Wörterbuchnetz
Grammatisch-Kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Merkūr bis Mêrzschaf (Bd. 3, Sp. 183 bis 184)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis  Merkūr, in der Götterlehre der Griechen und Römer, der Gott der Beredsamkeit und Handlung, welcher zugleich das Amt eines Bothen der Götter verwaltete. Unter den Planeten heißt der sechste, welcher der Sonne am nächsten ist, der Merkur. In der Chymie ist es der Nahme des Quecksilbers; wo aber nur allein die vollständige Form Merkurius oder Mercurins üblich ist.
 
Artikelverweis 
Mêrkwürdig, -er, -ste, adj. et adv. von der dritten figürlichen Bedeutung des Zeitwortes merken, würdig, oder werth, gemerket, d. i. im Gedächtnisse behalten zu werden; denkwürdig. Ein merkwürdiger Tag. Das war mir, oder schien mir sehr merkwürdig.
 
Artikelverweis 
Die Mêrkwürdigkeit, plur. die -en. 1) Die Eigenschaft einer Sache, nach welcher sie merkwürdig ist; ohne Plural. 2) Eine merkwürdige Sache, merkwürdige Begebenheit. In beyden Fällen auch die Denkwürdigkeit.
 
Artikelverweis 
Das Mêrkzeichen, des -s, plur. ut nom. sing. in der ersten figürlichen Bedeutung des Zeitwortes merken, ein Zeichen, woraus man die Gegenwart einer Sache oder Veränderung schließet; wofür doch Merkmahl üblicher ist. Ingleichen in der dritten Bedeutung, ein Zeichen, eine Sache vermittelst desselben zu merken, d. i. im Gedächtnisse zu behalten, oder sich derselben wieder zu erinnern. Sich ein Merkzeichen machen.
 
Artikelverweis 
Der Mêrlan, des -es, plur. die -e, in einigen Gegenden, ein Nahme des Meerhechtes, Gadus Merlucius L. wenn es nicht vielmehr der verwandte Witling oder Weißfisch, Gadus Merlangus, ist. Im Franz. ist Merlan, oder Moruë, im

[Bd. 3, Sp. 184]


mittlern Lat. Merluus, der gleichfalls verwandte Stockfisch oder Rabliau, Gadus Morhua.
 
Artikelverweis 
Die Mêrle, plur. die -n. 1) Eine im Oberdeutschen übliche Benennung der Amsel, welche mit dem Latein. Merula überein kommt, und in einigen Gegenden auch im männlichen Geschlechte der Merl lautet.
   Ich horte ein merlikin wol singen
   Das mih duhte der sumer wolte entstan,
   Hr. Ulrich. von Guotenburg.
   So verniuuuet offenbere
   Diu merlin ir sanc,
   Diu uns bringent libiu mere,
   Heinrich von Veldig. 2) Eine kleine der Amsel ähnliche Art Falken von aschgrauer Farbe, welche sehr gelehrig ist, und zum Lerchenfange gebraucht wird; Falco Aesalon Klein. In andern Gegenden mit vorgesetztem Zischlaute das Schmerlein, Schmierlein, Franz. Emerillon, Ital. Smeriglione.
 
Artikelverweis 
Merode, S. Adelung Marode.
 
Artikelverweis 
Die Mêrthe, S. Adelung Mährte.
 
Artikelverweis 
Der Mêrz, S. Adelung März.
 
Artikelverweis 
Mêrzen, S. Adelung Ausmerzen.
 
Artikelverweis 
Das Mêrzschaf, des -es, plur. die -e, in der Landwirthschaft, Schafe welche ausgemerzet worden, S. dieses Wort. So auch das Merzvieh, des -es, plur. car. ausgemerztes Vieh.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: