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Mêssingbrênnen bis Mêssingschläger (Bd. 3, Sp. 189 bis 190)
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Artikelverweis Das Mêssingbrênnen, des -s, plur. car. das Brennen, d. i. die Verfertigung des Messings, weil die vornehmste Arbeit dabey in dem Brennen, d. i. Rösten, des Galmeysteines bestehet.
 
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Der Mêssingbrênner, des -s, plur. ut nom. sing. derjenige Arbeiter in einer Messinghütte, welcher das Brennen, oder die Verfertigung des Messings verrichtet, welcher den Galmey röstet, und aus dessen Zusammenschmelzung mit Kupfer Messing hervor bringt.
 
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Der Mêssingdraht, des -es, plur. doch nur von mehrern Arten oder Quantitäten, die -e, zu einem Drahte gezogener Messing, messingener Draht.
 
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Mêssingen, adj. et adv. aus Messing verfertiget, aus Messing bestehend. Messingene Knöpfe. Ein messingener Kessel.
 
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Der Mêssingfeiler, des -s, plur. ut nom. sing. in den Gewehrfabriken, ein Nahme derjenigen Arbeiter, welche den Beschlag zu den Schäften der Gewehre verfertigen und auch Zeugfeiler genannt werden; zum Unterschiede von den Rohrseilern, Schloßmachern, Schäftern, Stechern u. s. f.
 
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Der Mêssinghammer, des -s, plur. die -hämmer, ein großer Hammer, mit welchem das Messing zu Blech geschlagen wird. Ingleichen ein Hammerwerk, d. i. eine Anstalt, wo das Messing vermittelst großer von dem Wasser getriebener Hämmer bearbeitet wird; zum Unterschiede von einem Eisenhammer und Kupferhammer.
 
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Die Mêssinghütte, plur. die -n, eine Hütte, in welcher Messing gebrennet, d. i. gemacht wird, und wozu man oft mehrere Nebenanstalten und Gebäude rechnet.
 
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* Mêssingisch, adj. et adv. welches nur in Niederdeutschland üblich ist, wo es besonders von derjenigen Sprechart gebraucht wird, wo man Hoch- und Niederdeutsche Wörter und Endungen unter einander mischet. Eine messingische Sprache. Messingisch reden, wie besonders die nach Oberdeutschland gewanderten Niederdeutschen Handwerksbursche zu thun pflegen. Als man in Niedersachsen anfing, die Plattdeutsche Sprache von den Kanzeln und aus den Gerichten zu verdrängen, und doch dem gemeinen Volke nicht gern auf einmahl unverständlich werden wollte, so ward diese messingische oder vermischte Mundart sehr gemein. Ein solches Testament von 1632 stehet unter andern auch in dem Rostockischen Etwas 1738, S. 514. Dieses Wort hat mit dem Hauptworte Messing nichts als den gemeinschaftlichen Ursprung gemein. Es stammet, so wie dieses, unmittelbar von mischen ab, und bedeutet eine vermischte Sprache, welche man in Oberdeutschland Mengelsprache und Mengsprache, im Ital. aber Mescolanza und Mescuglio nennet.
 
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Die Mêssingplatte, plur. die -n, eine messingene Platte, ein Stück Messing in Gestalt einer Platte.
 
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Der Mêssingschaber, des -s, plur. ut nom. sing. auf den Messinghämmern, diejenigen Arbeiter, welche das geschlagene

[Bd. 3, Sp. 190]


Messingblech mit dem Schabeisen und vermittelst einer gewissen Beitze hell und glänzend machen.
 
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Der Mêssingschläger, des -s, plur. ut nom. sing. eben daselbst, ein Arbeiter, welcher das von den Messingschneidern in Zainen gesägte Messing unter dem Hammer zu Blech treiben lässet.

 

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