Wörterbuchnetz
Grammatisch-Kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
2. Das Mêsser bis Mếßfahne (Bd. 3, Sp. 186 bis 187)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis  2. Das Mêsser, des -s, plur. ut nom. sing. Diminut. das Messerchen, Oberd. Messerlein. 1) * Im weitesten Verstande, ein Werkzeug zum Schneiden, Stechen, Hauen, Stoßen, Schlagen u. s. f. in welchem es im Deutschen veraltet ist. Im Schwabenspiegel ist Stechmezzer ein langer Degen, im Nieders. aber Steekmetz, und im Schwed. Stekamets, ein Dolch, ein Degen. Im Böhm. ist Mec, im Wend. Mecz, und im Krainer. Metsch, gleichfalls ein Degen, womit auch das Angels. Mece, Meca, das Schwed. Mäkir, das Krimmische Myca, das Finnländ. Micka, und das Griech. und Lat. μαχαιρα, alle in der Bedeutung eines Degens, verwandt sind. Unser Hackmesser und Wiegemesser

[Bd. 3, Sp. 187]


scheinen diese alte weitere Bedeutung noch aufbehalten zu haben. Im mittlern Lat. bedeutet Macia, Machia, eine Keule, Franz. Messue, Masse. 2) In engerer und gewöhnlicherer Bedeutung, ein Werkzeug mit einer langen Klinge, damit zu schneiden, besonders so fern das Schneiden mit einer Art von Ziehen verbundenen ist; zum Unterschiede von einer Schere, welche nicht nur zwey Klingen hat, sondern das Schneiden auch allein vermittelst des Druckes verrichtet. Das Tischmesser, Brotmesser, Küchenmesser, Balbiermesser, Schermesser, Fadermesser, Weidemesser, Gartenmesser, Schlachtmesser, Pflugmesser u. s. f. Einem das Messer an die Kehle setzen, ihn in die äußerste Verlegenheit bringen. Uns stehet das Messer an der Kehle, wir befinden uns in der äußersten Verlegenheit. Das große Messer führen, prahlen, aufschneiden.
   Anm. In dem alten Gedichte auf den heil. Anno Mezzir, im Nieders. ohne Ableitungssylbe Metz, Mest, im Holländ. Mes, im Ungar. Metzöker. Es ist vermittelst der Ableitungssylbe -er, welche ein Werkzeug bedeutet, von dem veralteten Zeitworte meißen, schneiden, hauen, stechen, schlagen, gebildet, welches wiederum von meiden und mähen abstammet. Siehe Mähen, Meißel, Metzeln, Metzcher u. a. m.
 
Artikelverweis 
Das Mêsserbestêck, oder Mêssergestêck, des -es, plur. die -e, ein Futteral mit einem oder mehrern Paaren Messern und Gabeln.
 
Artikelverweis 
Das Mêsserhêft, des -es, plur. die -e, das Heft an einem Messer, wobey man dasselbe angreift und handhabet.
 
Artikelverweis 
Die Mêsserklinge, plur. die -n, die Klinge, d. i. der schneidende Theil eines Messers, oder an einem Messer; Nieders. das Lämmel, Holländ. Lämmer, nach dem Lat. Lamina.
 
Artikelverweis 
Der Mêsserlohn, des -es, plur. doch nur im gemeinen Leben von mehrern Summen, die -löhne, der Lohn, welchen der Messer für das Messen bekommt; das Meßgeld, Nieders. Metelgeld. S. 1. Messer.
 
Artikelverweis 
Die Mêsserschale, plur. die -n, eine von den zwey Hälften, woraus das Heft an einem Messer bestehet.
 
Artikelverweis 
Mêsserscharf, adj. et adv. so scharf, wie ein Messer. Bey den Schlössern werden die dreyeckigen Feilen messerscharfe Feilen genannt.
 
Artikelverweis 
Die Mêsserscheide, plur. die -n, die Scheide zu einem Messer.
 
Artikelverweis 
Der Mêsserschmid, des -s, plur. die -schmiede, ein Schmid, welcher nur allein, oder doch hauptsächlich Messer- und Gabelklingen verfertiget; im Oberd. Messerer, Nieders. Mestmaker.
 
Artikelverweis 
Die Mêsserspitze, plur. die -n, die Spitze an einem Messer. Ingleichen, so viel, als man mit derselben fassen kann. Eine Messerspitze Salz, Pulver u. s. f. Eine Messerspitze voll.
 
Artikelverweis 
Die Mếßfahne, plur. die -n, von dem Zeitworte messen, eine Fahne an einer langen Stange, dergleichen sich die Feldmesser bedienen.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: