Wörterbuchnetz
Grammatisch-Kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Meerpfaffe bis Meerrind (Bd. 3, Sp. 139 bis 140)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Der Meerpfaffe, des -n, plur. die -n, eine Art Meerfische mit Bauchfinnen vor den Brustfinnen, und einem rauhen Kopfe; Uranoscopus L. Franz. Grados, Crados, in der Normandie Pretre, in Bretagne Pretras.
 
Artikelverweis 
Der Meerpfau, des -es, plur. die -en, S. Adelung Giftroche.
 
Artikelverweis 
Das Mēerpfrd, des -es, plur. die -e, S. Adelung Seepferd.
 
Artikelverweis 
* Die Meerpforte, plur. die -n, eine veraltete Benennung eines Meer- oder Seehafens, welche unter andern noch in dem Titel des ehemahligen Chursächsischen Ministers Brühl vorkam.
 
Artikelverweis 
Der Meerpinsel, des -s, plur. inus. eine Art im Meere befindlicher ungewundener einschaliger Schnecken, von der Dicke einer Federspule, welche vorne Fäserchen wie ein Pinsel hat, mit welchen sie sich an die Steine anhängt; Penicillus L.
 
Artikelverweis 
Der Mēer-Portulāk, des -es, plur. die -e, ein Nahme der Meermelde, wegen einiger Ähnlichkeit der Blätter, S. dieses Wort. In den gemeinen Mundarten wird er in Meerbürzel verderbt.
 
Artikelverweis 
Der Meerräuber, S. Adelung Seeräuber.
 
Artikelverweis 
Die Meerrauke, plur. inus. eine Art der Rauke, welche als ein Sommergewächs in unsern Gärten gebauet wird, aber in Italien einheimisch ist. Entweder, weil sie daselbst am Seestrande wächset, oder auch, weil sie über Meer nach dem nördlichen Deutschlande gebracht worden.

[Bd. 3, Sp. 140]



 
Artikelverweis 
Die Meerrêbe, plur. inus. eine Art der Waldrebe, welche an den Ufern des Asiatischen Meeres wohnet; Clematis maritima L.
 
Artikelverweis 
Der Meerrêttig, des -es, plur. inus. eine Art des Löffelkrautes, dessen lange dünne und scharfe Wurzel in den Küchen bekannt ist, wo sie, auch nach allerley Zubereitungen, den Nahmen des Meerrettiges behält; Cochlearia Armoracia L. Da dieses Gewächs in den Wassergräbern und kleinen Bächen einheimisch ist, so scheinet Meer hier für Moor, Morast, zu stehen, (S. das folgende,) obgleich andere es von dem Lat. amarus ableiten, und dieses Wort daher Märrettig schreiben. Da indessen dieses Gewächs im Nieders. Marreddik heißt, so wird in dem Bremisch-Nieders. Wörterbuche nicht unwahrscheinlich gemuthmaßet, daß die erste Hälfte das alte Mar, ein Pferd, sey, weil die Wurzel den Pferden sehr gesund ist, daher sie auch im Engl. Horseradish heißt. Ihr Holländ. Nahme ist Mierik-Wortel. Im Oberdeutschen wird der Meerrettig Grän, Krän, Grien, Krien genannt, im Russischen Chren, ohne Zweifel von dem noch bey den Krainerischen Wenden üblichen grenak, bitter.
 
Artikelverweis 
Das Meerrind, des -es, plur. die -er, in einigen Gegenden, ein Nahme des Rohrdommels, S. dieses Wort. Hier ist Meer unstreitig so viel wie Moor, Morast, daher eben dieser Vogel an andern Orten Moosochse, und Moosreigel genannt wird.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: