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Mêrker bis Merode (Bd. 3, Sp. 183 bis 184)
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Artikelverweis * Der Mêrker, des -s, plur. ut nom. sing. Fämin. die Merkerinn, ein größten Theils veraltetes Wort, eine Person zu bezeichnen, welche auf etwas merket, besonders, welche dazu bestellet ist, etwas anzumerken. Bey den Meisterfingern werden noch die Vorsteher der Genossenschaft des Meistergesanges die Merker genannt, weil sie in den Singeschulen in einem besondern Gerüste, welches das Gemerk genannt wird, sitzen, und die Fehler der Singenden anmerken, welche Handlung auch merken schlechthin genannt wird.
 
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Mêrklich, -er, -ste, adj. et adv. in der ersten figürlichen Bedeutung des Zeitwortes merken, was sich merken lässet, d. i. dessen Daseyn man aus gewissen Kennzeichen schließen kann; im Gegensatze des unmerklich. Ich konnte ihn nicht ansehen, wenn ich nicht merklich erröthen wollte, so daß andere es gemerket hätten. Einem etwas auf eine sehr merkliche Art zu verstehen geben. Einen merklichen Schaden, einen merklichen Nutzen von etwas haben. Er hat sich merklich gebessert. Die Tage werden schon merklich länger. Für merkwürdig ist es in der anständigen Schreibart der Hochdeutschen veraltet, ungeachtet es im gemeinen Leben in dieser Bedeutung noch häufig ist. Und verdorren den andern zum merklichen Exempel, Sir. 19, 3.
 
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Die Mêrklichkeit, plur. car. die Eigenschaft, der Zustand einer Sache, da sie merklich ist. Die Merklichkeit des Einflusses einer Handlung in andere Personen und Handlungen.
 
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Das Mêrkmahl, des -es, plur. die -e, ein Mahl, d. i. Zeichen, woran man eine Sache entdecket, ihre Gegenwart oder Annäherung erkennet, sich derselben wieder erinnert, von der ersten und dritten figürlichen Bedeutung des Zeitwortes merken; das Merkzeichen. Die Windstille ist den Schiffen ein zuverlässiges Merkmahl eines bevor stehenden Sturmes. Oft auch ein jedes Zeichen, woran man eine Sache erkennet, d. i. sie von andern unterscheidet; ein Kennzeichen.
 
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Merkūr, in der Götterlehre der Griechen und Römer, der Gott der Beredsamkeit und Handlung, welcher zugleich das Amt eines Bothen der Götter verwaltete. Unter den Planeten heißt der sechste, welcher der Sonne am nächsten ist, der Merkur. In der Chymie ist es der Nahme des Quecksilbers; wo aber nur allein die vollständige Form Merkurius oder Mercurins üblich ist.
 
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Mêrkwürdig, -er, -ste, adj. et adv. von der dritten figürlichen Bedeutung des Zeitwortes merken, würdig, oder werth, gemerket, d. i. im Gedächtnisse behalten zu werden; denkwürdig. Ein merkwürdiger Tag. Das war mir, oder schien mir sehr merkwürdig.
 
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Die Mêrkwürdigkeit, plur. die -en. 1) Die Eigenschaft einer Sache, nach welcher sie merkwürdig ist; ohne Plural. 2) Eine merkwürdige Sache, merkwürdige Begebenheit. In beyden Fällen auch die Denkwürdigkeit.
 
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Das Mêrkzeichen, des -s, plur. ut nom. sing. in der ersten figürlichen Bedeutung des Zeitwortes merken, ein Zeichen, woraus man die Gegenwart einer Sache oder Veränderung schließet; wofür doch Merkmahl üblicher ist. Ingleichen in der dritten Bedeutung, ein Zeichen, eine Sache vermittelst desselben zu merken, d. i. im Gedächtnisse zu behalten, oder sich derselben wieder zu erinnern. Sich ein Merkzeichen machen.
 
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Der Mêrlan, des -es, plur. die -e, in einigen Gegenden, ein Nahme des Meerhechtes, Gadus Merlucius L. wenn es nicht vielmehr der verwandte Witling oder Weißfisch, Gadus Merlangus, ist. Im Franz. ist Merlan, oder Moruë, im

[Bd. 3, Sp. 184]


mittlern Lat. Merluus, der gleichfalls verwandte Stockfisch oder Rabliau, Gadus Morhua.
 
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Die Mêrle, plur. die -n. 1) Eine im Oberdeutschen übliche Benennung der Amsel, welche mit dem Latein. Merula überein kommt, und in einigen Gegenden auch im männlichen Geschlechte der Merl lautet.
   Ich horte ein merlikin wol singen
   Das mih duhte der sumer wolte entstan,
   Hr. Ulrich. von Guotenburg.
   So verniuuuet offenbere
   Diu merlin ir sanc,
   Diu uns bringent libiu mere,
   Heinrich von Veldig. 2) Eine kleine der Amsel ähnliche Art Falken von aschgrauer Farbe, welche sehr gelehrig ist, und zum Lerchenfange gebraucht wird; Falco Aesalon Klein. In andern Gegenden mit vorgesetztem Zischlaute das Schmerlein, Schmierlein, Franz. Emerillon, Ital. Smeriglione.
 
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Merode, S. Adelung Marode.

 

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