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Meerwirbel bis Mêhlbatzen (Bd. 3, Sp. 142 bis 143)
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Artikelverweis Der Meerwirbel, des -s, plur. ut nom. sing. S. Adelung Meerstrudel.
 
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Der Meerwolf, des -es, plur. die -wölfe. 1) Eine Art ausländischer Wölfe, welche sich so wohl auf dem Lande, als im Wasser aufhalten sollen; Lupus marinus Klein. et Gesn. Nach Belonii Beschreibung hat er einen großen Kopf, mit Haaren bewachsene Augen, Nase und Zähne wie ein Hund, aufrecht stehende Haare, ein buntes schwarz geflecktes Fell, und einen langen, dicken und zotigen Schwanz. 2) Auch eine Art Börse, welche in Frankreich Bar und Lubine genannt wird; Perca Labrax L.
 
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Das Meerwunder, des -s, plur. ut nom. sing. eine jede wunderbare Erscheinung im Meere; besonders ein wunderbares Geschöpf im Meere. So pflegt man die großen seltenen Thiere im Meere, die vorgegebenen Sirenen, und andere seltene und sonderbare Dinge häufig Meerwunder zu nennen.
 
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Die Meerwurzel, plur. inus. ein Nahme, welcher auch der bläulichen Mannstreu gegeben wird, welche bey andern Meerstrands-Mannstreu heißt, weil sie an dem sandigen Meerstrande einheimisch ist; Eryngium maritimum L.
 
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Der Meerzahn, des -es, plur. die -zähne, eine Art zahnförmiger Meerröhren; Tubulus Dentalis L. Andere nennen das verwandte Entalium L. den Meerzahn.
 
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Der Meerzeisig, des -es, plur. die -e, S. Adelung Hänfling und Gräßlein.
 
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Die Meerzwiebel, plur. die -n, ein Zwiebelgewächs, dessen Zwiebel oft die Größe eines Kinderkopfes erreicht, und eine sehr heftige und anhaltende Schärfe besitzet; Scilla maritima L. Bey andern Squilla. Sie hat den Nahmen entweder, weil sie an den sandigen Meerufern des mittägigen Europa wohnet, oder auch, weil sie über Meer zu und gebracht wird. Von einigen wird sie Mäusezwiebel genannt.
 
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Das Mêhl, des -es, plur. inus. zarter, zu einem unfühlbaren Pulver gemahlener Staub, besonders der nahrhafte Staub dieser Art der Getreidearten, Hülsenfrüchte u. s. f. nach der vermittelst des Beutels davon geschiedenen Kleye. Ungebeuteltes Mehl wird Schrot, und in einigen Oberdeutschen Gegenden Ohs, Aas,

[Bd. 3, Sp. 143]


Ähß genannt. Rockenmehl, Gerstenmehl, Weitzenmehl, Bohnenmehl, Erbsenmehl, Erdäpfelmehl u. s. f. Der Weitzen gibt ein feines, gesundes Mehl. Mehl mahlen. Schwarzes Mehl, dasjenige Rockenmehl, welches aus dem sechsten und letzten Gange kommt. Gegrabenes Mehl, eine Art dem Mehle in der äußern Gestalt ähnlichen Bolus, welche von dem gemeinen Volke zuweilen in Theuerungen, aber zu seinem großen Schaden, gegessen worden. In weiterer Bedeutung werden zuweilen auch andere zu einem unfühlbaren und dem Mehle ähnlichen Staube getriebene oder zermalmte Körper Mehl genannt. Dergleichen ist das Wurmmehl, oder das von den Holzwürmern zu einem zarten Staube zermalmte Holz, das Bohrmehl, das von dem Bohrer klein gemalmete Holz oder Stein, das Pochmehl in den Hüttenwerken u. s. f. In einigen Gegenden werden auch die Sägespäne Sägemehl genannt.
   Anm. Im Nieders. und Dän. Meel, bey einigen Oberdeutschen Schriftstellern Mähl, bey dem Ottfried Melo, bey dem Tatian Meleuue, und noch in einer Schwäbischen Urkunde von 1479 Melbe, im Angels. Mealawe, im Engl. Meal, im Schwed. Mjöl, im Slavon. Mlanie, im Pohln. Mieleny, im Alban. Miel, im Lat. Mola, im Griech. μαλερον. Es ist ein sehr naher Geschlechtsverwandter von Malm, Mulm, Mull, und stammet unmittelbar von mahlen ab, wenn es nicht vielmehr das Stammwort von diesem ist; denn aus den Zusammensetzungen Mehlbeere, Mehlbirn u. s. f. erhellet, daß dieses Wort eine gewisse Art der mürben, weichen Beschaffenheit überhaupt bedeutet, und in dieser Rücksicht ein Geschlechtsverwandter von molsch, mürbe u. s. f. ist. Wenn es im Tatian heißt, schüttelt then Melin fon iuuaren fuozen, den Staub, so ist hier allem Ansehen nach Mulm zu lesen, welches durch das dem Worte Mehl ungewöhnliche männliche Geschlecht wahrscheinlich wird.
 
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Die Mêhlbahn, plur. die -en, bey den Müllern, die innere Seite des Laufes mit dem darin befindlichen Mehle. In manchen Gegenden ist dem Müller die Mehlbahn gelassen, d. i. was sich an der innern Seite des Laufes vom Mehle anlegt.
 
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Die Mêhlbank, plur. die -bänke, eben daselbst, eine Bank, wodurch das Mehlloch gehet.
 
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Der Mêhlbatzen, des -s, plur. doch nur von mehrern Arten, ut nom. sing. im Bergbaue einiger Gegenden, der Nahme eines mehlichten Kalksteinen, welcher sich wie Kreide schneiden lässet, dergleichen sich in dem Flötzgebirge zwischen Ilmenau und Plauen befindet. An andern Orten, wird auch der ähnliche weiche und mehlichte Speckstein Mehlbatz oder Mehlbatzen genannt. Siehe Batzen.

 

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