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Meīlenmāß bis Mein (Bd. 3, Sp. 156 bis 157)
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Artikelverweis Das Meīlenmāß, des -es, plur. die -e, die Art und Weise, die Weiten nach Meilen zu berechnen.
 
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Das Meilenrêcht, des -es, plur. die -e, das Recht eines Ortes, daß niemand innerhalb einer Meile um denselben eine gewisse Nahrung treiben darf.
 
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Die Meilensäule, plur. die -n, eine an dem Wege errichtete Säule, auf welcher die Zahl der Meilen bis zu einem gewissen Orte verzeichnet ist; der Meilenstein, wenn es ein bloßer Stein ist.
 
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Der Meilenzeiger, des -s, plur. ut nom. sing. ein Ding, welches die Zahl der Meilen zwischen zwey oder mehrern Orten anzeiget, es sey nun eine Meilensäule oder ein Meilenstein, oder auch nur ein Verzeichniß, eine Tabelle u. s. f.
 
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Der Meiler, des -s, plur. ut nom. sing. ein altes Wort, welches ehedem einen jeden Haufen oder Hügel bedeutete, jetzt aber nur den runden Haufen auf einander geschichteten Holzes bezeichnet, aus welchem die Kohlenbrenner in den Wäldern die Kohlen brennen. Der Scheitelmeister oder Scheitmeiler, welcher aus gespaltenen Scheiten aufgesetzet wird; zum Unterschiede von einem Kleppelmeiler, welcher aus Klöppeln bestehet.
   Anm. In dieser eingeschränkten Bedeutung im Niders. Miler, im Schwed. Mila, im Finnländ. Milu, im Böhm. Miljr. Es stammet vermittelst der Ableitungssylbe -er, von einem veralteten Worte mahl, meil, ab, so fern solches ehedem hoch, groß bebeutete. Im Franz. ist Meulon ein runder Heuhaufen, im Pohln. Mogila, im Wend. Mohl, ein Hügel, und im Alban. Mularein Haufen. S. 5. Mahl, Malter und Maulwurf. Die Schreibarten Mäuler und Meuler sind so wird der guten Aussprache, als auch der häufigsten Gewohnheit zuwider.
 
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Die Meilerdêcke, plur. die -n, bey den Kohlenbrennern, die Decke von Reisig oder Stroh, womit der Meiler von außen bedeckt wird.
 
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Das Meilerholz, des -es, plur. inus. Holz, welches zu Meilern für die Kohlenbrenner bestimmt ist, woraus die Meiler zusammen gesetzet werden.
 
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Die Meilerkohle, plur. die -n, Kohlen, welche in Meilern, oder aus Meilern gebrannt worden; zum Unterschiede von andern Arten der Kohlen.
 
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Der Meilerköhler, des -s, plur. ur nom. sing. ein Köhler oder Kohlenbrenner, welcher das Holz in Meilern verkohlet; zum Unterschiede von dem Grubenköhler, der Holz und Reisig in gemachten Gruben zu Kohlen brennet.
 
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Die Meilerstatt, plur. die -stätte, oder die Meilerstätte, plur. die -n, die Statt oder Stätte, d. i. der Platz, wo ein Meiler steht, oder gestanden hat; die Kohlstatt, Kohlstätte, Meilerstelle.

[Bd. 3, Sp. 157]



 
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1. * Mein, adj. et adv. in Menge vorhanden, der Menge gehörig; ein für sich allein veraltetes Wort, welches nur noch in dem zusammen gesetztem gemein üblich ist, S. dasselbe.

 

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