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Mêhlbêêre bis Mêhlicht (Bd. 3, Sp. 144)
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Artikelverweis Der Mêhlbêêre, plur. die -n, eine Benennung verschiedener mehlichten Arten von Beeren. 1) Der Beeren des Speyerlingsbaumes, Crataegus Aria L. S. Adelung Mehlbaum 1. 2) Des Weißdorns, Crataegus Oxyacantha, S. Mehlbaum 2. 3) Des Schlingbaumes, Viburnum Lantana, S. Mehlbaum 3. 4) Der Preußelbeeren, Vaccinium Vitis Idaea, S. Preußelbeere. 5) Der wilden Johannis-Beeren, Ripes alpinum, welche auch Mehldrosseln genannt werden, S. Johannis-Beere. 6) Der Sandbeeren, Arbutus Uva Ursi, welche bey Zelle Moorbeeren heißen. Und vielleicht noch anderer mehr. Alle Standen, welche diese Beeren tragen, werden alsdann auch Mehlbeersträuche genannt. S. auch Mehlbaum.
 
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Der Mêhlbeutel, des -s, plur. ut nom. sing. in den Mühlen, der Beutel, durch das Mehl gebeutelt wird, und welcher gemeiniglich nur der Beutel schlechthin heißt, S. dieses Wort.
 
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Die Mêhlbirn, plur. die -en, eine Art mehlichter Birnen, welche das Mittel zwischen dem Pyrus Crataegus und den Mespeln ist, und auch Lazerolen-Birn genannt wird; Pyrus irregularis L.
 
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Der Mêhlbihrer, des -s, plur. ut nom. sing. im Bergbaue, eine Art des Bohrers, das von dem Meißelbohrer gemachte Bohrmehl damit heraus zu hohlen, um die Beschaffenheit des Gesteines zu erkennen.
 
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Der Mêhlbrey, des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die -e, ein aus Mehl gekochter Brey; ein Mehlmuß, Pappe, Nieders. Pampe.
 
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Der Mêhldorn, des -es, plur. die -en, S. Adelung Mehlbaum 2.
 
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Die Mêhldrossel, plur. die -n, ein Nahme der wilden Johannis-Beere, S. Adelung Mehlbeere 5; von Drossel, entweder so fern solches ursprünglich einen erhabenen runden Körper bedeutet hat, oder auch, weil diese Beeren drosselweise, d. i. büschelweise, wachsen, S. 1. Drossel.
 
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Das Mhlfßchen, des -s, plur. ut nom. sing. 1) Im gemeinen Leben einiger Gegenden, ein Nahme der Beeren so wohl des Speyerlingsbaumes als auch des Weißdornes, (S. Adelung Mehlbaum,) vermuthlich wegen ihrer länglich runden, einem kleinen Fasse ähnlichen Gestalt. In den gemeinen Mundarten auch verderbt Mehlfeistchen. In einigen Gegenden heißen sie Mehlhosen, von Hose, ein längliches Gefäß, wo dem auch der Strauch Mehlhosenstrauch genannt wird. 2) Ein zur Aufbewahrung des Mehles bestimmtes Fäßchen. Das Mehlfaß, ein solches Faß.
 
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Der Mêhlflêck, des -es, plur. die -e, in den Küchen, aus dünne getriebenem Nudelteige geschnittene Flecke oder irreguläre Stücke, welche in Wasser gekocht und mit geschmelzter Butter angerichtet werden. Sie sind eine Art der Italiänischen Macardni.
 
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Die Mêhlhose, plur. die -n, S. Adelung Mehlfäßchen 1.
 
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Mêhlicht, -er, -ste, adj. et adv. dem Mehle ähnlich. Ein mehlichtes Pulver, welches sich so weich wie Mehl anfühlen lässet. Mehlichte Früchte, welche ein mürbes, dem schwach angefeuchteten Mehle ähnliches Fleisch haben, dergleichen die Mehlbeeren und Mehlbirnen sind, S. Adelung Mehl Anm. Bey den Mahlern ist mehlicht ein Fehler, wenn die Gegenstände mit zu hellen und abgeschmackten Farben gemahlet werden, wenn die Lichter zu weiß und die Schatten zu grau sind. In das Mehlichte verfallen.

 

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