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Mauthfrey bis Maybaum (Bd. 3, Sp. 128 bis 130)
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Artikelverweis  Mauthfrey, adj. et adv. welches nur im Oberdeutschen für zollfrey üblich ist.
 
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Der Mauthner, des -s, plur. ut nom. sing. gleichfalls nur im Oberdeutschen, der Zolleinnehmer, der Mautheinnehmer; dessen Gattinn, die Mauthnerinn.
 
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Mautzen, verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben, welches das Intensivum von mauen ist, und von dem Geschreye der Katzen gebraucht wird; Pohln. miaoze. S. Adelung Mauen.
 
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Das Mautzenkraut, des -es, plur. inus. im gemeinen Leben einiger Gegenden, ein Nahme der Hundsmelde, Chenopodium vulvaria L. von Mautze, vulva; entweder wegen ihres stinkenden Geruches, oder auch wegen ihres Gebrauches in hysterischen Zufällen.
 
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Der Mautzenstein oder Maunzenstein, des -es, plur. die -e, im gemeinen Leben einiger Gegenden, der Nahme einiger Gegenden, der Nahme einer gewissen versteinerten zweyschaligen Muschel; Hysterolithus, Vulva marina. Von dem vorigen Worte, wegen der Ähnlichkeit in der Gestalt.
 
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Der Maxdor, des -es, plur. die -e, ein aus dem Franz. Maximilian d'or verkürztes Wort, die in Baiern mit dem Brustbilde des Churfürsten Maximilian Joseph geschlagenen Goldstücke zu bezeichnen, welche, den Louis d'or zu 5 Thaler gerechnet, 4 Thl. 2 Gr. 8 Pf. gelten; noch dem Muster der Wörter Louis d'or, Carl d'or, Friedrichs d'or.
 
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Die Maxīme, plur. die -n, eine allgemeine Regel des Verhaltens, und in engerer und gewöhnlicherer Bedeutung, des sittlichen Verhaltens; ein Grundsatz. Aus dem Franz. Maxime, Engl. Maxim, im mittlern Lat. Maxima, welche von unserm Worte Maß oder Maße abzustammen und eigentlich eine Maßregel zu bedeuten scheinen.
 
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1. Der May, des -es, plur. die -e, Oberd. des -en, plur. die -en, ein Wort, welches ehedem überhaupt einen Büschel und besonders einen grünen Büschel, einen Straus bedeutet zu haben scheinet, aber nur noch in einigen Fällen üblich ist. 1. Die büscheligen Triebe oder Jahrwüchse, ingleichen die bräunlichen, länglichen, spitzigen Knospen an den Wipfeln und Ästen des Nadelholzes, besonders aber der Kiefern, aus welchen dieser Jahrwuchs heraus kommt, werden in der Landwirthschaft der May genannt. In weiterer Bedeutung ist es in der Landwirthschaft ein jeder Jahrwuchs des Holzes, es sey Nadelholz oder Laubholz, in die Länge, welcher auch der Limpf, ingleichen der Trieb genannt wird. 2. Ein grüner Zweig von einem Baume, oder mehrere in einen Büschel gebundene grüne Zweige. 1) * Überhaupt. Und sollt am ersten Tage Früchte nehmen von schönen Bäumen, Palmenzweige, und Meyen von dichten Bäumen und Bachweiden, 3 Mos. 23, 40; am ersten Tage sollt ihr Citronen, Palmenzweige, Zweige von andern stark belaubten Bäumen und von Bachweiden nehmen, Michael. Schmücket das Fest mit Mayen bis an die Hörner des Altars, Ps. 118, 27. Und trugen Meyen und grüne Zweige und Palmen, 2 Macc. 7, 10. Etliche hieben Mäyen von den Bäumen und streueten sie auf den Weg, Marc. 11, 8. Wo überall grüne Zweige und Büschel von grünen Zweigen überhaupt verstanden werden. In dieser allgemeinen Bedeutung ist es im Hochdeutschen veraltet. Wir gebrauchen es nur noch, 2) in engerer Bedeutung, von solchen Zweigen frisch ausgeschlagener Birkenbäume, so fern selbige im Frühlinge bey festlichen Gelegenheiten zur Ausschmückung der Häuser oder öffentlichen Örter gebraucht werden, wo das Wort in

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einigen Gegenden auch weiblichen Geschlechtes ist, die Maye, plur. die -n, oft aber auch im männlichen Geschlechte collective gebraucht wird. May stecken oder setzen. Das Haus mit May schmücken. Jemanden einen May oder eine Maye setzen.
   Die Fremden besser zu erfreuen,
   Umsteckt der milde Wirth den Tisch mit dichten Meyen,
   Haged. Im Nieders. Mai, Meg, in der Schweiz ein Meyeten, im mittlern Lat. Maius, Franz. May, im Ital. Maio, Maggio. Daher der Birkenbaum, von welchem solche Zweige genommen werden, im gemeinen Leben vieler Gegenden nur der May oder die Maye genannt wird, S. Adelung Maybaum.
   Anm. Die meisten Sprachforscher leiten dieses Wort in der letzten Bedeutung von dem Monathe May her, weil der Birkenbaum gemeiniglich in diesem Monathe auszuschlagen pflegt, daher auch die Maye am häufigsten in demselben gesetzet werden. Allein sie haben das Wort nicht in seinem ganzen Umfange gekannt. May, Mayenstrauß, Maylein, kommen bey den Oberdeutschen Schriftstellern von einem jeden Blumenstrauße zu allen Jahreszeiten vor. Meyken ist im Holländ. gleichfalls ein Blumenstrauß, und in den Franz. Niederlanden ist Maie, und im mittlern Lat. Maia, ein Haufen Garben auf dem Felde, eine Mandel. Es scheinet also dieses Wort einen Haufen, ein Büschel, eine Verbundung mehrerer Dinge zu bezeichnen, und mit Miethe, ein Haufen, Malter, Mahl in der Bedeutung eines Haufens, u. a. m. zu dem Worte machen, verbinden, zu gehören, S. Adelung Gemahl.
 
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2. Der May, des -es, plur. die -e, im Oberd. des -en, plur. die -en, der fünfte Monath im Jahre, welcher 31 Tage hat. Weil sich der Frühling in demselben mit allen seinen Reitzen zu entwickeln, und die ganze Natur sich zu verjüngen pflegt, so ist er von je her für den angenehmsten Monath im ganzen Jahre gehalten worden. Carl der Große gab ihm den Nahmen des Vuuonnemanoth, Wonnemonathes, und in den spätern Zeiten pflegte man ihn wegen der Rosenblüthe auch den Rosenmonath zu nennen, welcher Nahme noch am häufigsten bey den Dichtern vorkommt.
   Ich frowe mih maniger bluomen ruot
   Die uns der Meie bringen wil,
   König Conrad der junge.
   Ihr Kinder des Mayen, lobsinget dem May,
   Raml. Figürlich ist der May des Glückes der angenehme, erwünschte Glücksstand. Nach einer andern Figur wird auch die Mayblume in einigen Gegenden nur May schlechthin genannt, S. Adelung Mayblume.
   Anm. Im Nieders. Mai, Meg, im Schwed. Maj, im Lat. Majus. Man glaubt gemeiniglich, daß die Deutschen den Nahmen dieses Monathes mit dem übrigen von den Römern angenommen haben. Allein da er schon in dem Salischen Gesetze Meo heißt, so scheinet er älter, und ein bloßer Seitenverwandter des Römers zu seyn. Die Lateinischen Sprachforscher haben allerley Abstammungen für dieses Wort erkünstelt. Ich will sie hier nicht anführen, sondern nur bemerken, daß der Begriff der jugendlichen Schönheit der Natur, welche allen Völkern in der nördlichen Halbkugel jederzeit so fühlbar gewesen, vermuthlich auch zu dessen Benennung Anlaß gegeben hat. Im Nieders. ist moj, im Holländ. mooy, schön, angenehm, im Schwed. mio und im Isländ. mior klein und angenehm, (S. Adelung Minder,) und im alt Schwed. eine Jungfrau, S. Magd. In Nieder-Bretagne bedeutet mae grün, blühend, und Maes ein Feld, eine Wiese, eine Matte, im Lotharing. lo Mai und Mé, im alt Franz. Mets, Mès, ein Garten. Die Oberdeutsche Abänderung dieses Wortes, des Mayen u. s. f. welche zuweilen auch bey unsern Dichtern vorkommt, hat auch in die folgenden Zusammensetzungen ihren Einfluß, indem die meisten derselben bey vielen Mayen für May lauten.

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Der Mayapfel, des -s, plur. die -äpfel, bey einigen neuern Schriftstellern des Pflanzenreiches, die Frucht des Fußblattes, Podophyllum L. einer Amerikanischen Pflanze, welche im Monath May reif wird, und wegen ihrer ovalen Gestalt einem kleinen Apfel gleicht.
 
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Der Maybaum, des -es, plur. die -bäume, im gemeinen Leben einiger Gegenden, ein Nahme des Birkenbaumes, besonders der gemeinsten Art, von welcher die Zweige im Monath May zur Ausschmückung der Häuser und Kirchen gebraucht werden, und welche auch die Maybirke, ingleichen der May oder die Maye schlechthin, in einigen Gegenden auch der Wonnebaum genannt wird; alles zum Unterschiede von der Hangelbirke und ausländischen Zwergbirke. Betula alba L. Im Ital. wird sie gleichfalls Maio genannt.

 

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