
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Das Mêßopfer, des -s, plur. ut nom. sing. von Messe 1. in der Römischen Kirche, die Haltung der Messe, so fern sie als ein unblutiges Opfer, oder als eine wiederhohlte unblutige Aufopferung Christi betrachtet wird. Bey dem Notker ist Missopher in einem andern Verstande dasjenige, was bey dem Genusse des Abendmahles auf dem Altare geopfert, d. i. geschenket wird.
 
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Der Mếßpfaff, des -en, plur. die -en, S. das folgende.
 
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Der Mếßpriester, des -s, plur. ut nom. sing. von Messe 1. in der Römischen Kirche, ein Priester, so fern er besonders dazu bestimmt ist, Messe zu lesen. In weiterer Bedeutung auch ein jeder Priester, so fern das Lesen der Messe für das vornehmste Stück seines Amtes gehalten wird; im harten und verächtlichen Verstande, ein Meßpfaff.
 
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Der Mếßriemen, des -s, plur. ut nom. sing. S. Adelung Meßkette.
 
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Die Mếßruthe, plur. die -n, von dem Zeitworte messen, ein in Ruthen, Schuh u. s. f. abgetheilter langer Stab, so fern er zum Messen auf dem Felde gebraucht wird; in einigen Gegenden die Meßstange.

[Bd. 3, Sp. 191]



 
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Die Mếßschnur, plur. die -schnüre, eine solche Schnur; bey dem Notker Mazseile. S. Adelung Meßkette.
 
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Die Mếßstange, plur. die -n, S. Adelung Meßruthe.
 
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Der Mếßtisch, des -es, plur. die -e, Diminut. das Meßtischchen, Oberd. Meßtischlein, von dem Zeitworte messen, ein kleines vierecktes Tischchen, die Weiten und Höhen damit zu messen; Mensula Praetoriana, von dem Erfinder Prätorius, einem Lehrer der Mathematik zu Altorf.

 

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