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Meierkraut bis Meilenzeiger (Bd. 3, Sp. 155 bis 156)
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Artikelverweis Das Meierkraut, des -es, plur. inus. ein Nahme verschiedener Pflanzen, S. 2. Meier. Besonders wird das Kraut des Mangoldes oder der Beete, Beta L. in einigen Gegenden, besonders Oberdeutschlandes, Meier, Meierich und Meierkraut genannt. Rothes Meierkraut, weißes Meierkraut. S. 2. Meier Anmerk.
 
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Das Meierland, des -es, plur. die -länder, das zu einem Meierhofe gehörige LAnd, die dazu gehörigen Grundstücke, siehe Meierhof 2).
 
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Das Meierlehen, des -s, plur. ut nom. sing. das Meiergedinge, als ein Lehen betrachtet, ingleichen ein Meiergut, siehe Meierding 2).
 
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Meiern, verb. reg. act. welches aber nur in den Zusammensetzungen bemeiern und abmeiern üblich ist, S. 3. Meier 4).
 
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Die Meierstatt, plur. die -stätte, in einigen Niedersächsischen Gegenden, ein Meierhof, S. Adelung Meierhof 2).
 
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Der Meierzins, des -es, plur. doch nur von mehrern Summen, die -e, derjenige Erbzins, welchen der Meier seinem Gutsherren alle Jahre entrichten muß, S. 3. Meier 4).
 
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Die Meile, plur. die -n, Diminut. das Meilchen, eines der größten Längenmaße, die Weiten auf der Oberfläche der Erde damit zu messen, welches aber nicht aller Orten, selbst in Deutschland nicht, einerley Größe hat. Eine Italiänische Meile, welche ungefähr den alten Römischen gleich ist, hält 1. 000 geometrische Schritt oder 5. 000 Schuh, und vier solcher Italiänischen Meilen gehen auf eine gemeine Deutsche Meile, deren 15 auf einen Grad gerechnet werden. Eine geographische Meile, welche einer Deutschen ziemlich gleich kommt, hält 22. 842 Pariser Fuß. In Deutschland ist das Meilenmaß in den Chursächsischen Landen auf das genaueste bestimmt, wo eine Chursächsische Polizey-Meile 2. 000 Ruthen, jede zu 8 Dresdener Ellen, folglich 16. 000 solcher Ellen hält. Sechs Meilen in Einem Tage reisen. Im gemeinen Leben

[Bd. 3, Sp. 156]


nimmt es das Wort Weg in der zweyten Endung zu sich, welches doch nur am häufigsten von geringern Weitenmaßen üblich ist. Eine Meile Weges, zwey Meilen, eine halb Meile Weges.
   Anm. Schon bey dem Kero Millu, in dem alten Gedichte auf den heil. Anno Mili, im Nieders. Mile, im Angels. Mila, im Engl. Mile, im Isländ. Myla, im Schwed. Mil, im Wallis. Myldir, im Böhm. Mjle, im Franz. Mille, im Ital. Miglia, Chald. Syr. und Arab. Mil, Milo, Milon; welche, wie Wachter zeiget, insgesammt von dem Lat. Milliare abstammen, weil die Art die Weiten nach tausend Schritten zu bestimmen von den Römern der ganzen damahls bekannten Welt mitgetheilet worden. Ehe dieses Maß angenommen wurde, rechneten die Deutschen nach Rasten, (S. Adelung Rast,) so wie die Gallier nach Leuken, jetzt Lieues, welches Maß auch noch in Unter-Wallis üblich ist.
 
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Das Meīlenmāß, des -es, plur. die -e, die Art und Weise, die Weiten nach Meilen zu berechnen.
 
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Das Meilenrêcht, des -es, plur. die -e, das Recht eines Ortes, daß niemand innerhalb einer Meile um denselben eine gewisse Nahrung treiben darf.
 
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Die Meilensäule, plur. die -n, eine an dem Wege errichtete Säule, auf welcher die Zahl der Meilen bis zu einem gewissen Orte verzeichnet ist; der Meilenstein, wenn es ein bloßer Stein ist.
 
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Der Meilenzeiger, des -s, plur. ut nom. sing. ein Ding, welches die Zahl der Meilen zwischen zwey oder mehrern Orten anzeiget, es sey nun eine Meilensäule oder ein Meilenstein, oder auch nur ein Verzeichniß, eine Tabelle u. s. f.

 

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