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Meilerholz bis Meineidig (Bd. 3, Sp. 156 bis 159)
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Artikelverweis Das Meilerholz, des -es, plur. inus. Holz, welches zu Meilern für die Kohlenbrenner bestimmt ist, woraus die Meiler zusammen gesetzet werden.
 
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Die Meilerkohle, plur. die -n, Kohlen, welche in Meilern, oder aus Meilern gebrannt worden; zum Unterschiede von andern Arten der Kohlen.
 
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Der Meilerköhler, des -s, plur. ur nom. sing. ein Köhler oder Kohlenbrenner, welcher das Holz in Meilern verkohlet; zum Unterschiede von dem Grubenköhler, der Holz und Reisig in gemachten Gruben zu Kohlen brennet.
 
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Die Meilerstatt, plur. die -stätte, oder die Meilerstätte, plur. die -n, die Statt oder Stätte, d. i. der Platz, wo ein Meiler steht, oder gestanden hat; die Kohlstatt, Kohlstätte, Meilerstelle.

[Bd. 3, Sp. 157]



 
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1. * Mein, adj. et adv. in Menge vorhanden, der Menge gehörig; ein für sich allein veraltetes Wort, welches nur noch in dem zusammen gesetztem gemein üblich ist, S. dasselbe.
 
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2. * Mein, adj. et adv. falsch, boßhaft u. s. f. ein gleichfalls veraltetes Wort, welches nur noch in dem zusammen gesetzten Meineid vorkommt, S. dasselbe.
 
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3. Mein, ein Zwischenwort, welches nur in der vertraulichen Sprechart üblich ist, eine aus Verwunderung herrührende Frage zu begleiten. Mein! wie gehet das Ding zu? Aber, mein! wie ist das möglich?
   Und, mein! wie weit wird auch ein junges Mädchen weichen?
   Bernh.
   Mein! sage mir, warum die Fürsten fechten,
   Haged. Anm. Frisch und mit ihm fast alle Sprachlehrer halten es für das folgende possesive Fürwort mein, wo das Hauptwort ausgelassen worden, so daß es für mein Freund, oder mein Lieber stehe. Allein es scheinet vielmehr die alte noch im Niedersächsischen, Dänischen und Holländischen übliche Partikel man, men zu seyn, welche unter andern auch aber bedeutet; zumahl da dieses aber auch im Hochdeutschen auf ähnliche Art zur Begleitung einer mit Verwunderung verbundenen Frage gebraucht wird, S. dasselbe. Dieses Nieders. man, men ist von dem Holländ. mar, aber, welches daselbst auf ähnliche Art gebraucht wird, und von dem Franz. mais nur im Endlaute verschieden. Im Schwed. ist men eine versichernde Partikel, welche so wohl zu Bejahungen, als auch zu Verneinungen gesetzet wird, und die Bedeutung unsers doch hat, so wie das Griech. μν. S. 1. Man und Mehr.
 
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4. Mein, die zusammen gezogene zweyte Endung des persönlichen Fürwortes ich, für meiner, S. Adelung Meiner.
 
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5. Mein, pronomen possessivum, oder das zueignende Fürwort der ersten Person, welches so wohl mit einem Hauptworte, als ohne dasselbe gebraucht wird.
   I. Mit dem Hauptworte, als ein Conjunctivum, wird es völlig so, wie das Conjunctivum dein abgeändert, S. 2. Dein. Es bedeutet, 1) etwas, welches mir, oder der ersten Person gehöret, womit sie in Verbindung stehet, was in ihr gegründet ist, ihr widerfahren ist u. s. f. Mein Vater, meine Kinder, mein Haus. Er ist einer meines Gleichen. Nach meiner Meinung. Ich meines Theiles finde es nicht für gut. Ich habe meine guten Ursachen dazu gehabt. Ich habe mein Gutes (das mir bestimmte Gute) empfangen. Es ist nicht niedrige Begierde, meinen Schimpf an dir zu rächen, den mir widerfahrnen Schimpf. Wo es auch oft ein Ausdruck eines zärtlichen Vertrauens, warmer und vertraulicher Liebe wird. Mein König und mein Gott, Ps. 5, 3. Mein Herr und mein Gott, Joh. 20, 28. Mein Geliebter. Mein Sohn. Mein Freund. 2) Zuweilen bezeichnet es auch eine entferntere Verbindung mit allerley Nebenbegriffen. An meinem Orte, in meiner Stadt, in meinem Lande, wo ich wohne, woher ich gebürtig bin. Mein obiger Fremder, von welchem ich oben geredet habe. Es wird, wie alle eigentliche Fürwörter, ohne Artikel gebraucht, und dem Hauptworte alle Mahl vorgesetzet. Findet sich zwischen beyden noch ein Beywort, so wird dieses im Singular am richtigsten nach der ersten Declination der Beywörter abgeändert, als wenn statt des Fürwortes der unbestimmte Artikel ein da wäre, im Plural aber nach der zweyten Declination, als wenn der bestimmte Artikel der da stände. Mein armes Kind. Meine lieben Freunde. Mit den Hauptwörtern Halbe, Weg, Wille wird es im gemeinen Leben und der vertraulichen Sprechart gern zusammen gezogen, doch so, daß das letzte n in das t euphonicum verwandelt wird. Meinethalben kann es geschehen, d. i. ich habe nichts dawider zu sagen, es ist mir gleichgültig. Alles dieses geschiehet meinetwegen, oder um

[Bd. 3, Sp. 158]


meinetwillen, mir zum Besten, aus einem von mir hergenommenen Bewegungsgrunde. S. 2. Dein, wo dasjenige, was diese Zusammensetzungen betrifft, umständlich bemerket worden.
   II. Ohne Hauptwort, als ein Absolutum, welches auf doppelte Art geschiehet. 1) So daß das ungewisse Geschlecht mein nach Art der Beywörter adverbialiter gesetzt wird; welche Form doch nur im gemeinen Leben und in der vertraulichen Sprechart üblich ist. Die Erbschaft ist mein. Wem gehöret das Buch? Antw. Es ist mein. Befehlt mir nicht, ich bin nicht weiter mein, Gell. Es sind nicht mehr als hundert Gulden mein, ebend. Nicht wahr, er soll doch mein? nehmlich seyn, ebend. Ach, strenge Schäferinn, wird auch dein Herz nicht mein? ebend. Ingleichen mit der Inversion, um des Nachdruckes willen, wo es auch in der höhern Schreibart gebraucht wird. Mein ist das Verdienst, dich errettet zu haben. S. 2. Dein II, wo mehr von diesem adverbialischen Gebrauche gesagt worden. 2) Außer dieser adverbialischen Form, so daß es sich auf ein darunter verstandenes Hauptwort beziehet, da es denn in des Declination von dem conjunctiven Fürworte bloß darin abweicht, daß die erste und vierte Endung im Singular meiner, meine, meines hat. Ist das dein Hut? Ich dachte, es wäre meiner. Auch dieser Gebrauch ist in der vertraulichen Sprechart am üblichsten. In der anständigern gebraucht man dafür lieber das Abstractum der, die, das meinige, S. dasselbe, ingleichen 2. Dein II.
   Anm. Im Oberd. von des Kero Zeiten an mein, bey dem Ulphilas meins, im Nieders. mien, im Angels. min, im Engl. my, mine, im Wallis. man, im Franz. mien, im Pohln. moy, im Lettischen manas, im Latein. meus, im Griech. εμος, und selbst im Pers. men.
 
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Der Meineid, des -es, plur. die -e. 1) Ein mit Wissen und Vorsatz geschworner falscher Eid, ein falscher Eid; zum Unterschiede von einem bloß unwahren Eide, welchen man auch wider sein Wissen und Willen schwören kann. Einen Meineid schwören. 2) Die wissentliche Übertretung dessen, was man beschworen hat, der Eidbruch; ohne Plural, und nur in einigen Fällen. Sich eines Meineides schuldig machen, kann so wohl bedeuten, einen falschen Eid schwören, als auch einen geschwornen Eid vorsetzlich übertreten.
   Anm. Im Tatian Meineida, in dem alten Fragmente auf Carln den Großen bey dem Schilter, getheilt, man Aith, im Angels. Manaeth, im Schwed. Mened, im Oberdeutschen der vorigen Zeiten auch Meinschwur. Es ist aus mein und Eid zusammen gesetzet. Jenes, welches jetzt im Hochdeutschen veraltet ist, ist ein altes Wort, welches schon bey den ältesten Schriftstellern vorkommt, und so wohl befleckt, beschmutzt, mangelhaft, als auch figürlich falsch, untreu, boßhaft, böse u. s. f. bedeutete. Das Nieders. meen bedeutet noch jetzt böse, lasterhaft, Angels. man, maene. Daher war Meintat ehedem so viel als Missethat, unmeino unschuldig u. s. f. Man hatte davon auch das Hauptwort Mein, Nieders. Meen, Schwed. Men, welches einen Mangel, ein Gebrechen, einen Makel, und figürlich Untreue, Falschheit, Boßheit und Laster bedeutete. Man siehet bald, daß dieses alte Wort von mank, dem Stammworte, miß, Mahl, Makel, Flecken, dem Lat. malus, und andern mehr nur in dem Ableitungslaute verschieden ist, und mit denselben vermuthlich von mähen, schneiden, abstammet, so daß es zunächst eine körperliche Verstümmelung, oder ein geschnittenes Mahl bedeutet. Das Lat. Mendum, Mendax und Mendicus, sind allem Ansehen nach damit verwandt, wenn nicht dieses letztere vielmehr zu mahnen, bitten, betteln, gehöret. S. auch Monkalb. Gottsched, welcher Meineid auf eine sehr sonderbare Art von meinen (bey ihm meynen) ableitete, und es durch einen vermeinten Eid erklärete,

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wollte es mit einem y, Meyneid, geschrieben wissen; eine Schreibart, welche sich mit nichts vertheigigen lässet.
 
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Meineidig, -er, -ste, adj. et adv. des Meineides schuldig. 1) Eines falschen Eides schuldig. Ein meineidiger Mensch. Ein Meineidiger. Noch häufiger aber 2) den geschwornen Eid mit Vorsatz übertretend. Meineidig werden. Eine meineidige That.
   Anm. In dem Schwabensp. nur mainaid. Bey dem Notker heißt ein Meineidiger meinsuero. Das ohne Noth verlängerte Oberdeutsche meineidiglich ist im Hochdeutschen veraltet.

 

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