Wörterbuchnetz
Grammatisch-Kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Meischbottich bis Meisenkönig (Bd. 3, Sp. 162 bis 163)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Der Meischbottich, des -es, plur. die -e, in den Brauhäusern, ein Bottich, worin das geschrotene Malz eingemeischet, d. i. mit heißem Wasser vermischet wird; wenn es eine Kufe ist, so heißt sie die Meischkufe, und wenn es ein Faß ist, das Meischfaß.
 
Artikelverweis 
Meischen, verb, reg. act. rühren, und in engerer Bedeutung, durch Rühren vermischen, welches so wie das Hauptwort Meisch nur noch in einigen Fällen, besonders bey den Bierbrauern, üblich ist. Das Malz meischen, es nach darauf gegossenem heißen Wasser mit der Meischkrücke und dem Rührstecken umrühren, damit es sich gehörig mit dem Wasser vermische, welche ganze Handlung auch einmeischen genannt wird. So auch die Meischung.
   Anm. Im Dän. mädske, es bezeichnet zunächst das Rühren, und kommt darin mit dem Slavonischen miessu, smiessu, rühren, und Griech. μασσειν, überein. Es gehöret gleichfalls zu dem Geschlechte des Wortes mähen, bewegen, von welchem es nur in dem Ableitungslaute verschieden ist. Mit mischen ist es sehr genau verwandt, S. dasselbe. Die im gemeinen Leben üblichen Sprech- und Schreibearten maischen, meuschen, möschen u. s. f. entfernen sich mehr oder weniger von der Abstammung.
 
Artikelverweis 
Das Mēischfáß, des -sses, plur. die -fässer, S. Adelung Meischbottich. In dem Weinbaue einiger Gegenden wird auch das Faß, in welchem man die Beeren nach der Kelter führet, das

[Bd. 3, Sp. 163]


Meischfaß, genannt. In Thüringen und Franken heißt es die Leithe.
 
Artikelverweis 
Die Meischkrücke, plur. die -n, eben daselbst, eine Krücke, womit das Malz gemeischet, d. i. umgerühret und mit dem Wasser vermischet wird.
 
Artikelverweis 
Die Meischkufe, plur. die -n, S. Adelung Meischbottich.
 
Artikelverweis 
Die Meise, plur. die -n, Diminut. das Meischen, Oberd. Meislein, ein kleiner Sangvogel mit einem dünnen pfriemenförmigen Schnabel und mit Federn bedeckten Nasenlöchern, welcher auf die Zweige der Bäume klettert, und sich von Insecten und Fleisch nähret; Parus L. und Klein. Es gibt ihrer verschiedene Arten, S. Adelung Brandmeise, Kohlmeise, Tannenmeise, Blaumeise, Mönchmeise, Aschmeise, Haubenmeise, Schwanzmeise, u. s. f.
   Anm. Im Nieders. Meeske, im Angels. Mase, im mittlern Lat. Meisa, im Schwed. Måse, im Dän. Musvit, im Engl. Titmouse, Muskin, im Französ. Mesange. Es ist ungewiß, ob dieser Vogel den Nahmen von seinem gemeiniglich schwarzen Kopfe hat, oder von seinem Geschreye, oder von seiner kleinen Gestalt, oder von seiner Gewohnheit, alles zu behacken, von meißeln, wie Maus von dem Benagen, oder auch von einem andern Umstande. In dem ersten Falle würde Meise nach einer sehr gewönlichen Verwechselung des r und s aus Mohr entstanden seyn, wie denn dieser Vogel auch wirklich in einigen Gegenden das Mohrvögelchen genannt wird. Wachter leitet seinen Nahmen von der Kleinheit her, und rechnet ihn zu dem Griech. μειος, klein, so wie ihm zu Folge auch der Lat. Nahme Parus von parvus, und der Schwed. Tetta, Dän. Titling, Engl. Titmouse und Mortitling, von dem Griech. τυτθος, klein, abstammen soll, der aber auch eine Nachahmung seines Geschreyes seyn kann. Ihre glaubt, dieser Vogel habe seinen Nahmen daher, weil er sich gern in Mooren oder sumpfigen Gegenden aufhalte, welches aber wohl nicht gegründet ist, und Frisch, weil er einer Maus ähnlich sey.
 
Artikelverweis 
Der Meisenfang, des -es, plur. inus. die Handlung, da man Meisen fängt.
 
Artikelverweis 
Die Meisenhütte, plur. die -n, eine Klobenhütte, so fern sie besonders zum Meisenfange gebraucht wird.
 
Artikelverweis 
Der Meisenkasten, des -s, plur. ut nom. sing. eine Falle in Gestalt eines kleinen Kastens, Meisen darin zu fangen; der Meisenschlag, Nieders. Klippe, Vogelklippe.
 
Artikelverweis 
Der Meisenkloben, des -s, plur. ut nom. sing. ein Kloben, Meisen damit zu fangen.
 
Artikelverweis 
Der Meisenkönig, des -es, plur. die -e. 1) Ein Nahme des gemeinen Zaunköniges, welcher auch Winterkönig, Schneekönig, Nesselkönig, Dornkönig u. s. f. genannt wird; Trochlodytes Klein. Die erste Hälfte dieses Wortes scheinet hier nur eine zufällige Ähnlichkeit des Klanges mit Meise, Parus, zu haben, und zu einem andern Stamme zu gehören, es müßte denn der Zaunkönig diesen Nahmen wegen einiger Ähnlichkeit mit der Meise führen. 2) In einigen Gegenden führet die Mönchmeise den Nahmen des Meisenköniges, vielleicht weil sie größer ist, als die übrigen Arten, S. Adelung Mönchmeise. 3) Ingleichen eine Art grüner Grasmücken, mit einer schwarzen Platte auf dem Kopfe, welche einen angenehmen Gesang hat und auch Meisenmönch, Mönch und Schwarzkopf genannt wird. Sie siehet der Hanfmeise sehr ähnlich.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: