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Mêssīas bis Mêssingisch (Bd. 3, Sp. 188 bis 189)
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Artikelverweis Der Mêssīas, des Messias, oder Messiä, plur. die Messīas, oder Messiä, oder Messien, ein aus dem Hebr. 05de05e905d7, salben, gebildetes Wort, welches einen Gesalbten bedeutet, und der Nahme des Erlösers bey den ältern Juden war, welchen Erlöser die neuern noch erwarten. Daher das Bey- und Nebenwort messiānisch, welches von einigen für christlich gebraucht wird. Die messianische Haushaltung Gottes, nach der Zukunft des Messiä, oder Christi.
 
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Das Mêssing, des -s, plur. car. ein gelbes gemischtes Metall, welches entstehet, wenn man Kupfer mit einem Zinkerze, wozu gemeiniglich Galmey genommen wird, vereiniget. Messing machen, oder vielmehr mit dem gewöhnlichen Kunstworte Messing brennen, Kupfer mit Galmey zusammen schmelzen. Das Prinzmetall ist ein solches vermischtes Metall, welches entstehet, wenn man anstatt des Galmeyes reinen Zink nimmt.
   Anm. Im Dänischen und Schwedischen gleichfalls Messing, im Angelsächsischen Maestling, Maestlen, Maeslen, im Pohln. Mosiadz, im Böhm. Mosaz. Es stammet vermittelst der Ableitungssylbe -ing, welche ein Ding bedeutet, von dem Zeitworte mischen, Franz. mesler, her, und bedeutet ein gemischtes Ding, ein Mengsel, und besonders ein gemischtes Metall. Diese Abstammung erhellet unter andern auch aus den gemeinen Ober- und Niederdeutschen Mundarten; in jenen heißt das Messing auch Mösch, Meisch, von meischen, mischen, (S. Adelung Meisch,) und in diesen Mesken, von misken, mischen. Es wurde daher ehedem auch von mehrern vermischten und unreinen Metallen gebraucht. So bedeutete Maeslen ehedem im Angels. auch Zinn, vermuthlich unreines, mit Bley vermischtes Zinn, welches man noch im Deutschen in einigen Gegenden Mangk zu nennen pflegt, von mengen, mischen. Im Böhm. ist mosazny ehern, aus Erz, welches gleichfalls ein vermischtes Metall ist. S. auch Metall und Messingisch. Übrigens ist dieses Wort in einigen Gegenden auch männlichen Geschlechtes, der Messing.

[Bd. 3, Sp. 189]


Andere Sprachen haben ein anderes, aber der Bedeutung nach sehr nahe verwandtes Wort, dieses vermischte Metall zu bezeichnen. Dieses ist das mittlere Lat. Lato, Franz. Laiton, Span. Laton, Alaton, Ital. Lattone, Lottone, Ottone, Engl. Latten, Holländ. Latoen, und auch bey einigen ältern Deutschen Schriftstellern Latun. Die auswärtigen Sprachforscher haben über dieses Wort allerley seltsame Einfälle, die ich hier nicht anführen mag. Es gehöret unstreitig zu unserm löthen, vereinigen, verbinden, und bedeutet so wie Messing eigentlich auch nichts andres als ein vermischtes, aus mehrern Metallen verbundenes Metall, S. Löthen.
 
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Das Mếssingblếch, des -es, plur. die -e, zu Blech geschlagenes Messing, ein aus Messing verfertigtes Blech.
 
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Das Mêssingbrênnen, des -s, plur. car. das Brennen, d. i. die Verfertigung des Messings, weil die vornehmste Arbeit dabey in dem Brennen, d. i. Rösten, des Galmeysteines bestehet.
 
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Der Mêssingbrênner, des -s, plur. ut nom. sing. derjenige Arbeiter in einer Messinghütte, welcher das Brennen, oder die Verfertigung des Messings verrichtet, welcher den Galmey röstet, und aus dessen Zusammenschmelzung mit Kupfer Messing hervor bringt.
 
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Der Mêssingdraht, des -es, plur. doch nur von mehrern Arten oder Quantitäten, die -e, zu einem Drahte gezogener Messing, messingener Draht.
 
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Mêssingen, adj. et adv. aus Messing verfertiget, aus Messing bestehend. Messingene Knöpfe. Ein messingener Kessel.
 
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Der Mêssingfeiler, des -s, plur. ut nom. sing. in den Gewehrfabriken, ein Nahme derjenigen Arbeiter, welche den Beschlag zu den Schäften der Gewehre verfertigen und auch Zeugfeiler genannt werden; zum Unterschiede von den Rohrseilern, Schloßmachern, Schäftern, Stechern u. s. f.
 
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Der Mêssinghammer, des -s, plur. die -hämmer, ein großer Hammer, mit welchem das Messing zu Blech geschlagen wird. Ingleichen ein Hammerwerk, d. i. eine Anstalt, wo das Messing vermittelst großer von dem Wasser getriebener Hämmer bearbeitet wird; zum Unterschiede von einem Eisenhammer und Kupferhammer.
 
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Die Mêssinghütte, plur. die -n, eine Hütte, in welcher Messing gebrennet, d. i. gemacht wird, und wozu man oft mehrere Nebenanstalten und Gebäude rechnet.
 
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* Mêssingisch, adj. et adv. welches nur in Niederdeutschland üblich ist, wo es besonders von derjenigen Sprechart gebraucht wird, wo man Hoch- und Niederdeutsche Wörter und Endungen unter einander mischet. Eine messingische Sprache. Messingisch reden, wie besonders die nach Oberdeutschland gewanderten Niederdeutschen Handwerksbursche zu thun pflegen. Als man in Niedersachsen anfing, die Plattdeutsche Sprache von den Kanzeln und aus den Gerichten zu verdrängen, und doch dem gemeinen Volke nicht gern auf einmahl unverständlich werden wollte, so ward diese messingische oder vermischte Mundart sehr gemein. Ein solches Testament von 1632 stehet unter andern auch in dem Rostockischen Etwas 1738, S. 514. Dieses Wort hat mit dem Hauptworte Messing nichts als den gemeinschaftlichen Ursprung gemein. Es stammet, so wie dieses, unmittelbar von mischen ab, und bedeutet eine vermischte Sprache, welche man in Oberdeutschland Mengelsprache und Mengsprache, im Ital. aber Mescolanza und Mescuglio nennet.

 

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